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Högersdorf, der 29.05.2017 um 19:02 Uhr
Pressespiegel 2008

Lübecker Nachrichten | 29. September 2008

Eltern und Kinder haben gewonnen: Kreis lenkt ein

Bad Segeberg – Ihre Proteste hatten vorerst Erfolg: In den kommenden Monaten dürfen die Kinder von Christiansfelde weiterhin kostenlos mit dem Schulbus fahren. Das Gleiche gilt auch für die Schulkinder im Bad Segeberger Umland.


Eltern und Kinder aus dem Wohngebiet Christiansfelde protestierten gegen kostenpflichtige Schulbusfahrten. Bislang wurden die Kinder umsonst und sicher zur Grundschule transportiert. Foto: GLOMBIK

Die Eltern in Bad Segeberg und Umgebung haben im Schulbusstreit einen Etappensieg errungen. Der Kreis hat sich damit einverstanden erklärt, dass im Bereich des Schulverbandes Bad Segeberg und der Stadt Bad Segeberg Art und Umfang der Schülerbeförderung wie bisher aufrecht erhalten wird, teilte er gestern in einer Pressemitteilung mit. Damit dürfte bis zum Halbjahreswechsel im Januar 2009 alles beim Alten bleiben. Die Kinder aus den Umlandgemeinden dürfen weiterhin kostenlos den Schulbus in die Stadt benutzen, egal wie weit ihr Wohnort von der Schule entfernt liegt. Auch die Eltern im Wohngebiet Christiansfelde können erst einmal aufatmen. Ihre Kinder werden auch in den kommenden Monaten kostenlos zur Franz-Claudius-Schule transportiert. Diese Regelung soll längstens bis zur Änderung der Schülerbeförderungs-Satzung gelten, die beim Kreis gerade überarbeitet wird. Wie mehrfach berichtet, hatte es große Elternproteste aus Högersdorf und Bad Segeberg gegeben. Ihre Kinder hätten schon ab Oktober für Buskarten bezahlen müssen.Vorher hatte man es jahrelang durchgehen lassen, dass alle Schulbusfahrten in Kreisstadt und Umland umsonst waren. Rüdiger Jankowski von der Kreisverwaltung erklärte auf LN-Nachfrage, dass der Schulverband Bad Segeberg das Einlenken begrüßt habe. Dieser werde die Eltern informieren. Es bleibe bei der gewohnten Regelung bis der Kreis seine Satzung geändert habe. Jankowski schätzte, dass sich der Kreistag in der Dezembersitzung damit beschäftigen werde. Ein Umdenken bei den Politikern habe esnach der Sitzung des Kreisbildungsausschusses in Bad Bramstedt (die LN berichteten) gegeben. Dort hatten Bad Segeberger Eltern ihre Sorgen vorgetragen. Nach fraktionsinternem Austausch sei dann das positive Signal von der CDU gekommen. Grüne und SPD hatten sich ohnehin schon dafür ausgesprochen, bis zur Neuordnung der Schülerbeförderung alles beim Alten zu lassen.

Von Wolfgang Glombik

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Segeberger Zeitung | 12. September 2008

SPD rät: Kosten für Schulbus widersprechen

Bisher fuhren die Kinder aus fünf Segeberger Umlandgemeinden kostenlos zur Schule. Nun müssen sie zahlen – Grund ist eine etwas verworrene Satzung des Kreises.

Bad Segeberg – Die SPD-Fraktion im Segeberger Kreistag fordert die betroffenen Eltern auf, gegen die Bescheide zu den Buskosten, die sie in diesen Tagen bekommen, Widerspruch einzulegen. Der Grund: Nach einer Satzung des Kreises, die von der SPD sowie Bündnis 90/Grüne am Donnerstag am liebsten außer Kraft gesetzt worden wäre, zahlen die Eltern für die Schüler, deren Schulweg vier Kilometer unterschreitet, plötzlich selbst. Anderswo im Kreis müssen Eltern einen Ausgleich zahlen, weil die HVV-Karte auch außerhalb der Schulzeiten genutzt werden kann – etwa für Fahrten nach Hamburg.

„Die neue Auslegung der Satzung schafft erhebliche Unruhen. Da müssen jetzt Eltern aus Orten für die Schülerbeförderung zahlen, wo der Bustransport seit Jahrzehnten kostenlos war“, erregte sich Arne Hansen, Sprecher von Bündnis 90/Grüne, am Donnerstag im Hauptausschuss des Segeberger Kreistags. Hansen wollte die Schülerbeförderung per Eilantrag auf die Tagesordnung setzen lassen. Er hatte dabei das Ziel, der Ausschuss möge die vom Kreistag im Vorjahr auf Bestreben des Landes beschlossene Satzung bis zu einer Überarbeitung vorerst außer Kraft setzen. Ausschussvorsitzender Henning Wulf (CDU) bezweifelte, dass der Ausschuss sich über Kreistagsbeschlüsse hinwegsetzen könne und wurde darin von Thorsten Ingo Wolf von der Rechtsabteilung der Kreisverwaltung bestätigt: „Sie können wohl ein Zeichen setzen, nicht aber Beschlüsse des Kreistages aufheben“, erklärte der Rechtsexperte.

In der Abstimmung über die Dringlichkeit bekam der G?rünen-Antrag sechs gegen sechs Stimmen und gelangte so nicht auf die Tagesordnung. So werden sich jetzt zunächst die Fraktionen und Ausschüsse und dann die Kommunalpolitiker in der nächsten Kreistagssitzung am 9. Oktober erneut des Themas annehmen müssen. Da die Bescheide der Schulverwaltungen aber in diesen Tagen bereits verschickt werden (der Schulverband Segeberg hat es zum Teil schon getan), ruft die SPD sozusagen zum bürgerlichen Ungehorsam auf. Arnold Wilken: „Die Eltern sollen Widerspruch einlegen.“

Knackpunkt sind vor allem die so genannten Zwei- und Vier-Kilometer-Grenzen: Wenn der Schulweg bei Schülern von weiterführenden Schulen unter vier Kilometern liegt, erlischt laut Satzung der Anspruch auf kostenlose Schülerbeförderung. Bei Grundschülern gilt das erst ab zwei Kilometern. „Was wir da produziert haben, ist Stückwerk“, kritisiert Hansen den alten Beschluss des Kreistages. Der kam zustande, weil das Land Schleswig-Holstein wegen seiner eigenen Finanzmisere die Zuwendungen an die Kreise um 120 Millionen Euro zusammengestrichen hatte, zum Ausgleich aber einen Elternanteil an den Beförderungskosten im Schulgesetz festschreiben wollte. Nach landesweiten Protesten wurde dieses Vorhaben wieder kassiert – die Satzungsauslegung lässt manchen Schulträgern aber keine Wahl, als das Geld nun einzufordern.

„Die SPD-Kreistagsfraktion wird sich dafür einsetzen, dass die Schülerbeförderungskosten abgeschafft werden, um eine gerechte Behandlung aller Eltern zu erreichen“, hatten die Sozialdemokraten vorab erklärt. In der Sitzung verwies Fraktionschef Wilken darauf, dass alle Kreise bis auf Segeberg und Pinneberg die alten Satzungen bereits abgeschafft hätten. Und auch FDP-Fraktionschef Wolfgang Schnabel hatte sich dafür ausgesprochen, wegen des „Verwaltungswirrwarrs“ rasch zu entscheiden. Arne Hansen, zugleich Bürgermeister von Klein Gladebrügge, hatte Stadt und Kreis vorgerechnet, dass in seiner Gemeinden die Kosten für ein Kind 314,40 Euro pro Jahr, bei zwei Kindern bereits 546 Euro betragen.

Von Lothar Kullack

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Lübecker Nachrichten | 09. September 2008

Kinder auf gefährlichen Wegen

Ein Pfad zum Bad Segeberger Schulzentrum: Eltern in Högersdorf weigern sich, in der dunklen Jahreszeit ihre Kinder über diesen Weg zur Schule zu schicken. Mit dem Bus wird es demnächst für die Eltern teuer. Foto: GLOMBIK Demnächst gibt es für Kinder, die nahe an ihrer Schule wohnen, keine kostenlose Buskarte mehr. Also zu Fuß? In Högersdorf seien die Schulwege viel zu gefährlich, sagen die Eltern.

Högersdorf – 40 Kinder und Eltern standen gestern an der Högersdorfer Travebrücke. Es war fast eine Demo in dem kleinen Ort bei Bad Segeberg. Hier brennt die Luft, denn die Eltern sollen ab Oktober für die bislang kostenlosen Schulbusfahrten ihrer Kinder tief in die Tasche greifen. Und wer das nicht will oder kann und sein Kind per Rad oder zu Fuß in die Schule schicken muss, hat die Qual der Wahl: Entweder man schickt es über einen Trampelpfad oder entlang der Bundesstraße 432 zur Schule, beides nicht sonderlich vertrauenserweckende Wege, die im Winter nicht beleuchtet sind.

Ein Pfad zum Bad Segeberger Schulzentrum: Eltern in Högersdorf weigern sich, in der dunklen Jahreszeit ihre Kinder über diesen Weg zur Schule zu schicken. Mit dem Bus wird es demnächst für die Eltern teuer. Foto: GLOMBIK

Für die Eltern ist es eine Horrorvorstellung. Bald ist Herbst, in der dunklen Jahreszeit müssten die Kinder mit Taschenlampen den schmalen, unbeleuchteten Pfad zum Schulzentrum gehen. Auch der Weg über die Bundesstraße sei zur dunklen Jahreszeit viel zu gefährlich. „Eigentlich hat Högersdorf keinen Schulweg“, erklärt Anja Walther. Drei ihrer vier Kinder gehen zur Schule. Sie hat ausgerechnet, dass sie künftig 600 Euro im Jahr für den Bus zahlen muss, wenn die kostenlosen Schulbusfahrten wegfallen.

Wie berichtet, sind Familien in Klein Rönnau, Högersdorf, Schackendorf, Stipsdorf und Klein Gladebrügge von der neuen Sparregelung betroffen. Schülerinnen und Schüler von Klassenstufe fünf bis zehn haben danach keinen Anspruch auf kostenlose Beförderung, wenn der Schulweg „vom zentralen Punkt“ des Wohnortes aus unter vier Kilometern liegt. Bei Grundschulen liegt die Grenze bei unter zwei Kilometern. Die Högersdorfer haben das Pech, zu dicht an Bad Segeberg zu liegen.

Auch wenn sie ihre beiden Kinder entlang der Bundesstraße B 432, die einmal an der Ampelkreuzung überquert werden muss, nach Bad Segeberg schicke, sei es im Winter gefährlich. Der Weg werde nicht geräumt und beleuchtet, klagt Mutter Claudia Bausch. Nicht zumutbar. Auf dem Pfad durch das Gebüsch an der Trave habe es vor Jahren sogar eine versuchte Vergewaltigung gegeben. Bausch: „Da schicke ich doch bei Dunkelheit meine Kinder nicht alleine durch!“ Kreis und Schulverband hätten für einen sicheren Schulweg zu sorgen, da könne man den Schwarzen Peter nicht an die Eltern weitergeben.

Bleibt nur das Mama-Taxi. Warum belässt man es nicht bei kostenlosen Busfahrten? Viele Eltern seien noch gar nicht informiert worden, dass sie demnächst teure Buskarten kaufen oder selbst den Transport ihrer Kinder wuppen müssen. Warum wurden sie nicht schon vor oder in den Ferien schriftlich informiert, sondern auf den letzten Drücker, klagen die Eltern. „Wie sollen bedürftige Eltern teure Buskarten bezahlen, warum gibt es keine Regelung für das dunkle Winterhalbjahr?“, fragt Claudia Bausch.

Wer muss künftig für den Bus zahlen, wer nicht? Das Informations-Wirrwarr, durch das nicht einmal die Schulen steigen, die ja die Buskarten verteilen müssen, wird noch chaotischer: Bislang wird genau – auf die Stelle hinter dem Komma – die Entfernung zwischen Ortsmitte und Schule gerechnet. Demnächst soll nach Auskunft von Karsten Immanns (Schulverband) vom Kreis vorgeschrieben werden, immer von Dorfmitte bis zum Marktplatz Bad Segebergs die Kilometer zu berechnen. Ein ziemlicher „Eiertanz“. Damit würde sich demnächst wieder die Schülerbeförderungssatzung ändern. Der Ex-Bürgermeister von Högersdorf und SPD-Fraktionsvorsitzende, Arnold Wilken, hat die Kilometer nachgerechnet. Die Högersdorfer Grundschüler liegen oberhalb der Zwei-Kilometer-Grenze, dürfen weiterhin kostenlos Schulbus fahren. Die anderen Schüler müssen blechen, mit Mama-Taxi oder eben ab durch die Büsche zur Schule...

Von Wolfgang Glombik

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Segeberger Zeitung | 30. August 2008

133 Kinder erhalten keine Gratis-Tickets mehr

Der Schulverband Bad Segeberg kappt Zuschüsse für die Bustickets von Fahrschülern.


Kreis Segeberg - Auf eine bislang gewohnte Dienstleistung müssen 133 Schüler im Umland von Bad Segeberg verzichten. Der Schulverband Bad Segeberg kappt Zuschüsse für die Bustickets von Fahrschülern. Grund ist eine Satzung des Kreises. Demnach müssen Schüler allein ihren Schulweg bewältigen, wenn sie nah an der Schule wohnen: Grundschüler nicht weiter weg als zwei Kilometer, bei Schülern der Klassen fünf bis zehn liegt die Grenze bei vier Kilometern. Der Schulverband hatte nachgerechnet.

Demnach entfällt für 133 Schüler aus Klein Rönnau, Högersdorf, Schackendorf, Stipsdorf und Klein Gladebrügge ein Anspruch auf Busbeförderung. Sie besuchen allesamt weiterführende Schulen. Die Eltern müssen die Fahrkarten für ihre Kinder selbst bezahlen oder anderweitig gewährleisten, dass die Kinder zur Schule kommen. Monatliche Buskosten von etwa 25 Euro kommen auf die Eltern zu, teilte der Schulverband mit. Alle Betroffenen will der Schulverband in den nächsten Tagen schriftlich informieren. Bereits im Oktober 2007 sei in einem umfassenden Elternbrief auf die Änderung hingewiesen worden.

Wer von allen Schülern Anspruch auf Schülerbeförderung hat, liegt im Ermessen der Kreistages. Der hatte schon Jahre zuvor die Regel vorgegeben, dass Schüler, die nahe bei der Schule wohnen, keinen Anspruch haben. Aber nicht alle Schulträger hielten sich daran. Nun aber drängt sie der Kreis , nicht so großzügig zu sein. Die Schülerbeförderung finanzieren der Kreis zu zwei Dritteln, die Schulträger zu einem Drittel. ger

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Lübecker Nachrichten | 09. August 2008

Ein Ort, in dem jeder gerne lebt - Högersdorf

Högersdorf – Jeder Ort hat seine Reize. Und die kennen die Menschen, die dort wohnen, am besten. Die LN haben Högersdorfer Einwohner gebeten, ihr Dorf, seine idyllischen und besonderen Plätze den Lesern vorzustellen.

Einen Spielplatz in Rotenhahn gibt es nicht, und so spielen sämtliche Kinder im Garten der Familie Wiebers. Wie Kristina (v.l., 11), die mit Pia (3) und Gina (10) in deren Sandkiste gräbt. Foto: DOMANN

Naturnah und doch nur einen Katzensprung entfernt von Bad Segeberg zu wohnen, dass schätzen die Högersdorfer und Rotenhahner an ihrer Gemeinde. Deshalb sind Koppeln und Felder sowie der eigene Garten Lieblingsplätze vieler Einwohner.

„Ein Lieblingsplatz ist der Teich in unserem Garten“, sagt Bürgermeister Ulrich Jordan. Vor 25 Jahren erwarb der 61-jährige Sozialpädagoge den Bauerhof der Familie Greve und richtete dort die Wohngruppe Högersdorf ein, eine stationäre Lebens- und Arbeitsgemeinschaft für erwachsene Menschen mit geistigen und psychischen Behinderungen.

„Auf dem Teich sind wir im Winter Schlittschuh gelaufen“, erinnert sich Herbert Gernandt (55) und fügt hinzu, dass vor seiner Zeit ein Junge im Eis eingebrochen und gestorben sei. Seit 52 Jahren lebt der Berufsschullehrer in Högersdorf und weiß vieles über das Dorf zu berichten. So hatte zum Beispiel Högerdorf mit Heidmühlen um 1930 eine Krankenversicherung eingerichtet, die dann später zur AOK Segeberg wurde. Oder dass die Högersdorfer sich mit Schwissel, Bebensee und Mözen zu einem Löschverband zusammengeschlossen hatten, bevor sie 1934 eine eigene Freiwillige Feuerwehr gegründet haben. Als eine der ersten Gemeinden hatte Högersdorf eine eigene Wasserversorgung; eine Wassermühle pumpte Wasser in einen höheren Vorratsbehälter, der dann die wenigen Häuser des Dorfrundlings versorgte. An den Gasthof (die heutigen Holsteiner Stuben) und den angeschlossenen Kolonialwarenladen erinnert sich Gernandt ebenfalls. „Paula, die Frau von Otto Greve, führte ihn. Uns Kindern hat sie immer Bonbons geschenkt.“ Sie war so beliebt im Dorf, dass die Bürger noch zu ihrer Lebzeit eine Straße nach ihr benannten: Paulas Höh. (mehr zu Högersdorf und seiner geschichte am Sonntag in den LN)

Von Silvie Domann

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Lübecker Nachrichten | 26. Juni 2008

Högersdorfer Gemeindevertreter benötigten nur eine „Halbzeit“

Högersdorf - Rund 45 Minuten – quasi eine Halbzeit – hat die Högersdorfer Gemeindevertretung für ihre konstituierende Sitzung am Mittwochabend benötigt, dann waren der neue Bürgermeister Ulrich Jordan (61), seine Stellvertreter und die Ausschüsse gewählt. Rechtzeitig genug, damit die neun Gemeindevertreter und ebenfalls neun Zuhörer den Anpfiff des Halbfinales der Fußball-Europameisterschaft miterleben konnten.

Bürgermeister Ulrich Jordan mit seinen Stellvertretern Sigrid Düwiger (li.) und Astrid Wilken– Rath. Jordan ist Nachfolger von Arnold Wilken, der nach 22 Jahren aus der Gemeindepolitik ausscheidet, aber weiterhin Kreistagsabgeordneter ist. Foto: DOMANN

Bezugnehmend auf das Fußballspiel, wünschte der scheidende Bürgermeister Arnold Wilken, dass nicht nur heute, sondern auch in Zukunft fair gespielt werde. „Wichtig ist der tolerante Umgang miteinander und auch mit der Amtsverwaltung“, mahnte er. In den 22 Jahren, in den Wilken Bürgermeister von Högersdorf gewesen sei, habe er viel bewegt und erreicht, und er habe Spuren hinterlassen, sagte die erste stellvertretende Bürgermeisterin Sigrid Düwiger (59). Sie wünschte Wilken für seine Arbeit als SPD-Fraktionschef im Kreistag eine glückliche Hand.

Ebenfalls verabschiedet wurde der zweite stellvertretende Bürgermeister Hans-Werner Ehlers. Ruhig, ausgeglichen und gelassen habe er sich in der Gemeindepolitik engagiert, als „unseren Mann“ hätten ihn die Bürger gesehen, beschrieb Ulrich Jordan. Gemeindevertreter für den Kommunalen Wählerverband Högersdorf-Rotenhahn (KWVH) sind Astrid Wilken-Rath, Renate Wieck, Wilfried Bausch, Ulrich Rath und Ulrich Jordan. Die CDU ist mit Sigrid Düwiger, Emil Heuer, Peter Schumacher und Wolfgang Teegen vertreten.

Zügig, aber vor allem einstimmig verliefen die Wahlen. Als erste Stellvertreterin für Jordan wurde Sigrid Düwiger in ihrem Amt bestätigt und Astrid Wilken-Rath (46) als zweite Stellvertreterin gewählt. Ebenfalls einstimmig verabschiedete die Gemeindevertretung den dritten Nachtrag der Hauptsatzung. Danach gibt es drei statt bisher fünf Ausschüsse und die jährliche, bisher obligatorische Einwohnerversammlung als Kannbestimmung. Die Ausschüsse für Bau, Planung und Umwelt werden zum Ausschuss für Entwicklung und Natur zusammengefasst, der Jugend-, Schul-, Sport- und Kulturausschuss in den Ausschuss für dörfliche Gemeinschaft umbenannt. Ausschussvorsitzende und ihre Stellvertreter sind: Entwicklung und Natur: Ulrich Rath (KWVH) und Wolfgang Teegen (CDU); Finanzen: Emil Heuer (CDU) und Wilfried Bausch (KWVH); Ausschuss für dörfliche Gemeinschaft: Renate Wieck (KWVH) und Sigrid Düwiger.

Von Silvie Domann

Lübecker Nachrichten | 22. März 2008

Polizei schnappte 20-jährigen Drogen-Dealer

Bad Segeberger gesteht - Auch Diebstahlserie in Högersdorf aufgeklärt

Bad Segeberg - Bereits seit Anfang des Jahres hatten Beamte der Kriminalpolizei den 20-jährigen Bad Segeberger im Visir. Der Mann stand im Verdacht, an einer Vielzahl von Kunden aus Bad Segeberg und Umgebung unter anderem Marihuana zu verkaufen und zumindest einen Teil seinen Lebensunterhalts mit dem Drogenhandel zu bestreiten. Nach umfangreichen Ermittlungen konnte er vor wenigen Tagen festgenommen werden und hat nach Angaben von Polizeioberkommissarin Silke Tobies, Sprecherin der Polizeidirektion Segeberg, die Vorwürfe im Wesentlichen sofort eingeräumt.

Polizeioberkommissarin Silke Tobies zeigt einen Teil der sichergestellten Gegenstände, darunter auch ein in Högersdorf entwendetes Navigationsgerät.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft in Kiel hat das Amtsgericht in Bad Segeberg inzwischen Haftbefehl wegen Wiederholungsgefahr erlassen. Es bestehe Grund zur Annahme, so die Begründung des Haftrichters, dass der Beschuldigte die Zeit bis zur Gerichtsverhandlung nutzen würde, um weitere Taten im Zusammenhang nutzen würde, um weitere Taten im Zusammenhang mit Betäubungsmitteln zu begehen. Der Festgenommene ist schließlich kein unbeschriebenes Blatt.

Dem 20-Jährigen konnte von den Polizeiermittlern der Handel mit etwas dreieinhalb Kilogramm Marihuana über einen Zeitraum von etwa einem Jahr nachgewiesen werden.

"Der Mann hat den Kollegen gestanden, an etwa ein Dutzend Personen Rauschgift verkauft zu haben", berichtete die Polizeisprecherin. Die Kunden des Bad Segebergers werden gesondert strafrechtlich verfolgt. Bei seiner Festnahme konnten Beamte der Ermittlungsgruppe Betäubungsmittel (EG BTM) noch einmal 150 Gramm Marihuana sicherstellen.

In seinen Vernehmungen machte der Dealer zudem Angaben, die seinem persönlichen Umfeld zur Aufklärung einiger Diebstähle in Högersdorf geführt haben.

Dort waren seit Dezember vorigen Jahres mehrfach Navigationsgeräte aus Autos gestohlen worden. Aus einer Gaststätte entwendeten Täter zudem Alkohol und 1500 Euro Bargeld. Diese Fälle konnte die Bad Segeberger Krimalpolizei jetzt ebenfalls erfolgreich abarbeiten.

thb

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Lübecker Nachrichten | 09./10. März 2008

Der "alte Fuchs" will nicht mehr

Er ist aus der Kreispolitik kaum wegzudenken – und schon gar nicht aus der Högersdorfer Kommunalpolitik: Seit 42 Jahren mischt Arnold Wilken dort mit. Nun ist genug. Er steigt dort aus. Im Kreistag allerdings will der findige Bürgermeister weitermachen.

Will nach 42 Jahren Kommunalpolitik in Högersdorf aufhören: Bürgermeister Arnold Wilken (69), der im Jahr 2000 mit der Freiherr-von-Stein-Medaille ausgezeichnet wurde.

Die Wände seines Arbeitszimmers sind zugestellt mit Regalen, auf denen dicht an dicht Aktenordner stehen. Die meisten sind rot und Zeugnis von über 20 Jahren SPD-Kreistagsfraktion. Der Rest spiegelt das kommunale Geschehen von Högersdorf wider – insgesamt 42 Jahre. Doch nun soll Schluss sein: Für weitere Högersdorf-Ordner ist kein Platz mehr in den Regalen. „Ich habe vor fünf Jahren versprochen, nur noch eine Legislaturperiode Bürgermeister zu sein. Und meine Versprechen halte ich“, sagt Arnold Wilken (69), der ganz aber nicht auf Kommunalpolitik verzichten mag. Zumindest dem Kreistag will er weiter angehören und, „wenn die wollen“, auch weiter Fraktionsvorsitzender der SPD bleiben.

Er war 27 Jahre alt, als er in die Gemeindepolitik hineinschnupperte, zunächst als bürgerliches Mitglied im Finanzausschuss. Vier Jahre später wurde der inzwischen pensionierte Justizbeamte Gemeindevertreter. Er wollte mitgestalten und hatte dafür einen guten Grund: „Ich war mit der damaligen Situation unzufrieden. Alles drehte sich um Högersdorf – und Rotenhahn war immer außen vor. Mir ging es vor allem um soziale Gerechtigkeit, die es damals nicht gab“, sagt Arnold Wilken, der in den Vogelschießverein eintrat und 1966 bei der einzigen Wählergemeinschaft mitmachte.

Nach acht Jahren spaltete sich die einstige Einheit in den Kommunalen Wählerverband Högersdorf-Rotenhahn (KWVH-R) und die CDU. Zweimal hatte sie die Mehrheit in der Gemeindevertretung, seit 1986 ist die KWVH-R mit Arnold Wilken als Bürgermeister stärkste Fraktion in Högersdorf. Wenn er auf 42 Jahre Gemeindepolitik zurückblickt, ist er zufrieden: „Die Wohnqualität in beiden Ortsteilen ist gut. Hinbekommen haben wir das, ohne die Bürger übermäßig zu belasten.“

Sein Finanzierungsspürsinn hat ihm auch schon viel Schelte von Neidern eingebracht – vor allem beim Kauf des Feuerwehrautos und dem Bau des Feuerwehrhauses. Arnold Wilken organisierte Zuschüsse und Sonderzahlungen, um den Schuldenstand für Högersdorf niedrig zu halten. Weniger gewiefte Gemeinden hatten das Nachsehen. Auch beim Bau des Radweges von Rotenhahn nach Högersdorf konnte er den Gemeindeanteil mit Hilfe von Kreis- und EU-Mitteln auf ein Minimum reduzieren.

Wie er etwas durchsetzt? Er weiß wo, wie und mit wem, hat Kontakte und Sachverstand, kennt Land und Leute – und er ist ein schlauer Fuchs. Wenn er was will, bekommt er es – und das, ohne mal so richtig auf den Tisch zu hauen oder loszubrüllen. „Je aufgeregter mein Mann ist, desto ruhiger wird er“, erzählt seine Frau Renate (64). „Aber ich kann auch aus der Haut fahren“, entgegnet der. Doch miterlebt hat das bisher kaum jemand. Selbst damals, als die Högersdorfer CDU-Vertreter nicht für den Radweg in Rotenhahn stimmten, war ihm sein Ärger anzumerken. „Dabei hätte ich platzen können“, erinnert er sich.

Arnold Wilken mit der starken Stütze an seiner Seite: Ehefrau Renate (64). Foto: PETRA DREU

Als Naturschutzbeauftragter von Högersdorf und Hobby-Schafzüchter liegt ihm der Naturschutz besonders am Herzen. „Wir waren die erste Gemeinde im Kreis, die einen Landschaftsplan aufgestellt hat“, sagt Wilken und ist froh, „denn wir haben hier noch was zu schützen im Ort – eine Knicklandschaft, die noch nicht völlig ausgebrannt ist.“ Stolz ist er auf die Trassenführung der A20, die jetzt auf Segeberger und Fahrenkruger Gebiet verlaufen wird. Die ersten Planungen sahen anders aus. „Der Abstand zu den beiden Ortsteilen ist jetzt so groß wie möglich – einer unserer größten Erfolge“, freut sich Wilken.

Dankbar ist er seiner Frau Renate, die ihn stets unterstützt hat. Sie hat nicht für ihn geschrieben und Telefongespräche angenommen, sondern war selbst 14 Jahre Geschäftsführerin der SPD-Kreistagsfraktion. Mit ihr gemeinsam will Arnold Wilken mehr unternehmen, mehr verreisen als bisher. Die Politik von Högersdorf wird Arnold Wilken nicht fehlen: „Ich habe noch jede Menge Arbeit als Kreistagsabgeordneter – und dann gibt es da ja auch noch meine vier Enkelkinder.“

Petra Dreu

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