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Högersdorf, der 29.05.2017 um 19:05 Uhr
Pressespiegel 2006

Segeberger Zeitung | 30. Dezember 2006

Kreuz und Biene im Högersdorfer Wappen

Künstlerin aus dem Ort präsentierte den Bürgern erste Entwürfe

Högersdorf – Die ersten Entwürfe eines Gemeindewappens für Högersdorf sind fertig. Sie wurden am Donnerstag während einer Einwohnerversammlung im Bürgerhaus vorgestellt. Die Bildermacherin Nine Winderlich (34) hatte ihre Vorstellungen zu Papier gebracht. Varianten sollen in einem erneuten Zusammentreffen im März abgewogen werden. Dazu will die Urheberin zusätzliche Anregungen von Bürgern berücksichtigen.

Unter den zunächst vier farbigen Musterzeichnungen aus der Hand der seit 2004 mit eigenem Atelier in Rotenhahn ansässigen Künstlerin wählten sich rund zwei Dutzend Bürgerinnen und Bürger ihre bevorzugten Motive aus. Ein Wappen solle in seiner Gestaltung möglichst klar und dabei einzigartig sein, sich also aus der Fülle anderer deutlich unterscheidbar abheben.

So ähnlich wie einer der ersten Entwürfe von Rotenhahner Künstlerin Nine Winderlich könnte das Wappen von Högersdorf gestaltet werden. Im März sollen überarbeitete Varianten besprochen werden. Foto des

Favorisiert wird der Vorschlag, ein Kreuz als deutlichen Hinweis auf die herausragende Dorfgeschichte mit der einstigen Gründung eines Klosters in Högersdorf prägend ins Zentrum des Wappens aufzunehmen. Zum silbernen Kreuz kommt ein gleichfarbiger Giebel als einfaches Symbol für ein Hausdach und mithin für bebautes Land. Weitere den Ort kennzeichnende Wappeninhalte könnten in Gold zwei stilisierte Flachsblüten oder zwei Bienen sein. Das wären aussagekräftige Zeichen für den landschaftprägenden Flachsanbau oder die hier früher stark vertretende Imkerei und den sprichwörtlichen Handwerksfleiß, so die Interpretation. Immerhin gibt es mit Herbert Gernand heute noch einen aktiven Imker in der Gemeinde.

Als Grundfarbe hatte die Künstlerin Rot gewählt. Aus dem Publikum kam die Anregung, ob nicht stattdessen vielleicht Blau als Sinnbild für Wasser genommen werden könnte. Damit könnte der Bedeutung der nahen Trave für die Gemeinde im Wappen Gewicht beigemessen werden.

Diese Vorschläge will die Künstlerin prüfen. Ihr zur Seite steht der Heraldik-Fachmann Dr. Hennning Höppner.

Die ersten Anschauungsmuster der kreativen und vielseitigen Bildermacherin, die selbst nicht Heraldikerin ist, fußen auf intensiver Lektüre der Ortschronik, Ideenreichtum, grafischen Sachverstand sowie einschlägigen Hinweisen der Heraldikers Höppner.

Über die endgültige Fassung hat später die Gemeinde formell zu beschließen. Dann kann der Wappenentwurf mit Beschreibung zur heraldischen Prüfung durch das Landesarchiv in Schleswig und zur Genehmigung durch das Landesinnenministerium vorgelegt werden.    des

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Lübecker Nachrichten | 20. Dezember 2006

2009 sollen die Bagger rollen: A 20-Dörfer plagen Verkehrssorgen

Högersdorf - Vor den Toren Bad Segebergs entsteht ein gigantisches Autobahnkreuz. Während die Högersdorfer sich Sorgen um Ausweichverkehre machen, möchte Wittenborn die A 20 hier am liebsten enden lassen.

Wenn die Autobahn 20 kommt, wird alles anders: Autofahrer rund um Bad Segeberg werden sich komplett neu orientieren müssen. Vor den Toren der Stadt, in Höhe der Lettow-Vorbeck-Kaserne, wird ein gigantisches Autobahnkreuz entstehen. Ferner sollen die Bundesstraßen 432 und 206 miteinander verschmolzen werden - und das sorgt vor allem in Högersdorf für Zwist mit Kreis und Stadt Bad Segeberg.

Ziel des Landesstraßenbauamtes Lübeck ist es, die B 432 in Richtung Bad Segeberg zu verschwenken. Ab Högersdorf soll die Schnellstraße parallel zur Autobahn 21 verlaufen und kurz vor dem neuen Autobahnkreuz A 21/A 20 in einem Kreisel münden. "In diesem mündet auch die B 206. Beide Straßen sollen hier zur Kreisstraße verschmelzen und weiter in Richtung Bad Segeberg führen", so Gerhard Diedrichs, Leiter des Straßenbauamtes Lübeck, bei einer Einwohnerversammlung in Högersdorf.

Dagegen wehren sich der Kreis und die Stadt Bad Segeberg: Beide wollen, dass die B 432 bleibt, wo und wie sie ist. Das allerdings lehnen die Högersdorfer kategorisch ab: "Wir müssten die Baulast bis zur Grenze Bad Segebergs übernehmen - und das werden wir freiwillig nicht tun", sagt Bürgermeister Arnold Wilken. Ein entsprechender Antrag des Landesstraßenbauamtes an die Gemeinde werde entsprechend postum abgelehnt. Zu hohe Kosten sieht der SPD-Mann auf seine Gemeinde zukommen. Vor allem die 100 Jahre alte Travebrücke ist ein unkalkulierbares finanzielles Risiko. Zwar sei die Brücke erst in den vergangenen Jahren aufwändig saniert worden, unklar ist aber, wie sich die Baulast langfristig entwickeln werde. Schnell könnten Hunderttausende für Reparaturen fällig werden.

Und der Högersdorfer Bürgermeister denkt noch einen Schritt weiter: "Wenn die B 432 nicht zurückgebaut wird, müssten die kompletten A 20-Pläne umgestrickt und im Zuge dessen sechs neue Brücken errichtet werden, um das Nadelöhr von Straßen vernünftig zu leiten", so Wilken. Die Konsequenz: zusätzliche Baukosten von mindestens einer Million Euro. "Ich hoffe, Adas ist unserem Umwelt- und unserem Finanzminister klar", so der Kreistagspolitiker.

Allerdings teilt nicht jeder Högersdorfer diese Meinung: Gastronomie und Gewerbe in der 420-Seelen-Gemeinde fürchten Einbußen: "Uns erreicht doch keine Laufkundschaft mehr", klagen sie und fürchten finanzielle Einbußen von 25 und mehr Prozent, fließt der Ostseeverkehr nicht mehr direkt über die B 432 an Högersdorf vorbei.

Was den Bau der Autobahn 20 betrifft, so werden sich die Högersdorfer auf gigantische Erdbewegungen einstellen müssen: Zwar sichert das Straßenbauamt zu, dass die Geräuschbelastung an der teils 500 Meter entfernten Trasse mit bis zu elf Dezibel weit unterhalb der Grenzwerte liegen wird. Da die A 20 allerdings in einen Trichter gebaut wird, werden die Bauarbeiten umso größer sein. Besonders knifflig wird es am westlichen Travehang: Hier haben die Statiker Torfböden festgestellt - ein großes Problem beim Bau der geplanten 250-Meter langen Brücke. "Vor allem werden wir beim Bau des Autobahnkreuzes A 21/A 20 große Bodenmengen übrig haben, die wir zur Verwallung als Emissionsschutz für die Bad Segeberger Südstadt nutzen werden", sagte Diedrichs.

Von Bastian Modrow, LN

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Lübecker Nachrichten | 19. Mai 2006

Die neuen Schlagadern

Högersdorfs Bürgermeister Arnold Wilken informierte sich über A 20-Pläne

Das Planfeststellungsverfahren für den A-20-Bau bei Bad Segeberg soll noch in diesem Jahr starten. Dann wird vermutlich schon 2009 zuerst die neue B-432-Strecke ab Högersdorf gebaut.

VON WOLFGANG GLOMBIK

Bad Segeberg – Alles wird anders. Die Revolution im Straßenverkehr rund um Bad Segeberg beginnt eigentlich schon in der zweiten Hälfte dieses Jahres. Dann soll nach Auskunft der Straßenbaubehörde das Planfeststellungsverfahren für die A 20 hier starten. Eine den Bad Segebergern sehr wichtige Angelegenheit soll aber noch außen vor bleiben: Nach LN-Recherchen wäre es viel zu teuer geworden und aufwändig, die vorgesehene Offenhaltung der alten B 432 zwischen Högersdorf und Bad Segeberg jetzt noch schnell in die Planungsunterlagen einzuarbeiten. Ein Trick hilft da weiter: Die Offenhaltung der Straße könnte nach entsprechenden Einwändungen im Planfeststellungsverfahren nachträglich in die Planung aufgenommen werden, erfuhren die LN.

Wie sich die Verkehrslage nach dem Bau der A 20 zum Beispiel bei Högersdorf darstellen wird, erläuterte Bürgermeister Arnold Wilken den LN. Sicher ist, dass die neue Verbindungsstraße zwischen der B 432 und der jetzigen B 206 westlich am Autobahnkreuz vorbei vermutlich 2009 als erstes Straßenbauprojekt angepackt werden dürfte. Kürzlich informierte sich der Högersdorfer Gemeindechef zusammen mit Gemeindevertreter Ulrich Jordan im Verkehrsministerium. So wird der Verkehr nach der A-20-Fertigstellung aus Richtung Hamburg kommend auf Höhe der jetzigen Auffahrt zur A 21 Richtung Nordwesten verschwenkt. Der Anschluss Bad Segeberg-Süd wird verschwinden. An einer neuen Kreuzung Höhe der Ortschaft Högersdorf (siehe Zeichnung) kann der Autofahrer links abbiegen und gelangt über die Kreisstraße K 47 nach Rotenhahn. Hier ist auch ein Radweg als Verbindung geplant. Geradeaus fährt der Autofahrer von der Kreuzung auf der neuen Bundesstraße parallel zur A 21 und am Autobahnkreuz vorbei auf die jetzige B 206 zu. Fast auf Höhe des Geländes der Lettow-Vorbeck-Kaserne treffen sich dann im Kreisverkehr die Verkehrsströme von neuer B 432 und B 206. Das wird die Hauptschlagader des Verkehrs zwischen Bad Segeberg in Richtung Süden werden.

Nur wer den Schleichweg Richtung Südstadt fahren möchte, muss an der Kreuzung Höhe Högersdorf rechts abbiegen und fährt im Bogen unter der jetzt schon bestehenden A-21-Brücke durch und gelangt auf die dannn „alte“ B-432-Trasse. Bei der neuen A-20-Travebrücke muss der Autofahrer von und nach Bad Segeberg in scharfen Kurven die riesigen Brücken-Widerlager eng passieren. Dort gibt es dann nur noch 5,50 Meter Straßenbreite – ein extremes Nadelöhr. Folgerichtig wird diese Straße für den Lkw-Verkehr ab 7,5 Tonnen verboten sein.

Bürgermeister Arnold Wilken studiert die Pläne der A 20 rund um Högersdorf. Er hofft für seine Gemeinde auf guten Lärmschutz an der riesigen Travebrücke.
Fotos: GLOMBIK

Bürgermeister Wilken stellte klar, dass seine Gemeinde die Offenhaltung der alten B 432 nicht gewollt habe. Angesichts der Belastung durch die A 20 im Travetal hätte man auf sie verzichten können. Immerhin werde bei den Lärmschutzmaßnahmen an der A-20-Brücke viel dafür getan, das sensible Travetal – ein Flora-Fauna-Habitat-Gebiet – zu schützen. Und davon profitieren ja auch die Högersdorfer. Im Bereich der Trave-Niederung seien diverse Ausgleichsmaßnahmen geplant, erläuterte Wilken. „Das hört sich für die Högersdorfer Bürger ganz gut an.“

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Lübecker Nachrichten | 19. Mai 2006

Wer zahlt die Zeche für die alte B 432?


Bad Segeberg - Die Stadt pfeift finanziell aus dem letzten Loch. Für die Unterhaltung neuer Straßen ist kein Geld da. Nun haben sich die Bad Segeberger aber vehement dafür eingesetzt, dass die Trasse der Bundesstraße 432 zwischen Högersdorf und der Südstadt - anders als ursprünglich vorgesehen - zumindest für den Pkw-Verkehr offen bleibt. Dabei wird im Zuge des A-20-Baues eine neue Anbindung eingerichtet, die den Verkehr aus Hamburg westlich am geplanten Autobahnkreuz vorbeiführt und die Verbindung zur jetzigen B 206 herstellt. Dass die alte Trasse trotzdem offen bleibt und als 5,50 Meter breites Nadelöhr an dem riesigen Widerlager der neuen A-20-Travebrücke vorbeigeführt wird, haben Bad Segeberg und Möbel-Kraft vor allem Minister Dieter Austermann zu verdanken, der trotz der Bedenken in seiner Straßenbauverwaltung das durchgesetzt hat.

Doch jetzt geht es darum, wer die "Zeche" bezahlt. Wer trägt die "Baulast" für die Ex-Bundesstraße? Wer ist für die Unterhaltung und die Asphaltierung des rund zwei Kilometer langen Straßenstückes zuständig? Alles duckt sich weg. Auch Bad Segebergs Stadtväter. Die SPD warnte in der vergangenen Stadtvertretersitzung davor, die Baulast für die etwa 100 Jahre alte Travebrücke an der jetzigen B 432 zu übernehmen. Die ist zwar erst in den vergangenen Jahren aufwändig saniert worden - aber "wenn hier Reparaturarbeiten anfallen, könnte das die Stadt möglicherweise Millionen kosten", so SPD-Fraktionschef Joachim Wilken-Kebeck.

Auch Bad Segebergs Bürgermeister Hans-Joachim Hampel (CDU) erklärte in der Sitzung, dass es "ausgeschlossen" sei, dass die Stadt die Baulast für die ganze Strecke bis hin auf Högersdorfer Gemeindegebiet übernehme. Die Offenhaltung dieser Straße sei aber "ein gutes Angebot für die Bürger und die Betriebe an der Hamburger Straße". Auf ihrem Gebiet würde die Stadt deshalb die Unterhaltung der Straße tragen. Für die Brücke und den Rest der Straße müsse der Kreis aufkommen, wurde von den Politikern gefordert. Die hätten ja schließlich auch dafür getrommelt, dass die Verbindung erhalten bleibt.

Der Verkehr wird auch nach dem Bau der A 20 über die alte Travebrücke rollen. Nun gibt es Streit darüber, wer später die Baulastkosten trägt.

Doch der Leiter des Kreis-Tiefbauamtes, Jürgen Ehlers, stellte auf LN-Nachfrage klar: "Wir werden uns mit Händen und Füßen dagegen wehren, dass wir für diese Straße Baulast-Träger werden." Schließlich würde sie zu einer "innerörtlichen Straße" herabgestuft und habe dann "nie und nimmer die Funktion einer Kreisstraße", betonte der Leiter des Tiefbauamtes.

Wer nun letztendlich für die Unterhaltung der Straße blechen muss, entscheiden die Landesbehörden. Ehlers: "Die müssen den Knoten durchschlagen." Hier gelte die Regel, "wer die Musik bestellt, muss sie auch bezahlen". Und das seien nun mal die Kommunen. So müsste Bad Segeberg die Baulast auf seinem Gelände und Högersdorf den Teil auf seinem Terrain übernehmen. Die Unterhaltung der kostspieligen Brücke könnten sich die beiden dann ja teilen.

"Kommt gar nicht in Frage", winkt da Bürgermeister Arnold Wilken aus Högersdorf ab. Er denke nicht daran, die Baulast für eine Straße zu übernehmen, die seine Gemeinde gar nicht wünsche. Diese Kosten müssten sich wohl Kreis und Stadt alleine teilen. Schließlich habe ja, so Wilken, auch Segebergs Landrat Georg Gorrissen mächtig Druck gemacht, dass die Straße als Durchgangsstrecke erhalten bleibe. Und wer die Musik bestellt . . .

Von Wolfgang Glombik , LN

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Segeberger Zeitung | April 2006

10 Fragen an Arnold Wilken

Wofür werden Sie schwach?
Für einen Lammbraten in Rotwein zubereitet werde ich schwach.

Was bringt Sie zur Weißglut?
Heuchelnde Pharisäer.

Wie vertreiben Sie schlechte Laune?
Ich wende mich meinen Schafen oder der Natur zu.

Was ist Ihr Geheimtipp für Besucher von Bad Segeberg und Umgebung?
Die gehobene Qualität der Restaurants in den Dörfern und der Segeberger Forst.

Was fehlt Ihnen in Bad Segeberg?
Wirtschaftsfreundliche Ansiedlungs- und Standortpolitik.

Welches Buch lesen Sie gerade?
Wachstum, ein Irrtum von Johannes M. Waidfeld.

Welchen Traum möchten Sie sich noch erfüllen?
Ich bin Realist. Wünsche habe ich viele.

Welchen guten Vorsatz haben Sie zuletzt gebrochen?
Das Übergewicht zu reduzieren.

Welchen Fehler müssen Sie noch ausbügeln?
Ich muss noch gelassener sein.

Wer würden Sie für einen Tag gern mal sein?
Ich möchte nicht aus meiner Haut.

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Segeberger Zeitung | 7. Januar 2006

Super für Kinder

Kreis Segeberg - Neue Kinder braucht das Land - das gilt auch für den Kreis Segeberg. Was wird dem Nachwuchs geboten, wie sind die Orte auf ihn eingestellt? Das versuchte die Segeberger Zeitung herauszufinden. Unter den 26 kleinsten Dörfern im Kreis kristallisierte Högersdorf sich als kinderfreundlichste Gemeinde heraus.

Von Kathrin Bühring

In dem Ort vor den Toren Bad Segebergs gibt es zwar weder Sportverein noch große Anlagen, dafür einen Dorfmittelpunkt mit Fußballtoren und einen kleinen Spielplatz, direkt daneben ein kombiniertes Bürger- und Feuerwehrhaus, das auch Kindertreffpunkt und Jugendraum beherbergt. Die Jugendarbeit im Ort wird vom Kreisjugendring unterstützt. Zwei junge Leute leiten selbst Gruppen.

Timo Rohlf (links) und Max Grönke spielen gerne auf dem kleinen Spielplatz im Dorfmittelpunkt. In der Nähe ein großes Baumhaus zu bauen ist ihr Wunschtraum. Fotos (2) bhg

In der Gemeinde gibt es zwei Gaststätten sowie eine kleine Badestelle an der Trave, und der Bücherbus kommt.

Kindertagesstätten und Grundschule sowie Einkaufsmöglichkeiten und Ärzte sind in fünf Minuten in Bad Segeberg zu erreichen. Ein Radweg führt vom Ortsteil Rotenhahn und von Högersdorf nach Bad Segeberg, allerdings verbindet kein Radweg die beiden Ortsteile miteinander; er ist aber in Planung.

In Rotenhahn gibt es günstiges Bauland. 37 Euro kostet der teilerschlossene Quadratmeter für Familien, die dort wohnen und Kleingewerbe betreiben wollen.

Das ist dem neunjährigen Timo Rohlf noch ziemlich egal. Der Junge mit dem strubbeligem Haar und in Gummistiefeln fühlt sich sicher. Autos spielen in dem Sackgassendorf eine Nebenrolle, hinter dem Ortsschild von Högersdorf ist Tempo 30 angesagt. Am Spielplatz in der Dorfmitte vorm Bürgermeisterhaus trifft Timo sich mit Max Grönke, Marcel Dümmel (beide 10) und Ole Schumacher (8).

Etwas Schaukeln, Raufen und Bolzen, dann laufen die Jungen zur wenige Schritte entfernten Trave. Im knietiefen Wasser können die Lütten im Sommer auch baden und im Herbst Schiffchen schwimmen lassen, Fische und Frösche beobachten. Auf den Steinen im Wasser zu balancieren macht auch Michele Walther (11) und ihrer Schwester Mirjam (9) viel Freude.

Am Nachmittag wartet Maike Tegen (17) auf die kleinen Högersdorfer. Im Bürgerhaus betreut die junge Frau einmal pro Woche den Kindertreffpunkt für Kindergarten- und Grundschulkinder. Mal ist Kino angesagt, ein anderes Mal wird Pizza gebacken, einer Wasserbombenschlacht ausgefochten oder Verstecken gespielt. "Was wollt ihr denn das nächste Mal machen?" fragt Maike die über zwanzig kleinen Gäste. "Eine Schatzsuche, eine Schatzsuche!" schreien alle begeistert, als wäre es das erste Mal. Maike Teegen hat einen Jugendgruppenleiterschein (JuleiCa, siehe Artikel rechts) in der Jugendbildungsstätte Mühle in Bad Segeberg absolviert. Ihn finanzierte - bis auf einen kleinen Eigenanteil - die Gemeinde.

Auch Annika Last (17) ließ sich ausbilden und ist jetzt für eine Jugendgruppe zuständig. Sie hat im Bürgerhaus einen Raum als Treffpunkt eingerichtet, Unterstützung gibt der Mitarbeiter des Kreisjugendrings, Diplompädagoge Tobias Brinckmann (28) aus Eutin, im Rahmen der "Jugendarbeit auf dem Lande".

Verbesserungsvorschläge haben die Lütten natürlich, auch wenn sie auf ihr Högersdorf nichts kommen lassen. "Wir wollen auf einer Koppel eine Baumhöhle bauen dürfen", forderte Timo Rohlf. In der Trave angeln möchte Ole Schumacher. "Der Spielplatz ist gut, aber wir brauchen neue Netze für die Fußballtore", sagt Marcel Dümmel selbstbewusst.

Für viele Kontakte unter den Generationen sorgt der Vogelschießverein unter dem Vorsitz von Andrea Pasberg. Vogelschießen, Fasching und Bowling, Kanutour, Zelten für Eltern und Kinder in Wittenborn und das Weihnachtsbasteln gehören zum Angebot.

"Für Kinder ist es hier wirklich super", fasst Maike Teegen zusammen. "Wenn ich studiere, werde ich wohl weggehen müssen. Vielleicht komme ich, wenn ich Kinder habe, wieder zurück. Wer weiß?"

"Kinder und Jugendliche sind das Allerwichtigste, stehen an allererster Stelle. Wir müssen überall, wo wir nur können, finanzielle Mittel für weitere Rad- und Gehwege und Jugendarbeit aufbringen." Högersdorfer Bürgermeister Arnold Wilken, drei Kinder, vier Enkelkinder.

Kinderfreundliches Högersdorf: Maike Teegen übt ein Theaterstück mit den Kleinen aus ihrem Heimatdorf ein. Foto bhg




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Segeberger Zeitung | 5. Januar 2006

Hans Erich Greve †

Högersdorf - Der frühere Högersdorfer Bürgermeister Hans Erich Greve ist tot. Am 13. September hatte er noch seien 90. Geburtstag begehen können., schon gekennzeichnet von schwerer Krankheit. 1951 war Greve, Landwirt von Beruf, als Mitglied im Wegeausschuss in die Kommunalpolitik eingetreten. Acht Jahre später wurde der CDU-Mann erstmals in die Gemeindevertretung gewählt. Ihr gehörte er bis 1981 an, die letzten drei Jahre als Bürgermeister. In seiner Amtszeit wurde das Bürgerhaus geplant und gebaut. Alle Rotenhahner und Högersdorfer hätten großen Respekt vor Greves Leistungen im öffentlichen Leben, sagte Bürgermeister Arnold Wilken. Nicht nur als Kommunalpolitiker, auch als Naturschützer und Jagdpächter habe sein Vor-Vorgänger sich verdient gemacht. Mit seiner ausgleichenden Art habe Greve Einfluss und Erfolg gehabt. Der Verstorbene wird am Montag, 9. Januar, um 13 Uhr von der Marienkirche in Bad Segeberg aus beigesetzt. stö.

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