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Högersdorf, der 29.05.2017 um 19:01 Uhr
Pressespiegel 2007

Segeberger Zeitung | 02. November 2007

Navis sollen im Streit um Elternbeiträge für Schülertickets die Distanzen ermitteln

Leezen/Högersdorf - Immer skurrilere Formen nimmt die Diskussion über die Elternbeteiligung an den Kosten für die Schülerbeförderung an. Laut Kreissatzung sollen seit gestern die Eltern mindestens 30 Prozent der Kosten tragen. Doch viele Schulträger haben die individuellen Bescheide noch gar nicht errechnet. Zugleich gibt es Gemeinden, die die Fahrschüler-Eltern entlasten und deren Teil tragen.

Der Schulausschuss des Amtes Leezen geht einen anderen Weg. Er empfahl dem Amtsausschuss, den Elternanteil für alle Fahrschüler zu übernehmen, die das Schulzentrum Leezen besuchen. Auch für jene, die von außerhalb des Amtes kommen. Das soll, so Ausschussvorsitzender Gert Petzold, die Attraktivität der Leezener Schulen erhöhen. Schüler, die Schulen andernorts besuchen, seien ausgenommen. Kurios entwickelt sich der Fall in Högersdorf. Die Gemeinde bei Bad Segeberg gehört zwar zum Amt Leezen. Doch die meisten Schüler des Dorfes zieht es in die Stadt. Dort stehen viele weiterführende Schulen.

Aber nur, falls sie weiter als vier Kilometer von Högersdorf entfernt liegen, gibt es auch 70 Prozent Zuschuss für die Eltern von Kreis und Schulträger. Für die Gymnasien im Stadtzentrum trifft dies zu, für die Haupt- und Realschule im Schulzentrum in der Südstadt nicht. Es fehlen wenige Meter. Den Berechnungen misstraut Högersdorf. Sie beruhen auf Geodaten des Kreises, sagt Bürgermeister Arnold Wilken. Die Gemeindevertretung beauftragte aus ihren Reihen Wilfried Bausch, mit seinem privaten Navigationsgerät die Strecken nachzumessen.

ger/Segeberger Zeitung

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Pressemitteilung der Polizei | 20. April 2007

Verfolgungsfahrt mit der Polizei

POL-SE: Wahlstedt/ Högersdorf - 19-Jähriger "leiht" sich den Wagen seiner Mutter und liefert sich Verfolgungsfahrt mit der Polizei.

20.04.2007 - 12:28 Uhr, Polizeidirektion Bad Segeberg

Wahlstedt/ Högersdorf (ots) - Ein 19-jähriger Segeberger hat in der vergangenen Nacht die Polizei im Kreis Segeberg in Atem gehalten.

Gegen 21 Uhr teilte die Mutter des jungen Mannes mit, dass dieser in einem unbeobachteten Moment die Fahrzeugschlüssel ihres PKW VW an sich genommen hat und mit ihrem Wagen los gefahren sei. Eine sofort eingeleitete Fahndung verlief zunächst negativ.

Gegen 22.35 Uhr wurde die Polizei alarmiert, da im Bereich Föhrden-Barl ein PKW VW sich angeblich ein Autorennen mit einem PKW Opel liefern soll, das angegebene Kennzeichen traf auf den in Wahlstedt abhanden gekommenen Wagen zu.

Auf der Anfahrt kam den Funkstreifenwagenbesatzungen im Bereich Wittenborn das Fahrzeug entgegen, die Beamten nahmen daraufhin die Verfolgung auf.

Der Fahrer lenkte den Wagen weiter in Richtung Högersdorf und hängte den Streifenwagen vorübergehend ab. Am Ende eines abgelegenen Feldweges im Bereich Klosterhof bemerkte eine Funkstreifenwagenbesatzung gegen 23.15 Uhr dann den gesuchten PKW. Das Fahrzeug fuhr zunächst rückwärts und wollte dann am Streifenwagen vorbeifahren. Aufgrund der Enge des Feldweges streifte der Fahrer mit seinem Wagen den PKW Vito der Beamten. Kurze Zeit später wurde der VW Golf verunfallt in der Nähe aufgefunden. Offenbar war der Fahrer mit überhöhter Geschwindigkeit im Bereich einer Rechtskurve nach links von der Fahrbahn abgekommen, gegen einen Knickwall geprallt und schließlich entgegen der Fahrtrichtung zum Stillstand gekommen.

Der Fahrer hatte sich aus dem Fahrzeug befreit und war zu Fuß geflüchtet. Auf seiner Flucht hatte er dann vermutlich ein Buschfeuer gelegt, um seine Verfolger abzulenken. Das Feuer wurde von den Freiwilligen Feuerwehren Högersdorf und Mözen gelöscht.

Trotz einer eingeleiteten Großfahndung blieb der mutmaßliche Fahrer des PKW VW Golf zunächst verschollen. Gegen 02 Uhr gelang es Beamten des Zivilen Streifenkommando, den 19-Jährigen an seiner Wohnanschrift festzunehmen. Der junge Mann ist der Polizei einschlägig bekannt, er stand unter Alkoholeinfluss.

Eine Atemalkoholprüfung ergab einen Wert von 1,23 Promille, so dass dem Segeberger eine Blutprobe entnommen wurde, einen Führerschein besitzt er nicht.

Aus gefahrenabwehrrechtlichen Gründen verbrachte der Fahrer die Nacht in der Ausnüchterungszelle der Polizei, die er erst am Freitagmorgen wieder verlassen durfte.

Der entstandene Sachschaden an dem Streifenwagen wird auf etwa 4000 Euro geschätzt, der Schaden an dem PKW VW auf etwa 1000.

Insgesamt waren 11 Funkstreifenwagenbesatzungen aus dem Kreis Segeberg und Steinburg an diesem Polizeieinsatz beteiligt.

Glücklicherweise wurde niemand verletzt, der 19-Jährige wird sich wegen des Verdachts der Unbefugten Ingebrauchnahme eines Fahrzeugs, des Haus- und Familiendiebstahls, der Gefährdung des Straßenverkehrs, der Verkehrsunfallflucht sowie des Verdachts der Brandstiftung verantworten müssen.

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Lübecker Nachrichten | 23. März 2007

Högersdorf ist stolz auf sein neues Wappen

Högersdorf - Nun haben auch die Högersdorfer ein Wappen. Die Gemeindevertreter konnten zwischen drei Entwürfen wählen und entschieden sich für das Kreuz, das Dach und zwei Bienen auf blauem Grund. Jetzt stehen im Amt Leezen nur noch Kükels und Fredesdorf ohne Wappen da.

Nach einer Einwohnerversammlung hatte sich die Künstlerin Nine Winderlich noch einmal an den Schreibtisch gesetzt und die Vorschläge der Högersdorfer umgesetzt. Ein Kreuz als Zeichen für die älteste Kirchengründung und das Dach als Symbol für bewohnten Raum auf rotem Grund war die Ursprungsversion. Links und rechts neben dem Kreuz schweben zwei Bienen. Im zweiten Entwurf ist der Hindergrund blau - Nine Winderlich hatte hier den Vorschlag aus der Dorfgemeinschaft, die Trave in das Wappen aufzunehmen, aufgenommen.

Die Gemeindevertretung wählte zwischen drei Versionen. Bürgermeister Arnold Wilken (68) gefällt der Entwurf der Malerin Nine Winderlich (35). Foto MATERNE

Der dritte Vorschlag war eine völlig neue Version und geht ebenfalls auf einen Hinweis aus der Bevölkerung zurück, dass Högersdorf einmal ein Runddorf gewesen sei. Im Wappen-Entwurf schlägt sich dieses Merkmal nieder als grüner Kreis auf gelbem Grund und einer Biene in der Mitte.

Die Biene zieht sich durch alle Entwürfe, denn die Imkerei hat eine lange Tradition im dem kleinen Dorf. "1872 kamen aus Högersdorf entscheidende Impulse für die Gründung des Bad Segeberger Imkervereins", beschrieb Herbert Gernandt, Vorsitzender des Bad Segeberger Imkervereins. Vier Högersdorfer waren vor über 100 Jahren Gründungsmitglieder des Vereins gewesen. Auch heute noch gibt es zwei Imker im Dorf. Gernandt ist einer davon. Er ist begeistert davon, dass die Biene ihren Platz auf dem Wappen bekommt. Nur die Optik der Biene stört ihn noch: "Die sieht ein wenig wie eine Schwebfliege aus." Und auch Nine Winderlich will an der Figur der Biene noch etwas feilen.

Am Ende war die Entscheidung über das Wappen eindeutig: Nur ein Vertreter votierte für die rote Version. Alle anderen favorisierten das Wappen in Blau.

Finanziell wurde den Högersdorfern unter die Arme gegriffen: 1000 Euro erhielt die Gemeinde von der Sparkasse Südholstein für die Verwirklichung des Wappens. 1500 Euro hat das Dorf im Haushalt selbst für das Wappen bereit gestellt. Davon sollen jetzt - nach dem Geldgeschenk der Sparkasse - 300 Euro an den Imkerverein überwiesen werden für die Nachwuchsförderung. Und noch eine Entscheidung traf die Gemeindevertretung: Der Segeberger Imkerverein genießt in Högersdorf nun den Status eines dorfeigenen Vereins. Das heißt, die Imker dürfen das Bürgerhaus künftig kostenlos für ihre Versammlungen nutzen.

Von Nadine Materne, LN

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Lübecker Nachrichten | 13. Februar 2007

Aus Kiel gibt es kaum noch Geld für die Dörfer

Allein die Schulreform sorgt noch für Landeszuschüsse größerer Art

VON LOTHAR KULLACK

LEEZEN - Hier ein Landestopf, dort ein Förderfonds - es gab Zeiten, da wurde kräftig in die Kommunen investiert. Bürgermeister, die geschickt waren, bekamen mit einem verschwindend geringen Eigenanteil die herrlichsten Vorhaben finanziert. Man fuhr über Straßen, die kein einziges Schlagloch aufwiesen, und die Dörfer blitzten und blinkten. Lang, lang ist's her - die Landesregierung investiert kaum noch in die Gemeinden: "Eher holt sich das Land Geld von den Kommunen, so viel es nur bekommen kann", sagt Karsten Braker, Kämmerer des Amtes Leezen.

Die LN trafen sich mit dem Kämmerer, um einmal darzustellen, wo im Amtsbereich überhaupt noch aus Landesmitteln gefördert wird. Die einzig wirklich rühmliche Ausnahme größeren Ausmaßes ist - analog zum neuen Schulgesetz - der kommunale Schulbaufonds des Landes. Hier dürfte auch Leezen profitieren, wenn man die bisherige Grund- und Hauptschule in was auch immer umbaut. Kämmerer Braker: "Die Investitionshöhe hängt noch stark davon ab, für welche Schulform unter welchen Bedingungen sich der Amtsausschuss entscheiden wird." Seit Wochen berät ein neu formierter Arbeitskreis. Der Amtsausschuss tagt das nächste Mal am 15. März.

Der Kämmerer und ein Bürgermeister, der noch weiß, wo Geld zu holen ist: Karsten Braker (links) und Arnold Wilken (Högersdorf). Foto: DOMANN

Ansonsten gibt's kaum noch Geld aus Kiel für Vorhaben in den Dörfern. Da bleibt noch die Feuerschutzsteuer, aus der ausschließlich Neufahrzeuge für die Wehren bezuschusst werden. Zuletzt war das in Högersdorf der Fall, wohl noch dieses Jahr folgt Wittenborn, das sich ein neues LF 8 zulegen will. Kostenrahmen: Zirka 100 000 Euro. Entscheidet eine Wehr sich für ein gebrauchtes Fahrzeug, gibt's aus Kiel keinen Cent.

Überhaupt Högersdorf: Schlitzohrig muss man sein, wie Högersdorfs Bürgermeister Arnold Wilken. Der hat dafür gesorgt, dass seine Gemeinde zu "Holsteins Herz" stieß, und deshalb bekommt die Kommune beim Bau ihres Radweges von Rotenhahn nach Högersdorf demnächst die Hälfte der Baukosten von 50 000 Euro über die europaweite Aktion Leader + finanziert. Karsten Braker: "Auch aus dem Verein Naherholung Hamburger Randgebiet lässt sich noch der eine oder andere Euro schöpfen." Mal für eine kommunale Badestelle, doch auch eine Brücke über die Trave wurde schon aus diesem Topf finanziert.

Kaum Geld hingegen hat der Zweckverband für den Wegebau: Waren es früher Millionenbeträge, die dafür sorgten, dass auch die kürzesten Wirtschaftswege in den kleinsten Gemeinden in Ordnung waren, so hat der Verband in diesem Jahr gerade mal 180 000 Euro für alle 96 Gemeinden des Kreises Segeberg übrig. Klar, dass dieses Geld nicht einmal für die nötigsten Reparaturen ausreicht. Ein Beispiel dafür, wie das Land den Kommunen Geld aus der Tasche zieht, ist der so genannte "Wassergroschen". Der war 'mal für die Sanierung der Wasser- und Abwasseranlagen gedacht. Aus dem "Groschen" sind längst elf Cent geworden, und für den eigentlichen Zweck werden nur noch 25 Prozent ausgegeben - das Gros versickert irgendwo im Landeshaushalt.

Trick zwei aus Kiel: Bisher zahlten die Gemeinden 700 Euro pro Kind und Jahr als Schulkostenbeitrag ans Land, wenn ein Kind in eine andere Kommune zur Schule fuhr. Dieser Betrag wurde per 1. Januar 2007 als "Investitionskostenzuschuss" gleich um 125 Euro erhöht. Braker: "Da wird den Gemeinden mehr genommen als gegeben; denn dieses Geld zahlen auch solche Gemeinden, für deren Kinder aktuell überhaupt keine Ausbauten oder Renovierungen nötig sind."

Der größte "Trick" des Landes aber ist, dass man sich für 2007 unter lautstarkem Protest des Gemeindetages und des Städtebundes zehn Prozent mehr vom kommunalen Finanzausgleich schnappte als zuvor - in absoluten Zahlen machte das mal eben 125 Millionen Euro aus. Auch wenn Braker sich sicher ist, dass sich das Land für 2007 ähnlich verhalten dürfte, sieht der Amtskämmerer Licht am Horizont: "Die Einnahmen aus der Einkommensteuer sind mancherorts um fast zehn Prozent gestiegen. Irgendwann wird sich das in naher Zukunft auf die Schlüsselzuweisungen auswirken."

Von Lothar Kullack , LN

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