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Högersdorf, der 00.05.2017 um 19:02 Uhr
Pressespiegel 2005


Lübecker Nachrichten | 2. Dezember 2005

A20 - Ökologisch sensibles Travetal soll schonend überbrückt werden

Bad Segeberg - Von Högersdorf aus gesehen, wird die Travebrücke das optisch dominierende Bauwerk Bad Segebergs werden. Die Naturbereiche am Osthang des Travetals sollen möglichst geschont werden.

Ein wenig wundern sich die Planer vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr schon, dass in Bad Segeberg nicht die A-20-Trasse mit ihren imposanten und teuren Brückenbauwerken bei der Kreisstadt in der Diskussion steht, sondern die weit weniger einschneidende Verlegung der Bundesstraße 432. So stellen denn die Landesplaner befriedigt fest, dass die Linienführung der A 20 hier offensichtlich "weitgehend akzeptiert" werde. Ganz besonders im Fokus der Planer ist die geplante Travebrücke, die die A 20 über das ökologisch sensible Flusstal führen soll.

Erstmals zeigten die Planer vom Landesbetrieb Straßenbau Gerhard Diedrichs und Klaus-Ulrich Mackert den LN Entwürfe von der Brücke, die aber, so schränkte Diedrichs ein, vom Bund noch abgesegnet werden müssen.

Das wird für die Region Bad Segeberg ein Jahrhundertbauwerk werden: 240 Meter lang, 55 Meter breit mit vier Brückenabschnitten, eine so genannte "Vier-Felder-Brücke", soll den Autobahnverkehr über das sensible Travetal führen. Für die Entwurfsbearbeitung im Vorfeld des Planfeststellungsverfahrens gilt gerade dieser Bereich als Konfliktpunkt. Doch den Planern mache die Erholung der Natur nach dem Bau der Wakenitzbrücke Mut. Die von Naturschützern heftig kritisierte und mit allen juristischen Mitteln bekämpfte Querung ist für sie ein Vorzeigeobjekt. Dort fliege schon wieder der Eisvogel unten durch, erzählt Diedrichs.

Das Travetal bei Bad Segeberg - dort wurde schon mal der Otter gesehen - ist ebenfalls von hohem ökologischen Wert. Besonders an der Stelle, wo die Brücke die Trave quert. An höchster Stelle sei die "lichte Höhe" zwischen Brücke und Boden 14 Meter. Bis zur Oberkante der Fahrbahn seien es gar 20 Meter, erzählt Brückenexperte Mackert. Die Brücke sei auf westlicher Seite erheblich verlängert worden, um die durch die Weichsel-Eiszeit hervorgerufenen Torflinsen im Boden weitestgehend zu umgehen. Dort müssen die Widerlager der Brücke und der anschließende Damm sehr aufwändig mit tiefen Betonpfählen gegründet werden. Ursprünglich war auch überlegt worden, eine Drei-Felder-Brücke mit nur zwei Stützreihen über die Trave zu bauen. Aber die Brücke wäre dann rund 3,5 Millionen Euro teurer geworden, etwa 20 Prozent mehr Baustahl wäre notwendig gewesen. Das Bauwerk wäre dadurch noch klotziger geraten. Die Travebrücke werde vermutlich 23 Millionen Euro kosten. Auf den Naturraum sei besonders geachtet worden. Diedrichs: "Es gibt sehr hohe Forderungen seitens der Landespflege." So müsse der östliche Travehang vollkommen von Stützpfeilern freigehalten werden. Hier gebe es zahlreiche Rote-Liste-Arten, der Bereich sei für die Bauarbeiten tabu und dürfe nicht betreten werden.

Mit dem Beginn des Planfeststellungsverfahrens für diesen A-20-Abschnitt rechnet Diedrichs "nicht vor Mitte des Jahres." In dem Zusammenhang erklärte Diedrichs auch die Not-Durchfahrt am Widerlager des imposanten Brückenbauwerkes für die Feuerwehrfahrzeuge der nahen Kreisfeuerwehrzentrale. Da passe schon wegen der engen Kurvenradien keine Bundesstraße B 432 hindurch, erklärte er. Auch wenn sich hier viele eine Unterführung wünschten, wäre das ohne Riesenaufwand und zusätzliche ökologische Belastung für das Tal nicht möglich. Auch die Feuerwehr dürfe dort nur im Schritt-Tempo vorbei. Mit drei Metern Breite und 4,70 Meter Höhe sei das bestenfalls ein Wirtschaftsweg, der auch dem Wartungsteam zur Besichtigung der Brückenpfeiler dienen solle.

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Lübecker Nachrichten | 10. September 2005

Högersdorf sperrt sich gegen Zahlungen an das Amt

Leezen - "Högersdorf geht es nur um Klarheit und Gerechtigkeit", betonte Bürgermeister Arnold Wilken seinen Antrag auf Kürzung der Amtsumlage auf der Sitzung des Leezener Amtsausschusses.

Die Sitzung uferte jedoch in eine Art TV-Talkshow aus. Da fielen Worte wie "Nötigung" und "Erpressung", Högersdorf wurde als eine "gefährliche Kiste mit ihrem Anführer" abgestempelt. Nach heftiger Diskussion zeichnete sich ein Entschluss zur Abstimmung ab, der dann aber nach weiteren Beiträgen vom Tisch gefegt wurde und in einer wohlwollenden Prüfung gegenüber Högersdorfs Anliegen endete.

Zurzeit zahlen elf Gemeinden des Amtes Leezen eine Amtsumlage von 18 Prozent ihres Verwaltungshaushaltes. Die zwölfte Gemeinde Högersdorf dagegen zahlt im Augenblick nur 16 Prozent, ist aber bereit, die restlichen zwei Prozent für 2005 zu zahlen, wenn das Amt auf die gestellten Forderungen eingehe. Wilken begründet sein Vorgehen damit, dass Högersdorf schul- und sporttechnisch nach Bad Segeberg und nicht nach Leezen ausgerichtet sei. So besuchten 40 Högersdorfer Kinder die Grund- und Hauptschulen in Bad Segeberg und nicht die in Leezen. Zwar beteilige sich die Gemeinde nicht an der Schulumlage des Amtes Leezen, jedoch an den Verwaltungskosten, die der Bereich Schule mit sich bringe und aus der allgemeinen Amtsumlage gezahlt werde. Das sind 40 Euro pro Kind, also 1600 Euro pro Jahr für die Gemeinde Högersdorf, die sie erstattet haben will. Für das gesamte Amt Leezen betragen die Kosten 25 000 Euro. Würde diese Summe aus der Amtsumlage in die Schulumlage umgeschichtet, fiele Högersdorf automatisch aus den Zahlungen heraus, und zusätzlich könnte die Amtsumlage auf 17,5 Prozent gesenkt werden.

"Es ist uns klar, dass Du sparen musst, aber wenn Du wirklich Geld sparen willst, dann schicke deine Kinder zu uns auf die Schule", sagte Amtsvorsteher Jürgen Hildebrandt-Möller an Wilken gerichtet. Denn im Gegensatz zur Schulumlage von 1100 Euro pro Kind in Bad Segeberg, betragen die Kosten in Leezen nur 800 Euro. "Ich hoffe, dass im Protokoll vermerkt wird, dass Herr Hildebrandt-Möller einen Witz gemacht hat", erwiderte Wilken.

"Solidarität geht von beiden Seiten aus. Und wir haben Verständnis dafür, dass Högersdorf die Schulkosten nicht doppelt zahlen will. Aber was ich nicht verstehe, ist, dass - obwohl wir Bereitschaft zeigen, auf diese Forderung einzugehen - immer noch weitere Druckmittel erwähnt werden", äußerte sich zornig Reinhard Rode, Vorsitzender des Finanzausschusses. Im übrigen betrage die Amtsumlage beim Amt Segeberg-Land 19 Prozent.

Der zweite Punkt im Antrag von Högersdorf behandelt Investitionen für die Amtssporthalle in Todesfelde. Bis vor zwei Jahren habe sich die Gemeinde an den Kosten mit 1500 Euro in der so genannten Zusatzumlage beteiligt. Doch das sei jetzt finanziell nicht mehr drin. Zurzeit beteilige sich Högersdorf an sieben Sporthallen, die näher an Högersdorf liegen als die Todesfelder Halle. Außerdem benutzten sie nur zwei Högersdorfer. Doch dieser Punkt stieß auf wenig Verständnis im Ausschuss. Unter anderem vertrat Barks Bürgermeister Erich Schüller die Ansicht, dass die Sporthalle in Todesfelde allen Bürgern im Amt Leezen zur Verfügung stehe und nicht nur Vereinen, in denen vielleicht nur zwei Högersdorfer aktiv seien. "Außerdem habe ich noch nie in meiner Bürgermeisterzeit erlebt, dass der Amtsausschuss mit einer Gemeinde verhandelt."

Da Wilken aber weiterhin auf seinen beiden Forderungen bestand, schlug Fredesdorfs Bürgermeister Peter Waldheuer vor, den Betrag von 1500 Euro auf die restlichen elf Gemeinden zu verteilen, und sich anschließend von der "notleidenden Gemeinde Högersdorf eine Spendenbescheinigung ausstellen zu lassen". "Ich bin aber nicht bereit, diesen Betrag aus Steuergeldern zu zahlen, dann werde ich den aus meinen Bürgermeister-Tantiemen zur Verfügung stellen", erklärte Kükels Bürgermeister Holger Möller.

Nach heftiger Diskussion einigte sich der Ausschuss, die Anträge Högersdorfs wohlwollend zu prüfen. Die Umschichtung der Schulverbandskosten und die damit einhergehende Senkung der allgemeinen Amtsumlage muss vom Finanzausschuss in Form eines ersten Nachtragshaushaltes bearbeitet werden. Dieser kann dann dem Amtsausschuss vorgelegt werden, der dann auch über die Zusatzumlage für Högersdorf entscheidet.

Von Silvie Domann, LN

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Lübecker Nachrichten | 9. September 2005

Einwohnerversammlung zur A 20: Eingriff in Travetal soll gering bleiben

Högersdorf - Über zwei Themen sind die Högersdorfer auf einer Einwohnerversammlung informiert worden: den Bau eines Mobilfunkmastes und den aktuellen Stand der A-20-Planung.

Über den aktuellen Planungsstand der A 20 haben sich rund 40 Högersdorfer auf einer Einwohnerversammlung informieren lassen. Der Vorsitzende des Planungsausschusses, Ulrich Jordan, fasste die wichtigsten Maßnahmen beim Bau der Autobahn und der damit einhergehenden Verlegung der B 432 von Högersdorf in Richtung Lettow-Vorbeck-Kaserne an der B 206 zusammen. Durch diese Verlegung bliebe Högersdorf in Zukunft vom Lärm der B 432 verschont.

Ein weiterer Travetunnel auf der alten Trasse der B 432, die tiefer gelegt werden müsste, um unter der A 20 zu bleiben, könne entfallen, und die 250 Meter lange A-20-Brücke durch das Travetal müsste nicht höher als die geplanten 20 Meter gebaut werden. Dadurch würde sich der Eingriff in das Travetal ebenso wie die Lärmbeeinträchtigung für die Menschen in Högersdorf und in der Bad Segeberger Südstadt in Grenzen halten.

Der Umweg, den die Dorfbewohner auf ihrem Weg nach Bad Segeberg in Zukunft wohl machen müssen, beträgt laut Arnold Wilken nur wenige hundert Meter. Die Einwohner forderten die Straßenbauverwaltung auf, die Eingriffe in die Natur und die Nachteile für die Menschen in Högersdorf selbst auszugleichen. Sie begrüßten die geplante Naturschutzwand auf der neuen Travetalbrücke der A 20.

Des weiteren wurde bekannt gegeben, dass das Mobilfunkunternehmen O 2 die Ausweitung seines Funknetzes im ländlichen Raum plant. Dazu gehört auch die Errichtung eines neuen Sendemastes am Müssenweg zwischen Rotenhahn und Högersdorf auf einem Grundstück der Gemeinde. Auf der Versammlung informierten Vertreter von O 2 die Bürger über die geplanten Maßnahmen. Der stahlfarbene Mast wird etwa 40 Meter in die Höhe ragen und mehr als 800 Meter von der nächsten Bebauung entfernt sein. "Der Grenzwert für die Strahlung wird so um mehr als 99 Prozent unterschritten", versicherte O 2-Vertreter Heiko Poppeck den Einwohnern. Die Firma hofft darauf, die Sendestation spätestens im Frühjahr 2007 in Betrieb nehmen zu können. Genutzt wird dabei die neue UMTS-Technik. Bürgermeister Arnold Wilken zeigte sich sehr zuversichtlich, was den Abschluss des Mietvertrages über das 200 Quadratmeter große Grundstück angeht. "Es ist im Sinne der Einwohner, wenn der Mast soweit wie möglich von den Häusern entfernt steht", erklärte der Bürgermeister. Gleichzeitig machten er und Oliver Timm von O 2 deutlich, dass das Unternehmen auch auf private Flächen ausweichen könne, wenn die Gemeinde den Vertragsabschluss ablehnte. Damit würde der Mast aber eventuell näher an die Bebauung rücken, und die Mieteinnahmen wären für die öffentliche Kasse verloren.

Am Herzen liegt der Gemeinde auch die Erhaltung des Fuß- und Radweges auf der Trasse der alten B 432, die zum Wirtschaftsweg umgebaut werden soll, ebenso wie der Bau eines Radweges an der Kreisstraße 47 zwischen Högersdorf und Rotenhahn. Beide Strecken dienen den Kindern der Gemeinde als Schulwege nach Bad Segeberg.

Von Anne Brauer, LN

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Lübecker Nachrichten | 30. August 2005

Die Wehr ist nicht nur beim Löschen sehr schnell

Die Högersdorfer Wehr ist nicht nur beim Löschen sehr schnell. Beim kurzen Lauf siegte Thomas Stark vor Björn Heuer.

Fit bleiben und sich fit halten, das müssen auch Feuerwehrleute. Und so liefen 85 Blauröcke beim zweiten Segeberger Feuerwehrlauf um die Wette. Alle zeigten vollen Einsatz und steigerten im Vergleich zum Vorjahr ihre Leistungen.

Bad Segeberg/ Klein Rönnau - "Fit for Fire", unter diesem Motto nahmen am Sonntag Vormittag zwei Frauen und 83 Männer am zweiten Segeberger Feuerwehrlauf teil. "Letztes Jahr haben wir den Lauf ins Leben gerufen. Bis 1986 gab es den so genannten Feuerwehrmarsch um den Großen Segeberger See, aber der glich eher einem Spaziergang", erklärte Kreisgeschäftsführer und Mitorganisator Uwe Fischer. "Fit for Fire" solle nun diese Tradition in sportlicher Manier fortsetzen. Außerdem diene der Lauf auch zum Fitbleiben der Feuerwehrleute. Kommendes Jahr soll eventuell Startgeld erhoben werden, das dann für einen guten Zweck gespendet werden solle.

Der Feuerwehrlauf, eine Kooperation zwischen dem Kreisfeuerwehrverband Segeberg und der Feuerwehr-Unfallkasse Nord, umfasst zwei Strecken. Strecke eins führt um den gesamten See und ist 8,5 Kilometer lang, die zweite Strecke ist 3,5 Kilometer lang. 68 Teilnehmer im Alter von zwölf bis 66 Jahren liefen die lange Strecke, 17 im Alter von elf bis 55 Jahren die kurze. Neben Feuerwehrleuten aus dem Kreis Segeberg waren auch Feuerwehrleute aus Hamburg und dem Nachbarkreis Stormarn gemeldet. Aber auch Andreas Bahr, Sportbeauftragter der Landesfeuerwehr, lief mit um den See.

Nach 28,46 Minuten erreichte Torben Lange (24, Wittenborn) als Erster das Ziel, dicht gefolgt von Lars Bardenhagen (41, Kaltenkirchen) und Alexander Thieler (32, Bühnsdorf). Schon letztes Jahr hatten die drei Feuerwehrmänner die ersten drei Plätze unter sich aufgeteilt. "Dieser Lauf ist eine schöne und entspannte Sache, man ist nicht zu ehrgeizig, sondern genießt das Laufen", beschrieben die drei die Atmosphäre des Laufes. Auch Monika Gebauer (36, Kaltenkirchen) die als 21. durchs Ziel lief, war von der schönen Strecke angetan. "Es hat Spaß gemacht, vor allem haben die Zuschauer auf den Bänken uns angefeuert." Nach 41,03 Minuten erreichte der jüngste Teilnehmer Eric Taube (12, Garbek) das Ziel. Sein zwei Jahre älterer Bruder Frithjof folgte ihm fünf Sekunden später. "Die Berge waren ein wenig anstrengend, aber wir spielen beide Fußball und trainieren auf Ausdauer", sagten die beiden .

Beim kurzen Lauf siegte Thomas Stark (18, Högersdorf) vor Björn Heuer (19, Högersdorf) und Alexander Selck (17, Kisdorf). Sie erhielten ebenso wie die ersten drei Sieger der Strecke eins einen Pokal. Außerdem überreichte Peter Kurt Würzbach, Ehrenbürgermeister Klein Rönnaus, den von ihm gestifteten Wanderpokal an Torben Lange.

Von Silvie Domann, LN

ln-online/lokales vom 30.08.2005

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Segeberger Zeitung | 30. August 2005

Amt Leezen kämpft um seine Existenz

Leezen (ger) 37 Jahre nach der Gründung steht das Amt Leezen vor einer unsicheren Zukunft. Als kleines Amt mit 8 300 Einwohnern droht ihm im Zuge der Verwaltungsreform des Landes eine Fusion oder Zerschlagung. Erste Gedankenspiele kursieren bereits.

Amtsvorsteher Jürgen Hildebrandt-Möller aus Schwissel lud Bürgermeisterkollegen zu einer ersten Runde. "Wir wollen das Amt erhalten", betont er danach. Das gelinge aber wohl nur, wenn sich alle zwölf Gemeinden einig sind.

Daran hegt mancher Zweifel. Der Nordteil des Amtes orientiert sich mehr in Richtung Wahlstedt statt nach Leezen. Und Högersdorf tendiert zum Amt Segeberg-Land, das 2006 mit dem Amt Wensin zum Amt Trave-Land (20 000 Einwohner) fusioniert. Der Ort sei stark ausgerichtet nach Bad Segeberg und den nördlichen Kreis, bekennt Högersdorfs Bürgermeister Arnold Wilken, der auch 2. stellvertretender Amtsvorsteher ist. Das Abwasser fließt in die Kreisstadt, dort liegen Schulen und Kindergärten. Der Stadt wird sich Högersdorf sicherlich nicht anschließen. Aber im neuen Amt Trave-Land kann sich das Dorf möglicherweise wohl fühlen.

Wilken hält vorerst zum Amt Leezen. Seine Gemeinde stehe zum Bestreben, das Amt Leezen zu erhalten, sagt er. Ohne Högersdorf wäre das Ende des Amtes besiegelt. 400 Einwohner gingen verloren. Die Einwohnerschaft im Amt Leezen würde unter die vom Land geforderte Mindestzahl von 8 000 sinken. Mit derzeit 8 300 Einwohnern liegt das Amt Leezen in der Grauzone zwischen 8 000 und 9 000. Das Land wird es eventuell bestehen lassen, aber nur, wenn es wirtschaftlich, sozial und in der Infrastruktur gesund aufgestellt ist.

Das muss das Amt dem Landrat Georg Gorrissen schriftlich übermitteln. Bis Herbst erwartet er die Stellungnahmen aller Kommunen im Kreis. Bis 2007 gewährt das Land Zeit für freiwillige Lösungen. Danach würde es mit eAinem Gesetz eine von ihm entworfene Reform durchsetzen. Rund 20 Beschäftigte arbeiten im Amt Leezen. Fusionspartner könnte das Amt Rickling sein (7 400 EinwohneAr). Andere Ideen gibt es auch, etwa eine Zerschlagung des Amtes. Teile könnten den Ämtern Itzstedt (12 300), Kaltenkirchen-Land (10 400) oder dem neuen Amt Trave-Land zugeschlagen werden.

Der Amtsausschuss Leezen berät darüber vermutlich am Donnerstag, 8. September.

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Lübecker Nachrichten | 21. Februar 2005

Spurensuche nach der dänischen Minderheit: Warum wählten zehn Högersdorfer SSW?

Keiner versteht es, keiner kann es erklären. Ausgerechnet das winzige Högersdorf ist mit 4,7 Prozent Wählerstimmen eine Hochburg des SSW. Der Südschleswigsche Wählerverband ist die Partei der dänischen Minderheit.

Högersdorf - Zugegeben, das ferne Borstel hat mit 6,4 Prozent noch mehr Dänen-Anhänger. Aber den Högersdorfern hätte man nun wirklich nicht zugetraut, dass von 208 Wählern gleich zehn "dänisch" wählen. - Spurensuche in der Dänen-Hochburg im Ostkreis: Bei Durchsicht der Högersdorfer Telefonseite können eigentlich nur zwei Namen "Jönßon" und "Peterssen" als potenziell dänisch gelten. Frau Jönßon erreichen wir, sie weist jeden Verdacht, SSW-Wählerin zu sein, weit von sich.

Bürgermeister Arnold Wilken steht vor einem Rätsel: 4,7 Prozent seiner Einwohner haben für Anke Spoorendonk im fernen Landeshaus gestimmt, die wohl noch nie ihren schönen Fuß ins gleichfalls schöne Högersdorf gesetzt hat. "Wir waren alle überrascht", so Wilken, der fast alle Wähler im Dorf mit Namen - auch den dänischen kennt. Die CDU hat 47,7 Prozent, die SPD 32,2 Prozent - alles im Rahmen. Dass sein Högersdorf Anhänger der dänischen Minderheit beherberge, erfreue ihn sehr. Wilken, der früher selbst SPD-MdL war: "Ich schätze den SSW sehr, vor allem den früheren Landtagsabgeordneten Karl-Otto Meyer, der sprach im Landtag zu jedem Thema." Er sei eigentlich ein Sozialdemokrat durch und durch gewesen.

Spurensuche im Ort: Einige Bürger reagieren etwas verstört, als man sie auf den SSW anspricht. "Ich, nein, ich wähle doch nicht den SSW!" Aber irgendwo müssen die doch stecken! "Das ist schon merkwürdig", Hartmut Marsch, Leiter des Kinderhauses in Högersdorf, kann sich die SSW-Präsenz nicht erklären. Auch bei den "Holsteiner Stuben" in Högersdorf weist man jeden Verdacht von sich. "Ich sag' Ihnen doch nicht, wie ich wähle"!, so die Wirtin. Immerhin, es gibt Dänemark-Fans: Vera Bruhn geht gerade mit Hündin Jenny spazieren: Sie mag Dänemark, fährt regelmäßig dorthin in Urlaub. Und ihre Jenny mag dänischen Höhlenkäse. Kein Problem für Frauchen und Hund, vor dem Ortsschild Högersdorf mit Dannebrog und Käse zu posieren. Und der Stinker-Käse blieb trotz Jennys Interesse ganz.

Ein weiteres Indiz für SSW-Spuren könnte der in Högersdorf besonders gepflegte Volkssport Boßeln sein. Ein seltsamer Sport, bei dem mit Holz- oder Gummikugel geworfen wird. Boßeln ist nicht dänisch, sondern friesisch. Und der SSW vertritt ja auch die Nordfriesen.

Weiter im Dorf: Stefan Turkiewicz (Name ist alter polnischer Hochadel) ist schon vom Namen her unverdächtig. "Der SSW hatte bei uns ja gar keinen Direktkandidaten", sagt er verwundert. Vielleicht hilft ja Dänischlehrerin Ute Schultze weiter: "Ich hätte fast SSW gewählt", bekennt sie. Warum gerade in Högersdorf so doll dänisch gewählt wurde, wisse die studierte Skandinavistik-Expertin auch nicht. "Das würde mich aber sehr interessieren." Sie gebe Kurse in Hamburg und Bad Segeberg und hoffe, dass mit der wachsenden Bedeutung des SSW jetzt Dänisch auch mehr an Schulen unterrichtet werde. "Wir sind doch ziemlich nahe dran an Dänemark." In der Realschule am Seminarweg könnten die Schüler zwischen Dänisch und Französisch als zweite Fremdsprache wählen. "Ist doch toll, nicht?"

Gar nicht wählen darf leider Lil Nielsen. Denn die 18-Jährige ist eine waschechte Dänin aus Rickling. Sie würde vielleicht den SSW wählen. Wichtiger sei ihr aber, dass es in Politik und Gesellschaft nicht um den Kampf aller gegen alle gehe, sondern dass man zusammenarbeite. Vielleicht geht ja von Högersdorf dazu eine dänische Solidaritäts-Bewegung aus. Also: Högersdorfer SSW-Wähler bekennt euch!

Von Wolfgang Glombik , LN

ln-online/lokales vom 22.02.2005 01:00

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Segeberger Zeitung | 10. Februar 2005

B432 von Högersdorf nach Segeberg wird Radweg!

Artikel in der Segeberger Zeitung. Alarm beim Kreis: Kreisfeuerwehrzentrale liegt ab 2010 am Ende einer Sackgasse. Mit Leserbrief von Arnold Wilken.

Kreis Segeberg. Die Führung des Segeberger Kreisfeuerwehrverbandes steht unter Schock. Die große, neue Feuerwehrzentrale mit Schlauchturm, Geräte-Depot, Übungsräumen und ABC-Zug an der Hamburger Straße in Bad Segeberg liegt ab 2010 am Ende einer Sackgasse. Der Grund: Der Bau der A 20 mit Travebrücke und mächtigem Autobahnkreuz an der Kaserne nimmt zu viel Platz ein. Für eine B 432 zwischen Högersdorf und Bad Segeberg bleibt kein Platz. Sie wird ein Radweg.

"Das wäre ein Riesenproblem für uns", stöhnt Willi Studt, Betriebsleiter der Zentrale. Landrat Georg Gorrissen sieht Probleme auch für den Rettungsdienst, dem eine wichtige Durchgangsstraße fehlt.

Am 23. Februar beraten die Spitzen des Kreises. "Wir müssen sehen, was noch zu retten ist", sagt Uwe Fischer, Pressesprecher des Kreisfeuerwehrverbandes. Landrat Gorrissen kündigte schon Widerstand an. "Wir werden massiv dagegen vorgehen." Im Extremfall müsste der Kreis gegen die Planung klagen.

Viel reden wollen die Beteiligten im Kreis Segeberg noch nicht. Sie informieren sich erst einmal. Denn von der Sackgassen-Idee des Straßenbauamtes Lübeck erfuhren sie erst in den letzten Wochen, per Zufall und eher nebenbei in Sitzungen.

Die Sackgasse ist Bestandteil der Planung für die A 20. "Der offizielle Entwurf von 1999 sah den Fortbestand der B 432 noch vor", erinnert Landrat Gorrissen. Dazu gab der Kreis dann auch seine Zustimmung. Doch später änderte das Land seinen Entwurf. Den stellte es groß im Dezember 2003 während einer Einwohnerversammlung in Bad Segeberg vor. Die SZ widmete dem Thema eine ganze Seite mit zwei großen Zeichnungen. Ein Aufschrei blieb damals aus.

Jetzt kommt er vielleicht zu spät. Eine Vorentscheidung ist gefallen. Die Papiere für die Linienbestimmung der A 20, also für die Trassenführung, hat das Straßenbauamt dem Bund als Bauherren Ende 2004 schon übermittelt.

"Wir können keine Rücksicht nehmen auf die Kreisfeuerwehrzentrale", sagt Gerhard Diedrichs, Leiter des Straßenbauamtes. "Die Lage dort ist kompliziert." Die A 20 muss die Trave queren. Außerdem liegt nebenan das neue Autobahnkreuz A 20 / A 21 mit vielen Rampen und Schleifen. Sollte die B 432 erhalten bleiben, "wären sechs Brücken nötig." Den Nachteil für die Wehren hält Diedrichs nicht für groß. "Es geht um einen Kilometer mehr Fahrt."

Entsetzt reagiert Willi Studt, Betriebsleiter der Zentrale. "Drei Viertel unserer 115 Wehren aus dem Kreis kommen aus dem Süden über die B 432 zu uns." Nach jedem Einsatz tauschen sie Schläuche, Atemschutzausrüstung und andere Geräte. Am Wochenende wird ausgebildet. Ganz zu schweigen vom ABC-Zug. Er war erst 2001 von Leezen ins zentral gelegene Bad Segeberg verlegt worden, "damit man von hier aus sternenförmig" ausschwärmen kann, sagt Studt. Landrat Georg Gorrissen sorgt sich auch um den Rettungsdienst. Für einen Notfalleinsatz in Högerdorf müssten die Wagen von Bad Segeberg einen Riesenbogen über Mözen fahren.

Am stärksten träfe die Sackgasse aber die Kreisfeuerwehrzentrale. Ihr Standort an der Hamburger Straße war Anfang der 1990-er Jahre erst nach heftigem politischen Streit gewählt worden.

Die "verkehrsgünstige Lage" gab mit den Ausschlag.

Trotz der Proteste: Die Straßenplaner in Lübeck sind sich keiner Schuld bewusst. Dass sie nach der Anhörung zur Linienbestimmung ihre Pläne änderten, hält Amtsleiter Diedrichs für normal. "Eine Planung lebt immer, ist dynamisch." Im Zentrum stehe die A 20-Planung. "Der Rest ist Beiwerk."

Die neue Diskussion lässt Naturschützer aufhorchen. Würde die B 432 doch noch als Straße wie bislang erhalten, wären sechs Brücken nötig. Das träfe auch das Travegebiet, das ohnehin schon eine A 20-Brücke verkraften muss - obwohl das Gebiet unter Landschaftsschutz steht, den Fledermäusen als Flugstrecke dient, der EU als FFH-Schutzgebiet gemeldet und als Naturschutzgebiet vorgeschlagen ist.

Thomas Falck, Leiter des Naturschutzbehörde beim Kreis, glaubt den Straßenplanern nicht, dass sechs Brücken nötig wären. "Es gibt bestimmt Alternativen. Die A 20 könnte locker über die B 432." Ob die Sackgasse noch zu verhindern ist, prüfen Kreis und Feuerwehr jetzt emsig. "Bislang hat sich der Kreis nicht gemeldet", sagt Straßenbauamtsleiter Gerhard Diedrichs, und wundert sich ein wenig. "Wir planen schon seit 1994." Dennoch gibt er sich noch offen. "Wir werden mit dem Kreis sprechen", und weist auf eine Hintertür. Das Linienbestimmungsverfahren sei nur ein Teil der Planung. "Rechtsverbindlich wird es erst im Planfeststellungsverfahren." Es startet wohl noch in diesem Jahr.

GERRIT SPONHOLZ

Leserbrief | 12.02.2005

Alarm! Feuerwehrzentrale in der Sackgasse. Kreis und Feuerwehr von der Verlegung der Bundesstraße 432 in Höhe der Gemeinde Högersdorf überrascht. Dies ist eine Falschmeldung. Sowohl der Landrat des Kreises Segeberg als auch die Führung des Kreis- Feuerwehrverbandes können die groß angelegten Veröffentlichungen in der Segeberger Zeitung und in den Segeberger Nachrichten im Dezember 2003 nicht übersehen haben.
Seit dem Jahr 2003 hat das Landesstraßenbauamt Lübeck die Planungen zum Linienbestimmungsverfahren des Abschnittes Weede bis Wittenborn den Högersdorfern wiederholt vorgestellt und dabei auch auf die Verlegung der B 432 von Högersdorf in Richtung B 206 /Kaserne hingewiesen. Die von den Straßenbauern gegebene Begründung ist einleuchtend: ein Tunnel unterhalb der Trave für die jetzige B 432 ist von den Kosten her nicht zu verantworten.

Am 28.September 2004 ist in einer Sitzung der regionalen Kooperation Bad Segeberg - Wahlstedt - Umland das Abhängen der B 432 eingehend erörtert worden. Die Leitung des Gespräches hatte der Kreisplaner des Kreises Segeberg.
Der Vertreter der Kreisstadt hat bei dieser Gelegenheit die Vorteile der Verlegung der B 432 westlich der A 21 für die Segeberger dargestellt: die Hamburger Straße wird entlastet, der Schleichverkehr über die Theodor-Storm-Straße in Richtung B 206 entfällt.

Mit freundlichen Grüßen

Arnold Wilken

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Lübecker Nachrichten | 27. Januar 2005

Nine Winderlich aus Högersdorf stellt in Wahlstedts Raiffeisenbank aus

Mit einer Bilderserie zum Diätenwahn präsentiert sich Nine Winderlich aus Högersdorf erstmals im Segeberger Raum der Öffentlichkeit. Die Raiffeisenbank in Wahlstedt zeigt bis zum 22. Februar ihre Arbeiten.

Wahlstedt/Rotenhahn - Überdimensionale Nahaufnahmen in Acryl, liebevoll gestaltete Kleinstkalender mit Grafiken, Postkarten, Kinderbuchillustrationen, Bilderserien: Der ideenreiche Schaffenskreis von Nine Winderlich hat einen großen Durchmesser: "Kreative Vielfalt ist die pure Freude", sagt die 32-Jährige über ihre künstlerische Bandbreite. Mit einer Bilderserie, die den Diätenwahn großformatig auf die Schippe nimmt, geht die Högersdorferin nun erstmals im Segeberger Raum an die Öffentlichkeit.

Bis zum 22. Februar ist die ironische Ausstellung "Leichtsinn" in der Raiffeisenbank in Wahlstedt zu sehen. In fast storyboardartigen Schnitten, die das Motiv im Visier haben, nimmt sie sich des Themas "Lightfood" an, vom Vorbereiten über das Kochen bis zum Verzehr.

"Man macht das Essen immer leichter, macht es immer künstlicher. Menschen orientieren sich dabei an falschen Bildern, ohne sich dem entziehen zu können", sagt Nine Winderlich. "Das, was spannend ist, nämlich die Individualität, bleibt auf der Strecke." Grund genug für die Malerin, Grafikerin und Illustratorin, den Betrachter mit lustvollen Linien und kraftvollen Farben auf eine Reise mitzunehmen und dabei dem Trend des Schlankheitswahns den Spiegel vorzuhalten. Beispielsweise mit dem "Birnenspiel" (ebenfalls in der Raiba zu sehen): knackig rote, gelbe und grüne Früchte neben einem weißen Exemplar mit der Frage, ob der Betrachter wohl gerne in das weiße Obst beißen würde.

Die Künstlerin, die in Damsdorf aufgewachsen ist und nach einer Zeit in Hamburg wieder in den Kreis Segeberg zurückgekommen ist - "das Stadtleben ist mir nicht bekommen" - arbeitet gerne großformatig. Ihre bevorzugten Materialien sind Acrylfarben auf Papier. "Zwei, drei Ausrutscher mit Öl auf Leinwand hatte ich auch", gibt Nine Winderlich zu. Doch Öl braucht länger zum Trocknen. Wenn etwas verändert werden soll, ist Geduld angesagt: "Die habe ich nicht. Wenn ich male, bin ich im Brass und will nicht gehindert werden." Trotzdem macht sie auch Ausflüge auf das Collagen-Terrain, zeichnet mit Kohle oder arbeitet mit anderen Materialien. In ihrem lichtdurchfluteten Atelier in Rotenhahn hängen bereits die ersten Skizzen und Bewegungsstudien für die nächsten Werke. Das Thema: Sport. Sie sollen im Oktober in Neumünster zu sehen sein.

Und rechtzeitig zur Frankfurter Buchmesse ist ein Kinderbuch mit ihren Illustrationen im Entstehen. Bis dahin können Besucher der Raiba sich in der Ausstellung "Leichtsinn" ein Bild von der Künstlerin machen.

Von Heike Hiltrop, LN

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