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Högersdorf, der 03.05.2017 um 19:06 Uhr
Pressespiegel 2010

Segeberger Zeitung| 5. November 2010

Spezialventil soll Luft aussperren


Högersdorf. Einen weiteren Anlauf, die schon lang anhaltenden Probleme
mit dem Wasser in den Haushalten des Ortsteils Rotenhahn zu
beheben, wollen die Högersdorfer Gemeindevertreter unternehmen.
Sie beschlossen einstimmig, im Wasserwerk Rotenhahn ein spezielles
Entlüftungsventil mit ausgeklügelter Technik einbauen zu lassen.

Wegen zu großer Mengen Luft im Rohrnetz spritzt es in den Häusern
geräuschvoll aus den Wasserhähnen. Etliche Fachleute waren bereits
eingeschaltet, um nach wirksamer Abhilfe zu suchen. Nun hat die Fahrenkruger Brunnenbaufirma Berg der Gemeinde den Einbau eines besonderen Ventils angeboten. Die Lieferfirma gibt zwar keine unbedingte
Erfolgsgarantie, doch kann das Angebot sechs bis acht Wochen
getestet werden. Falls sich der gewünschte Erfolg nicht einstellen sollte
und das Gerät wieder an die Lieferfirma zurückgeht, bräuchte die Kommune
nur die erforderlichen Umrüstungskosten von rund 700 Euro für Ein- und Ausbau und nicht das Ventil selbst zu bezahlen. Da nach Leitungsspülungen
wieder - wegen des Eisengehalts - bräunliches Wasser in den Häusern ankam, soll bei der Umrüstung gleich der Enteisenungskessel im Wasserwerk
gereinigt werden, beschlossen die Gemeindevertreter.
Seit Jahren sei er nicht mehr gesäubert worden, erinnerte sich Altbürgermeister Arnold Wilken während der Sitzung im Bürgerhaus. des

Segeberger Zeitung| 30. August 2010

Geschicklichkeit bei Wasserspielen gefragt


Kindgerechte Spiele standen beim Vogelschießen in Högersdorf im
Mittelpunkt. 70 Mädchen und Jungen genossen einen aktionsgeladenen Nachmittag.

Auf das traditionelle Vogelschießen mit der Armbrust wurde aus Kostengründen verzichtet. „Jetzt hätten wir erstmals rund 180 Euro Gebühren für die entsprechende behördliche Genehmigung bezahlen
sollen. Doch dann wären wir gezwungen gewesen, an den Preisen für die Kinder zu sparen, und das wollten wir nicht“, erklärte Anja Walther, Vorsitzende des Vogelschießvereins Högersdorf.

Allen Beteiligten machte die seit 37 Jahren zum kulturellen Leben der Gemeinde gehörende Veranstaltung trotzdem Spaß. Zu den spannenden Spielen gehörten Feuerlöschen, Wasserrohrspiel, Dart und Heißer Draht.

Zur Stärkung gab es an einer langen Kaffeetafel Kuchen und Getränke satt.

Als neue Majestäten wurden gekürt: Charlis Wailschulies (6 bis 10 Jahre), Selina Bausch (11 bis 14 Jahre), Julian Masmann (6 bis 9 Jahre), Noah Friedrich (10 bis 11 Jahre) und Timo Rohlf (12 bis 15 Jahre). Bei den Erwachsenen siegte Florian Dreller. Das Vogelschießen ging nach der Proklamation der Majestäten für die Erwachsenen bei flotter Musik und Tanz bis nach Mitternacht.

„Mein Dank für das wieder gelungene Vogelschießen gilt den Tombolaspendern und den rund 20 Helfern“, betonte Vorsitzende Walther, die ausdrücklich die Freiwillige Feuerwehr Högersdorf für deren Unterstützung lobte.

hdb

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Lübecker Nachrichten| 11. September 2010

Bau der A 20

Klein Gladebrügge bereitet sich auf den Klageweg vor

Klein Gladebrügge. „Jetzt haben wir das Chaos“ – mit diesen Worten fasste Gemeindevertreter Dr. Ulrich Benthin brachte die Stimmung seiner Kollegen und der Dorfbewohner zusammen. Thema im Planungs- und Umweltausschuss der Gemeinde waren zum einen der Verkehrszuwachs im Ort, nachdem die Stadt Bad Segeberg und die Kalkberg GmbH Ausweichstrecken für die Besucher der Karl-May- Spiele empfohlen hatten, zum anderen das bevorstehende Planfeststellungsverfahren für die Südumgehung der Autobahn A 20 bei Bad Segeberg. Die an- und abreisenden Karl-May-Besucher hätten Klein Gladebrügge ein deutlich höheres Verkehrsaufkommen beschert, erklärte Ausschussvorsitzender Reinhard Wiring (Wählergemeinschaft AWG). Das unterlegte er mit Messergebnissen. Während an normalen Tagen zwischen 1 700 und 2 000 Fahrzeuge pro Tag gezählt wurden, waren es an Tagen mit Aufführungen im Freilichttheater durchschnittlich 3 000. Beispielsweise rollten nach den Abendvorstellungen von 22 bis Mitternacht knapp 150 Autos durch die Traventhaler Straße. Normalerweise seren es 20 bis 30. Für die Zukunft wünscht sich Bürgermeister Arne Hansen eine einvernehmliche Regelung. Er habe schon in der Vergangenheit ein Gesprächsangebot an Bad Segeberg gemacht, auf das die Stadt jedoch nicht eingegangen sei. „Alle Beteiligten sollten an einen Tisch. Bisher ist es Segeberg nur gelungen, den Verkehr optimal zu stauen. Da gibt es sicherlich andere Lösungen, die eine bessere Entlastung bringen“, sagte Hansen. Zum Beispiel müssten die Ampelphasen für Busse und Taxen an der neuralgischen Kaufland-Kreuzung (B206/ Bahnhofstraße) in der Kreisstadt überdacht werden. „Der Leidensdruck bei allen, auch in Bad Segeberg, ist groß. Es muss sich also etwas ändern“, forderte der Bürgermeister.

Der Bau der Südumgehung um Bad Segeberg erregt ebenfalls die Gemüter in der Gemeinde. So soll geklärt werden, welche Pläne den zuständigen EU-Behörden – die die vom Land befürwortete Südtangente billigten - überhaupt vorliegen. Gegebenenfalls soll die von Klein Gladebrügge und den Umweltverbänden bevorzugte Tunnellösung unterhalb der jetzigen Bundesstraße 206 nachgereicht werden. „Die Anhörungstermine haben ebenfalls gezeigt, dass die Planer ihre Arbeit nur ungenügend und keineswegs gerichtsfest ausgeführt haben“, erklärte Bürgermeister Hansen, der auch für die Naturschutzorganisation BUND federführend das A20-Verfahren begleitet. „Es bestehen gute Chancen, die jetzt geplante Streckenführung aus Naturschutz- und Umweltgründen per Gerichtsurteil verhindern zu können“, meinte er. Einstimmig beschloss der Planungs- und Umweltausschuss, per rechtsanwaltliches Gutachten beurteilen zu lassen, ob und mit welchem Erfolg die Gemeinde den Klageweg beschreiten kann. „Das Gutachten kostet zwar etwa 2 000 Euro, soll jedoch als Entscheidungsgrundlage für die weitere Vorgehensweise dienen“, erklärte der Bürgermeister.

hdb

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Lübecker Nachrichten| 29. August 2010

SPD-Fuchs Wilken will aufhören


Der „graue Fuchs“ Arnold Wilken wusste seine SPD-Fraktion immer gut zusammenzuhalten. Abweichler hatten bei ihm keine Chance. Foto: GLOMBIK

Der Lotse geht bald von Bord. Nach den Beratungen zum Haushalt 2011 will SPD-Fraktionschef Arnold Wilken sein Mandat niederlegen. Bis dahin kämpft er noch im Kreistag für seine Fraktion.

Bad Segeberg – Der „alte Fuchs“ will seine Ankündigung wahrmachen. Arnold Wilken hört bald auf. Der langjährige SPD-Fraktionschef und frühere Landtagsabgeordnete, der schon seit 44 Jahren Politik macht, wird nach der Aufgabe des Bürgermeisteramtes vor zwei Jahren in seiner Heimatgemeinde Högersdorf nun auch sein Mandat im Segeberger Kreistag niederlegen.

Schon bei der Kandidatenaufstellung zu den Kommunalwahlen hatte er 2007 angekündigt, dass er seinen Sitz in der Mitte der fünfjährigen Legislaturperiode abgeben werde. Der Termin rückt näher – wann genau Wilken seinen Hut nimmt, ist nicht bekannt. Auf LN-Nachfrage bestätigte er sein Vorhaben. Ursprünglich wollte er gar nicht bei den Kommunalwahlen 2008 kandidieren. „Dann habe ich mich doch noch anders entschieden.“ Er stehe aber nur für eine halbe Wahlperiode zur Verfügung, habe er damals gesagt. Die Halbzeit ist bald gekommen. „Ich gebe das Mandat dann zurück, das ist ganz einfach“, so Wilken. Zurzeit rede er über „den richtigen Zeitpunkt“ mit der Fraktion.

Über die Nachfolge in seinem Amt verliert der 71-Jährige kaum ein Wort („Ich habe viele Nachfolger“), aber nach internen Infos soll es Edda Lessing werden, die im Vergleich zu Wilken aber eher als brav gilt. Seine Fraktionschef-Stellvertreter Jutta Altenhöner und Gerd-Rainer Busch wollten angeblich nicht. Auch der frühere Landtagskandidat Marc-André Ehlers, ein Vertreter der jungen Generation in der SPD, habe seinen Hut nicht in den Ring geworfen, erfuhren die LN.

Manche in der SPD sehnen Wilkens Abschied regelrecht herbei, andere fürchten den Verlust ihres Vorkämpfers, „der den Laden zusammenhält“. Denn mit Wilken geht ein in die Jahre gekommenes erprobtes „Schlachtross“. Er vermochte es immer, Abweichler einzubinden. Offiziell gibt es keinen Fraktionszwang, doch wenn Arnold Wilken mit grimmiger Miene vor den Fraktionsbänken auf und ab geht, stimmt die Fraktion geschlossen ab – auch wenn’s weh tut. Früher war der Justizbeamte in Ruhestand noch giftiger und schlagfertiger in den Reden. Mit dem früheren parteilosen Landrat Georg Gorrissen verband ihn eine gegenseitige Abneigung, die gerade bei hitzigen Kreistagsdebatten immer wieder hochkochte. Das hatte zumindest einen hohen Unterhaltungswert in den manchmal langatmigen Sitzungen.

Wilken ist nicht der Typ, der sein Schiff verlässt, wenn es stürmisch wird. Er will nicht vor Ende der wichtigen Etatberatungen 2011 aufhören. Seit 1978 sitzt er im Kreistag. Damals führte noch als Landrat Graf Schwerin von Krosigk das Regiment im Kreis. „Genossen“ habe es Wilken damals immer“, wenn Verwaltungsmitarbeiter Vorschläge machten und dann vom Grafen des Raumes verwiesen wurden, wenn sie keinen Finanzierungsvorschlag machen konnten. Vor versammelter Mannschaft. Damals war der Ton noch rau. Heute werde einfach „drauflos gebuttert“. Ein Beispiel sei der Kauf der Evangelischen Akademie, deren Sanierung jetzt fast drei Millionen Euro kosten werde, ist sich Wilken sicher. Die SPD-Fraktion habe damals geschlossen gegen den Kauf gestimmt, auch wenn es sicherlich Andersdenkende gab. Wilken fühlt sich in seiner harten Linie bestätigt. Jetzt gebe es für den Kreis kein Zurück mehr. Er muss zahlen. „Wer A sagt, muss auch B sagen!“ Ein typischer Wilken-Satz.

Für den SPD-Kreischef Andreas Beran habe Wilken die Kreispolitik „maßgebend mitgestaltet“. Mit Wilken habe es für ihn eine gute Arbeitsteilung gegeben. Dass sich nun nicht zuhauf Kandidaten für die Nachfolge meldeten, sei ihm nur zu gut verständlich. So ein Fraktionsvorsitzender habe mehr als 100 ehrenamtliche Termine im Jahr, weiß Beran. Das könne nebenbei kein Mensch bewältigen, der noch im Beruf gefordert werde.
Von Wolfgang Glombik

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Basses Blatt | 7. Juli 2010

Mut zur Farbe und ein Gespür für das Besondere


Mit einem bunten Pinselstrauß möchte sich Maler Jens Pasberg (Dorfstr. 6a) bei seinen Kunden für das entgegengebrachte Vertrauen bedanken.

Högersdorf. Wer sich mit Maler Jens Pasberg aus Högersdorf unterhält und sieht, wie er sein Eigenheim gestaltet hat, wird schnell fühlen, was er unter "Malerei mit Ambiente" versteht.

Er bietet sämtliche Malerarbeiten an, hat aber viele tolle Ideen, die ihn von anderen Firmen unterscheiden. Er selbst mag Wände gerne schlicht, patiniert oder verstreicht Farbe mit Sand. Bei der Gestaltung arbeitet er mit Mathias Glasenapp aus Mözen zusammen, der historische Baustoffe anbietet, die Jens Pasberg dann gern mit ökologischen Produkten perferkt in Szene setzt. "Ich freue mich über Kunden, die Mut zur Farbe haben", sagt der gelernte Maler und Bauzeichner, bei dem selbst der Garten wie gemalt aussieht. Gelernt hat Jens Pasberg sein Malerhandwerk bei Wolfgang Schöning. Danach hat er in vielen verschiedenen Firmen Erfahrung gesammelt.

Jens Pasberg ist erfreut, wenn er seine Kunden so zufrieden gestellt hat, dass sie ihn weiterempfehlen oder bei der nächsten Maßnahme wieder auf seine Dienste zurückgreifen.

Das klappt im Heimatort Högersdorf auch schon sehr gut. "Seit Firmengründung vor drei Monaten lassen mich die Högersdorfer kaum mehr aus dem Ort", sagt Pasberg scherzhaft und ist für das entgegengebrachte Vertrauen sehr dankbar. Von ihm bekommen die Kunden dafür saubere Arbeit, erstklassige Leistungen, Kreativität und besondere Ideen in puncto Gestaltung. Gern berät er über die Wirkung von Farben und deren Gestaltung auf das Wohlbefinden im Menschen.

Wer Jens Pasberg das nötige Vertrauen schenkt, wird belohnt. So könnte man zum Beispiel in den Urlaub fahren und bei seiner Rückkehr ein komplett neu gestaltetes Wohnzimmer vorfinden. Büroräume, die meist nur am Wochenende ungenutzt sind, könnten in dem kurzen Zeitraum neu und frisch gestaltet werden und sind am Montag wieder dienstbereit.

Wer Lust auf "Malerei mit Amiente" in jeglicher Form hat, erreicht Jens Pasberg zwecks Terminabsprache unter der Telefonnummer 04551/993584.

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Segeberger Zeitung| 02. Juli 2010

Belange der Region spielen beim A20-Bau nur eine Nebenrolle

Der Bürgermeister von Klein Gladebrügge wehrt sich für seine Gemeinde und auch als Naturschützer gegen die Südumgehung. Er favorisiert die Autobahn als Tunnel durch Bad Segeberg und stützte sich auf ein Gutachten, das Wulf Hahn (Marburg) vortrug.

Die Stadt würde durch eine Südumgehung kaum entlastet, sagte Hahn vor rund 40 Zuhörern und Planern. Der Verkehr in Bad Segeberg bleibe dicht, Lärm und Schadstoffausstoß lägen weiterhin über Grenzwerten. „Da besteht schon jetzt akuter Sanierungsbedarf.“ Gleichzeitig würden Dörfer und das EU-geschützte Travetal durch eine Südumgehung neu belastet.

Die bessere Alternative sei die Autobahn als Tunnel durch die Stadt. Sie käme ohne weitere Travequerung aus, Süd- und Nordstadt könnten zusammenwachsen, Lärm und Abgase entzogen werden. Hahn bedauerte, dass manche Planunterlagen des Landes zwölf Jahre alt seien. Sein schwerster Vorwurf war aber ein anderer: Die Planer hätten die Stadttrasse als Alternative zur Südumgehung nicht ausreichend geprüft. Gutachter des Landes und Ludger Horstkamp vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr aus Lübeck widersprachen. Als Stadtautobahn auf der jetzigen B206 müsstedie A20 bei der Trave im rechten Winkel abknicken. Das sei „nicht autobahnwürdig“. Außerdem hätten Bad Segebergs Zufahrtstraßen bei einem Tunnel nur noch zwei statt der bislang sechs Anknüpfungspunkte an die Trasse. Deshalb und wegen weiterer Argumente sei die Stadtvariante frühzeitig verworfen worden. Das brachte nun wiederum Hahn in Fahrt. Zu diesem Ergebnis sei das Land nur gekommen, weil es einen falschen Radius für die Trasse zu Grunde gelegt habe. Die Planer machten mehrfach deutlich, dass es nicht darum gehe, mit einer A20 die Verkehrsprobleme Bad Segebergs zu lösen oder gute Anbindungen für die viel frequentierte Firma Möbel Kraft zu schaffen. Es handele sich vielmehr um eine europäische Ost-West-Verbindung von Polen bis in die Niederlande; da sei eine kurvige Stadtautobahn mit starkem Tempolimit ein Hindernis. Das sieht der Bund als Bauherr anders, hielt Dr. Wilhelm Mecklenburg als Anwalt des Naturschutzvereinigung BUND den Planern entgegen. Er zitierte aus dem Linienbestimmungsverfahren von 1999. Demnach sei eine Autobahn durch Bad Segeberg sehr wohl mit dem Ziel des A20-Baus vereinbar.

Wohl im Herbst dieses Jahres wird das Planfeststellungsverfahren von der Anhörungsbehörde des Landesbeendet. Das Verkehrsministerium setzt darauf, eine Baugenehmigung zu erhalten. Klein Gladebrügge und Naturschutzverbände hatten aber schon angekündigt, sie würden dagegen klagen. Ob der Bund trotzdem erst mal mit dem Bau der Autobahn beginnen dürfte, ist offen. Das Geld für den Abschnitt Weede-Wittenborn (153 Millionen Euro) hat er bereits zugesagt.

Von Gerrit Sponholz

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Segeberger Zeitung| 01. Juli 2010

EU billigt Travequerung für A20

Der Name von EU-Umweltkommissar Janez Potocnik, einem Slowenen, prangt unter der Antwort auf die Sondergenehmigung, die im Juli 2009 beantragt worden war. Denn die 250 Meter lange Autobahnbrücke wird 19 Meter über der Trave eine 90 Meter breite Schneise schlagen. Aus den Bedenken macht der EU-Kommisar in seiner Stellungnahme keinen Hehl. Das Travetal stehe unter EUNaturschutz. „Es handelt sich um die naturbelassensten Teile des gesamten Travetals und gehört zum wichtigsten Biotopkomplex im Südosten von Schleswig-Holstein.“ Es seien Beeinträchtigungen zu erwarten. Nicht nur das Bauwerk sei ein Eingriff. Auch Luftverschmutzung durch den Verkehr und Stickstoffeinträge in die Natur seien zu erwarten. „Die Folgen sind Veränderungen des lokalen Mikroklimas.“ Außerdem würden Flugrouten von Fledermäusen geschnitten.

Andererseits bringt die EU auch Gegenargumente, wonach die Bundesrepublik aus Bauherrin die Eingriffe abmildern will. So würden drei Mal so große Ausgleichsflächen im Seitental der Trave und an der Süderbeste ausgewiesen. Es soll wenig Streusalz von der Brücke in die Trave gelangen. Die Tierwelt werde in der Bauzeit nur tagsüber gestört, denn nachts werde nicht gebaut. Gegen Kollisionen zwischen Fledermäusen und Autoverkehr würden vier Meter hohe Schutzwände errichtet und als neue Leitstrukturen Sträucher angepflanzt. Außerdem sollen die Brückenfundamente um Wasserzuläufe herum gebaut werden. Nach Einschätzung des EUKommissars hat Deutschland nachvollziehbar erläutert, dass es keine Alternative zur Trasse gebe. Eine weite Südumgehung träfe zwar das Travetal nicht so stark; „damit aber könnten die Projektziele für die A20 wie Verkehrssicherheit, Verkehrsentlastung, Anbindung abgelegener Regionen an zentrale Regionen der EU und der Anschluss an die A21 nicht erfüllt werden“.

Dass die A20 generell nötig sei, habe die EU-Kommission schon 1995 anerkannt. Von diesem Bescheid wussten die Bürger während der Anhörung nichts. Deshalb ging es eher um Details. So klagten Anlieger aus Schackendorf, Bad Segeberg und Klein Gladebrügge über zu wenig Lärmschutz. Die Landesplaner hielten dagegen. Alles stimme mit den Vorschriften überein. Außerdem gebe es viele freiwillige Maßnahmen etwa durch die Verwendung überschüssigen Bodens für Lärmschutzwälle. Manche Zuhörer sagten voraus, dass mehr Verkehr fließen werde als von den Planern erwartet. „Und dann haben wir nicht genug Lärmschutz“, kritisierte Jan Bunge aus Bad Segeberg. Erst wenn die Verkehrsprognosen um 100 Prozent übertroffen würden, müsse beim Lärmschutz nachgebessert werden, antworteten Behördenvertreter. Ihn dann allerdings einzuklagen, konterte daraufhin ein Anwalt unter den anwesenden Einwendern, dauere Jahrzehnte.

Von Gerrit Sponholz

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Segeberger Zeitung| 18. Juni 2010

Probleme mit Wasser und Abwasser

Rotenhahn hat gleich zwei Probleme mit dem Wasser!

Högersdorf. Wegen zu großer Mengen Luft im Rohrnetz spritzt es in den
Häusern aus den Hähnen in Rotenhahn; außerdem stinkt es aus der Kanalisation. Für beide Probleme suchte die Gemeindevertretung am Mittwoch im Bürgerhaus nach Lösungen.

Die Wasserleitungen soll nun ein Ingenieurbüro unter die Lupe nehmen. "Eventuell ist das Wassernetz mittlerweile zu klein angelegt", sagt
Sigrid Düwiger (CDU). Sie leitete als Stellvertreterin die Versammlung für die erkrankte Bürgermeisterin Astrid Wilken-Rath (Kommunaler
Wählerverband). Möglicherweise muss das Wassernetz nachgerüstet werden.
Die Anwohner leiden auch unter Gestank aus der Kanalisation. Grund ist offenbar das Abwasser aus Wittenborn, das durch den Ort geleitet wird.
Die Nachbargemeinde möchte eine Parallelleitung für ihr eigenes Abwasser
durch Rotenhahn in Richtung Klärwerk Bad Segeberg legen. Das und die Kosten für die Instandhaltung des bislang gemeinsam genutzten alten
Abwasserrohres müssen vertraglich geregelt werden. Das Amt Leezen hat dafür einen Vertrag entworfen. Beide Gemeinden arbeiten derzeit ihre Wünsche und Anregungen dazu ein. "Das Problem muss aus der Welt", sagt Düwiger.

Wilken wird geehrt.
Der langjährige frühere Bürgermeister Arnold Wilken soll
zum Ehrenbürgermeister ernannt werden. Einstimmig sprachen sich die Gemeindevertreter dafür aus.

Kanalkataster.
Ein Kanalkataster soll Aufschluss über die bestehenden Leitungen in der Erde geben. 2007 war bereits ein Teil dieser Arbeit geleistet
worden. Was noch an Unterlagen und Prüfungen fehlt, soll über das Amt Leezen n einer Sammelbestellung für mehrere Gemeinden in Auftrag gegeben werden.

Überschuss.
Das Haushaltsjahr 2009 schloss mit einem Plus von 14.616 Euro. In der allgemeinen Rücklage befinden sich rund 124000 Euro. Högersdorf hat 36.000 Euro Schulden .
ger

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Segeberger Zeitung| 10. Juni 2010

Schlagabtausch über Bau der A20-Südumgehung

Ein Knackpunkt: Das A20/A21- Kreuz mit großer Travetalbrücke


Kreis Segeberg. „Schieberei“, „abenteuerliche Planung“, „überholte Verkehrsprognosen“. Viel Kritik mussten gestern die Planer des Landes in der Anhörung zum Planfeststellungsverfahren für den Bau der A20- Südumgehung Bad Segeberg einstecken. Die Anwältin der Umlandgemeinden forderte gar eine Planungspause.

Entscheidungen fielen während der Sitzung in der Amtsverwaltung Trave-Land in Bad Segeberg nicht. Stefan Dautwiz von der zuständigen Landesbehörde und Leiter des Verfahrens, protokollierte nur die Kritik und die Entgegnungen der Planer. Das Land als A20-Planer rechnet mit einer Baugenehmigung, wohl im Herbst. „Das Geld hat der Bund gebilligt“, sagte Planer Oliver Pump – 153 Millionen Euro. Anwältin Dr. Roda Verheyen warnte. Der Bund schnüre gerade Sparpakete. Auch Dautwiz sagte: „Da muss man das große Streichkonzert abwarten.“ Kern der Kritik war aber die Frage nach dem Sinn einer A20. Und ob die mitunter zehn Jahre alten Unterlagen und damit auch die Linienbestimmung von 2005 für die Südumgehung überholt sind. Viele der Verkehrsprognosen seien zu hoch gegriffen, sagte Verheyen. Das zeigten Zählungen auf fertigen Autobahnabschnitten. Oder sie fehlten wie bei den Alternativen, Schwissel-Linie und auf der B206 durch Bad Segeberg (Nullvariante).

Auch gebe es mittlerweile das EU-Schutzgebiet Travetal, das die A20 queren soll. Zwar hätten die Planer Unterlagen überarbeitet. „Aber so, dass sie punktgenau bei der Wunschvariante, der Südumgehung, landen.“ Die Planer erwiderten, die Südumgehung sei alternativlos, die Daten aktuell. Dass die zwei anderen Trassen geprüft wurden, führten sie auch auf Einflüsse „aus dem politischen Raum“ zurück.

Klein Gladebrügges Bürgermeister Arne Hansen erinnerte, dass frühere Umweltstudien die „Nullvariante“ einer Südumgehung vorgezogen hätten. Kreisplaner Frank Hartmann forderte, bei der A20-Planung auch gleich den Umbau des Bad Segeberger Durchgangsverkehrs anzupacken, etwa für den Ostseeverkehr über die Ziegelstraße. Planer Oliver Pump sagte, dies sei „nach dem Bau der A20“ geplant, also frühestens nach 2015.

Auch wünschte Hartmann eine direkte Autobahnanbindung für das Gelände der ehemaligen Lettow- Vorbeck-Kaserne, wo möglicherweiseein Autohof gebautwird. „Da die Anbindung baulich wohl schwer umsetzbar ist, dann zumindest eine gute Beschilderung.“

Planungsfehler kritisierte ein Vertreter des Zweckverbandes Mittelzentrum. Die fertige A20 bis östlich Bad Segeberg habe zum Dauerstau auf der B206 in der Stadt geführt. Bis zu 17 Minuten bräuchten Feuerwehrleute bei Einsätzen, um zum Feuerwehrhaus zu kommen. „Wenn die Karl-May-Spiele beginnen, wird es dramatisch.“

Der nächste Schlagabtausch in der Anhörung ist ab Mittwoch, 30. Juni, in Bad Segebergs Rathaus zu erwarten. Dann kommen auch Gutachter zu Wort. Für den Fall der späteren Baugenehmigung rechnet Anwältin Dr. Roda Verheyen mit einer Klagewelle der Anlieger und Naturschutzverbände. „Das ginge dann gleich vor das Bundesverwaltungsgericht.“

von Gerrit Sponholz

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Segeberger Zeitung| 05. Juni 2010

EU: A20 darf durch das Travetal

Land erhielt „positive Signale“ für Ausnahmegenehmigung

Segeberger Zeitung, 05.06.2010 Von Gerrit Sponholz
Kreis Segeberg. Der umstrittene Bau der Südumgehung Bad Segeberg als Teil der Autobahn A20 ist ein großes Stück wahrscheinlicher geworden. Kurz vor
Beginn der Anhörung zum Planfeststellungsverfahren zeichnet sich ab, dass die Europäische Union dem Bau einer Brücke durch das Travetal zustimmen wird.

Das Tal steht unter dem strengen EU-Schutz der „Flora- Fauna-Habitat (FFH)-Richtlinie“. Deshalb hatten die A20-Planer bei der EU eine
Ausnahmegenehmigung beantragt, die Brücke bauen zu dürfen. Schriftlich eingegangen ist eine positive Antwort zwar noch nicht. „Aber angesichts
der bestehenden Signale der EU gibt es Grund zu Optimismus“, sagt Harald Haase, Pressesprecher des Landesverkehrsministeriums.

Der Naturschutz im Bereich der Südumgehung ist ein heikles Thema. Beim Planfeststellungsverfahren, das schon seit 2006 läuft, hatten die A20-Planer beim Naturschutz zuletzt kräftig nachbessern müssen. Allein die Trave-Brücke soll 250 Meter lang sein.
Dem Schutz der Natur in diesem Trassenbereich hat das Land nach eigenen Worten nun „besondere Bedeutung beigemessen.“ So soll die Travetalbrücke
mit Immissionsschutzwänden ausgestattet werden. Sie sollen „die charakteristischen Vogel- und Fledermausarten des Travetals vor
akustischen und visuellen Reizen schützen.“ Außerdem würden durch die Wände Zusammenstöße der Flugtiere mit Autos auf der A20 verhindert.
Aus ökologischen Gründen würden zudem die Brückenpfeiler möglichst weit
weg vom Flusslauf liegen.
Die überarbeiteten Entwürfe waren ausgelegt worden. Die daraufhin eingesandten Einwendungen von Bürgern, Behörden und Kommunen
gingen an die Anhörungsbehörde des Landes. Ab der kommenden Woche wird die Behörde in mehrtägigen Erörterungen in Bad Segeberg Punkt für Punkt durchgehen. Private Einwender sind für Termine ab Mittwoch,
30. Juni, 9 Uhr ins Rathaus in Bad Segeberg eingeladen.
Auf einen Einspruch der EU hatten die A 20-Gegner gesetzt. Dazu gehören Naturschutzverbände und die Gemeinde Klein Gladebrügge. Bereits im Vorfeld hatten sie erklärt, selbst bei einem Planfeststellungsbeschluss
nicht aufzugeben und wohl zu klagen.
Ihn plant das Land für diesen Herbst, er käme einer Baugenehmigung für die Südumgehung gleich. Zum zehn Kilometer langen Abschnitt zählen neben der Travetalbrücke auch das Autobahnkreuz A 20/A 21 und eine 371 Meter lange Brücke bei Klein Gladebrügge. Das Geld für den Abschnitt hat der Bund
als Bauherr bereits zugesagt: Rund 153 Millionen Euro.

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Segeberger Zeitung| 03. Juni 2010

Bekanntmachung Landesbetrieb Strassenbau und Verkehr wg. Planfeststellungsverfahren A 20

Planfeststellung für den Neubau der Bundesautobahn A 20 - Nord-
West-Umfahrung Hamburg; Teilstrecke von der Bundesstraße 206 westlich Wittenborn (mit vorläufiger Einmündung in die B 206 Richtung Bad Bramstedt) bis zur Bundesstraße 206 westlich Weede (im Anschluss an das Ende der Teilstrecke Geschendorf - Weede) von Bau-km 1+015 bis Bau-km
10+950)

hier: Planänderung
1) Der in der Bekanntmachung der Planauslegung vom 14. 09. 2009
bzw. 20. 10. 2009 angekündigte Erörterungstermin findet statt am
Mittwoch, den 30. Juni 2010 und
Donnerstag, den 01. Juli 2010,
Beginn jew. 09.00 Uhr
im Rathaus der
Stadt Bad Segeberg-
-Bürgersaal-
Lübecker Straße 9
23795 Bad Segeberg

Sofern erforderlich, wird der Erörterungstermin am Dienstag, den 06. Juli 2010 und Mittwoch den 07. Juli 2010 am o. g. Erörterungsort fortgesetzt. Die Entscheidung ob und inwieweit Fortsetzungstermine erforderlich werden, erfolgt am Ende des Termins am 01. Juli 2010.

2) Im Termin werden die rechtzeitig im Rahmen des Planänderungsverfahrens
erhobenen Einwendungen erörtert. Die Teilnahme am Termin ist jedem, dessen Belange von der vorgesehenen Planänderung berührt werden, freigestellt. Die Vertretung durch einen Bevollmächtigten ist möglich. Dieser hat seine Bevollmächtigung durch schriftliche Vollmacht nachzuweisen und
diese zu den Akten der Anhörungsbehörde zu geben.

3) Diejenigen, die fristgerecht Einwendungen gegen die Planänderung
erhoben haben, werden von dem zur Erörterung ihrer Einwendungen
anberaumten Termin gesondert benachrichtigt. Beim Ausbleiben eines Einwenders in diesem Termin kann auch ohne ihn verhandelt werden. Die Einwendungen gelten dann als aufrechterhalten.
Es wird darauf hingewiesen, dass verspätete Einwendungen
ausgeschlossen sind (§ 17a Nr. 7 Bundesfernstraßengesetz).

4) Durch Teilnahme am Erörterungstermin oder Vertreterbestellung
entstehende Kosten können nicht erstattet werden.

5) Der Erörterungstermin ist nicht öffentlich.

Kiel, 12. Mai 2010 veröffentlicht:

Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr
Schleswig-Holstein
Betriebssitz Kiel
- Anhörungsbehörde -
Böge

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Segeberger Zeitung| 27. Februar 2010

Alter Dörfer-Streit ist wohl bald beigelegt

Högersdorf - Seit Jahren herrscht Streit zwischen den Nachbargemeinden Högersdorf und Wittenborn über eine gemeinsam betriebene Abwasserleitung. Nun zeichnet sich eine Lösung ab. "Wir nähern uns an. Eine Einigung ist möglich", sagt Högersdorfs Bürgermeisterin Astrid Wilken-Rath nach einer Sitzung des Ausschusses für Entwicklung und Natur. Details mochte sie nicht nennen.

Seit rund 20 Jahren leitet Wittenborn seine Abwässer über eine Leitung im Högersdorfer Ortsteil Rotenhahn an der Bundesstraße 206 in Richtung Klärwerk Bad Segeberg. Etwa 90 Prozent der Abwassers in dem Rohr stamme aus Wittenborn, sagt Wilken-Rath.

Seit Jahren protestieren die Rotenhahner gegen Gestank und Schäden an der Leitung. Offenbar ist ein zu hoher Gehalt an Schwefelwasserstoff aus Wittenborns Abwasser die Ursache. Er greift zudem Beton und Metallteile an.

Schon vor rund zehn Jahren musste die Kanalisation repariert werden, sagt Wilken-Rath. Eine neue Untersuchung habe wieder Probleme gezeigt. Gründe seien zum einen das Abwasser aus Wittenborn, aber wohl auch Schwierigkeiten, als die Leitung vor rund 20 Jahren verlegt worden war.

Nun überlegt Wittenborn, eine eigene Leitung parallel zur alten in Rotenhahn zu verlegen. 240000 Euro hat die Nachbargemeinde im Haushalt bereits eingeplant. Högersdorf pocht allerdings darauf, mit der Instandhaltung der alten Leitung nicht allein gelassen zu werden. All diese Probleme sollen nun in einem Verhandlungspaket gelöst werden.

Sorgen bereitet den Rotenhahnern auch die eigene Wasserversorgung. Das Wasser enthält zu viel Sauerstoff. Er kann Maschinen oder Heizungen beschädigen. Offenbar ist die Entlüftungsanlage im Wassernetz mittlerweile zu klein. Der Ortsteil Rotenhahn war zuletzt gewachsen.

Erledigt hat sich dagegen der geplante Weiterbau des Radweges von Rotenhahn nach Högersdorf. Bislang endet er auf halber Strecke. Der Ausschuss legte das Projekt wegen Geldmangels zu den Akten. Die Gemeinde hatte unter anderem auch versucht, Kiesabbaufirmen im Gegenzug für Abbaugenehmigungen Zuschüsse abzutrotzen. Doch das platzte.

ger

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Segeberger Zeitung| 11. Februar 2010

Zwei Einsätze und ein Jubiläum

Brandschutzehrenzeichen in Gold am Bande erhielt Hauptfeuerwehrmann Erhard Nitsch für 40 Jahre treuen Dienst.

Geräumiges Einsatzfahrzeug hat sich bewährt!

Högersdorf - Nur zweimal war die Freiwillige Feuerwehr im vorigen Jahr zur Hilfeleistung gefordert. Einmal brannte ein Auto, und nach einem Verkehrsunfall konnte sich ein Beteiligter selbst aus seinem Fahrzeug befreien, ehe die Wehr eintraf. Es habe sich bewährt, dass das erst vier Jahre alte Einsatzfahrzeug ausreichend Platz in der Mannschaftskabine bietet, um Atemschutzträger bereits in voller Montur zum Einsatzort zu transportieren, sagte Wehrführer Emil Heuer während der Jahresversammlung im Bürgerhaus.

Die Feuerwehr sei der Gemeinde dankbar für die angemessene Ausstattung, sagte Heuer mit Blick auf Bürgermeisterin Astrid Wilken-Rath.

Als einen Höhepunkt des Jahres nannte der Wehrführer die Jubiläumsveranstaltung zum 75-jährigen Bestehen der Ortswehr.

Durch die Übernahme von Timm Ramm nach einem Jahr Anwärterzeit und durch Neuaufnahme von Stefan Maschmann gab es Verstärkung. Dazu kamen Beförderungen: Der stellvertretende Gemeindewehrführer Rüdiger Bruhn ist jetzt Hauptlöschmeister mit zwei Sternen, Peter Schumacher Löschmeister, Andreas Josten Hauptfeuerwehrmann und Michael Wieck Oberfeuerwehrmann.

Die Feuerwehr in der rund 400 Einwohner zählenden Gemeinde setzt sich aus 20 Aktiven, 6 Ehrenmitgliedern, 6 Högersdorfern in der Jugendwehr und 28 Förderern zusammen.

des

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Segeberger Zeitung| 06. Februar 2010

A20: doch durch die Stadt?

Neues Gutachten und Möbel Kraft fordern Trasse durch Bad Segeberg - EU prüft Baupläne.



Kreis Segeberg - Platzt der Bau der A20 südlich um Bad Segeberg? Nach Informationen der SZ legt ein neues Gutachten die Alternativtrasse durch Bad Segeberg nahe. Diese Variante fordert nun auch die Firma Möbel Kraft. Weiterer Knackpunkt der geplanten Südumgehung: Ihr müsste die EU zustimmen.

Die Autobahn soll nach bisheriger Planung mit einer 250 Meter langen Brücke das Travetal queren. Das Gebiet steht aber unter Tier- und Pflanzenschutz nach der EU-Richtlinie FFH. Diese Vorschrift hatte schon verhindert, dass die A20 im weiteren Verlauf durch den FFH-geschützten Segeberger Forst verlaufen kann. Dort leben Neuntöterund Heidelerche.
"Wir haben einen Antrag bei der EU auf Ausnahmegenehmigung gestellt", sagt Jens Sommerburg, Leiter der Niederlassung Lübeck beim Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr. Seine Behörde plant für den Bund die A20-Südumgehung.

Das Planfeststellungsverfahren läuft seit 2006. Derzeit gibt es eine zweite Stufe, weil Naturschützer Nachplanungen durchgesetzt hatten. Für den Herbst rechnet das Land mit dem Planfeststellungsbeschluss. Er käme einer Baugenehmigung gleich für die etwa zehn Kilometer lange Strecke zwischen Weede und Wittenborn. Die 153 Millionen Euro für den Bau hat der Bund bereits zugesagt.

Mit Sorge verfolgt Dr. Gunnar George, Geschäftsführer von Möbel Kraft in Bad Segeberg, die Planung. Er fürchtet als Folge der Südumgehung, dass die Kunden auf dem Weg zu Möbel Kraft auf der B 206 im Stau stehen. Denn zum einen würde der Verkehr der A20-Südumgehung ebenfalls über die Autobahnfahrt bei Schackendorf ("Segeberg- Nord") laufen, zum anderen die B432 für Autos aus Richtung Hamburg abgeklemmt. Für George wäre "die A20- Stadttrasse am sinnvollsten, am besten mit Abfahrt für uns".

Gegen die Südumgehung kämpft auch Arne Hansen. Er ist Bürgermeister der Anliegergemeinde Klein Gladebrügge und Mitglied der Naturschutzorganisation BUND. Direkt am Dorf soll eine 371 Meter lange Brücke entstehen. Ein Gutachten von RegioConsult aus Marburg, das die Gemeinde in Auftrag gegeben hat, räumt nach Ansicht von Hansen mit Fehlern der A20-Planer auf. So sei eine Stadttrasse, als langer Tunnel unter der jetzigen B206, gar nicht teurer als die Südumfahrung. Ebenfalls anders als von den Landesgutachtern behauptet, verfestige ein Tunnel auch nicht die Trennung Bad Segebergs in Süd- und Nordstadt, sondern hebe sie im Gegenteil auf.

Auch sei es illusorisch, nach dem Bau der Südumgehung die vierspurige B206 in Bad Segeberg zur Allee mit zwei Spuren zurückbauen zu können. Vielmehr bleibe der Verkehr stark. Von rund 27000 Fahrzeugen am Tag (2005) seien nur rund 7400 Fahrzeuge Durchgangsverkehr, der zu A20 abwandere. Und nicht zuletzt liege bei einer Südumfahrung der Schadstoff- und Lärmausstoß teilweise über Grenzwerten.

Hansen sieht bei einer Südumgehung weitere Nachteile für die Stadt und sein Dorf. "Der Wert der Immobilien würde sinken, die Stadt wäre an die A20 schlecht angebunden. Viel Fläche würde neu versiegelt. Die A20-Anlieger müssten unter Lärm leiden."

Behördenleiter Sommerburgmochte zum Gegengutachten nichts sagen. Für ihn bleibt die Trassierung so wie sie geplant ist - als Südumgehung.
Der Planungs- und Umweltausschuss von Klein Gladebrügge wird am Dienstag, 9. Februar, ab 19 Uhr im Feuerwehrhaus über den A20-
Bau beraten. Für Bürgermeister Hansen ist klar: "Wenn Land und Bund bei der Südumgehungbleiben, werden wir dagegen klagen."

Von Gerrit Sponholz

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