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Högersdorf, der 29.05.2017 um 19:06 Uhr
Pressespiegel 2012

Segeberger Zeitung | 07. November 2012

landesoffene Läufe im Kaltenkirchener Freizeitpark

Noah lief wieder super


Kaltenkirchen: „Warum so wenige Starter hier waren, kann ich mir generell nicht erklären“, sagte Ralph Meyer, Nachwuchstrainer beim SC Rönnau 74,der immerhin fast ein Viertel der Läuferinnen und Läufer stellte. Aus Meyers Sicht hätten es gern einige Rönnauer Aktive mehr sein können. „Unser interner Anmeldeschluss war am letzten Mittwoch. Da war wegen Halloween die Trainingsbeteiligung nicht so groß. Einige haben vielleicht vergessen, die Zettel abzugeben“, spekulierte Meyer über die Ursache, warum auch die Beteiligung aus seinem Verein ein bisschen mau war.

Die Rönnauer heimsten fünf Siege ein. Überzeugend war die Leistung von Noah Fredrich. Der Zwölfjährige setzte sich im 2200-Meter-Wettbewerb seiner Altersklasse in 7:55 Minuten durch. Auch Noahs Rönnauer Vereinskamerad Lukas Schritt (13), der seinen Wettkampf in 8:22 Minuten gewann, bekam ein Lob von Coach Meyer. „Lukas hat große Fortschritte gemacht und sich im Vergleich zum vergangenen Jahr um eine halbe Minute verbessert.“

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Segeberger Zeitung | 21. August 2012

Sicherheit im Verkehr

Dorffest klärte auf über Sicherheit im Verkehr.



Högersdorf Nicht nur feiern wollten die Högersdorfer bei ihrem Dorffest, sondern auch etwas lernen. Gemeindevertreterin Renate Wieck hatte die Informationen rund um die Verkehrssicherheit angeregt. Gemeinsam hatten Gemeindevertreter, Vogelschießverein und Freiwillige Feuerwehr eingeladen und freuten sich über den Zuspruch von über 100 Einwohnern auf dem Dorfplatz.

"In der Dorfstraße wird oft zu schnell gefahren. Mit dieser Aktion und den schon durchgeführten kleineren baulichen Maßnahmen wollen wir die Bürger für die Verkehrssicherheit sensibilisieren", erläuterte Renate Wieck.

Geschwindigkeitsmessungen hatten ergeben, dass über die Hälfte der Autofahrer zu schnell unterwegs ist. "Ein 30-km/h-Zeichen auf der Straße und neue auffällige Bepflanzungen der Fahrbahnverengungen haben
wir bereits vorgenommen. Außerdem zeigte eine Anzeigentafel die Geschwindigkeit an", berichtete sie.

Wie jeder Einzelne zu mehr Sicherheit beitragen kann, erklärte die Kreisverkehrswacht. Die Fahrschule Fahrschultreff gab die Möglichkeit, die theoretischen Kenntnisse am Computer zu überprüfen. Der Gurtschlitten zeigte eindrucksvoll, wie wichtig das Anschnallen im Auto ist. Auch welchen "toten Winkel" Lastwagen in der Sicht nach hinten haben,
hinterließ bleibenden Eindruck. Wie 1,5 Promille Alkohol im Blut wirken, probierte der Högersdorfer Hans-Walter Gosch aus. Er ließ sich mit einer entsprechend manipulierten Brille über einen Parcours führen (Bild). "Den Abstand zu den Hindernissen kann man kaum realisieren. Die Orientierung
geht fast völlig verloren", staunte er.

"Wollen wir hoffen, dass in der Dorfstraße jetzt nicht mehr so schnell gefahren wird", zog Renate Wieck als Fazit. hdb

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Segeberger Zeitung | 18. August 2012

Weiterbau der A 20 bei Bad Segeberg scheint vorerst gestoppt

Noch endet die Autobahn A20 von Lübeck kommend im Osten von Bad Segeberg. Der Verkehr mündet in die B 206.

Kreis Segeberg. Die Autobahn A20 wird vorerst nicht weitergebaut. Bislang endet sie bei Bad Segeberg. Nach Informationen der SZ verständigten sich Land und Kläger gegen das Projekt auf einen längeren Baustopp. Ein möglicher Baubeginn läge damit nicht vor Ende 2013, Anfang 2014.

Zwar gibt es seit April die Baugenehmigung. Doch gegen sie haben Naturschützer und Gemeinden vor dem Bundesverwaltungsgericht geklagt.

Noch 2012 wollte es entscheiden, ob das Land bis zu einem Urteil im Hauptverfahren den Bau beginnen darf. Bislang hatte das Land den A20-Gegnern zugestanden, das Eilverfahren abzuwarten. Nun erweiterte es die Frist bis zum Hauptverfahren.

Verhandeln wird das Gericht in der zweiten Jahreshälfte 2013. Die Naturschützer ihrerseits nehmen in Kauf, dass das Land mit kleinen Vorarbeiten beginnen darf, die aber keinen Autobahnbau vorwegnehmen.

Bagger sind bislang ohnehin nicht angerollt. Zwar hatte die Landesfachbehörde im April den Planfeststellungsbeschluss erlassen, der zuvor zwei Mal von den Autobahnplanern nachgebessert worden war. Der Beschluss entsprach einer Baugenehmigung.

Das Geld, rund 150 Millionen Euro, hatte der Bund bereits zugesagt. Doch dann waren sechs Klagen gegen den Bau unter anderem von Naturschutzverbänden beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig eingereicht worden. Einen Verhandlungstermin in der Hauptsache hat der 9. Senat des Gerichts noch nicht angesetzt. Er wird aber nach Angaben eines Gerichtspressesprechers wohl in der zweiten Jahreshälfte 2013 verhandeln.

Damit bis dahin das Land keine Tatsachen schafft, hatten drei Kläger vor Gericht auch auf „vorläufigen Rechtsschutz“ geklagt, also auf einen zwischenzeitlichen Baustopp. Darüber könnte das Gericht in den nächsten Wochen verhandeln. Das Land hatte zugesagt, so lange nicht mit dem Bau zu beginnen.

Nun verlängerte das Land seine Phase für den Baustopp. Nach Informationen der SZ verständigten sich Naturschutzverbände und Land offenbar auf das weitere Vorgehen. Das Land will so lange nichts Wesentliches für die A20 bauen, bis das Gericht in der Hauptsache entschieden hat, also bis Ende 2013. Das Urteil wird spätestens einige Wochen danach verkündet, schätzte Gerichtssprecher Dr. Wolfgang Bier. Er kündigte für Ende August dieses Jahres eine Pressemitteilung zum A20-Bau an.

Darin dürfte es um die Einigung der Naturschutzverbände mit dem Land gehen. Auch sie machen Abstriche. Sie räumen dem Land ein, dass es kleinere Baumaßnahmen ergreifen kann, die aber noch nicht zwingend einen Weiterbau der Autobahn zur Folge haben. Dazu soll gehören, das eine oder andere Haus an der möglichen Trasse abreißen zu dürfen. Auch vom Bau eines Fledermaushauses für die Tierwelt ist die Rede. Dem Land wurde aber dem Vernehmen nach auferlegt, diese Maßnahmen in der Öffentlichkeit nicht als den Start des großen A20-Weiterbaus zu verkaufen.

Das Landesverkehrsministerium wollte sich gestern dazu nicht äußern, räumt aber indirekt ein, dass es eine Verständigung mit den Klägern gibt. „Wir verweisen auf den Passus der gemeinsamen Vereinbarung, dass beide Seiten sich nur gemeinsam erklären“, heißt es. Auch der Anwalt der Kläger, Rüdiger Nebelsieck aus Hamburg, wollte nichts sagen.
von Gerrit Sponholz

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Basses Blatt | 21. April 2012

So lebt man in Högersdorf


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Segeberger Zeitung | 9. Februar 2012

Jahreshauptversammlung Freiwillige Feuerwehr

Högersdorf. Für Lob, aber auch Kritik nutzte der scheidende Kreiswehrführer Hans-Jürgen Berner - er tritt im März nicht mehr zur Wiederwahl an - die Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Högersdorf im Bürgerhaus. „Vieles wie Gerätepflege wird im Stillen erledigt“, nannte er als Beispiel für Arbeit, die Kameraden zusätzlich zu Einsätzen und Ausbildung leisten.

Kritisch mahnte Berner an, Lehrgänge auch wahrzunehmen, wenn Teilnehmer angemeldet wurden. So seien in der Vergangenheit wegen unerwartet vieler Anmeldungen einige zusätzliche Lehrgänge eingerichtet worden, die aber überflüssig wurden, weil Feuerwehrleute nicht erschienen oder absagten. „Das hat uns rund 10 000 Euro gekostet.“ Künftig sollen ehrgangsteilnehmer namentlich angemeldet werden und nicht, wie bisher, pauschal als Gruppe.

Überrascht wurde Peter Schumacher, der neue Gruppenführer der Högersdorfer Feuwerwehr. Den 37-jährigen Fleischer beförderte Berner abweichend von der Tagesordnung und nach Rücksprache mit Gemeindewehrführer Emil Heuer spontan zum Löschmeister. Schumacher habe alle nötigen Lehrgänge schon absolviert, sagte Berner. Schumacher folgt Wolfgang Teegen, der nach 16 Jahren als Gruppenführer nicht zur Wiederwahl antrat.

„Mit sechs Einsätzen hatten wir 2011ein ruhiges Jahr“, zog Wehrführer Heuer Bilanz. Drei Mal löschte die Wehr Feuer, leistete zwei Mal technische Hilfe und rückte einmal vergebens aus, weil ihr Einsatz nicht mehr nötig war.

18 Aktive hat die Wehr, vier Jugendliche in der Jugendfeuerwehr des Amtes. Für 30-jährige Zugehörigkeit wurden Wehrführer Heuer, Hans-Werner Ehlers und Wolfgang Teegen geehrt, Klaus Dieter Dose für 40 Jahre.

Michael Wieck ist nun Hauptfeuerwehrmann. osp

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Hamburger Abendblatt | 27. Januar 2012

Bund verkauft Grabhügel bei Högersdorf

3700 Jahre alte denkmalgeschützte Ruhestätte wurde im Internet versteigert. 341 Quadratmeter große und zwei Meter hohe Fläche im Wald geht in private Hand.


Das Hügelgrab in Högersdorf
Foto: Wolfgang Klietz


Högersdorf. "carrera997" und "Vicelin" trieben den Preis immer weiter nach oben und machten das Finale vermutlich unter sich aus. "gonzodan" war schon bei 250 Euro ausgestiegen. "DrDorsch" gab bei 1100 Euro auf. Wie die Auktion ausging, bleibt wegen des Datenschutzes ein Geheimnis. Sicher ist aber, dass der Höchstbietende neuer Besitzer einer der ungewöhnlichsten Immobilien in der Region ist. Er hat einen Grabhügel ersteigert.

Zwei Meter hoch erhebt sich der Hügel in den Himmel über dem 400-Einwohner-Ort Högersdorf bei Bad Segeberg. Ein Hinweisschild an der Bundesstraße 206 weist in die Richtung der seit 1967 denkmalgeschützten Grabstätte eines Unbekannten, der vor gut 3700 Jahren verblich und dort beigesetzt wurde, wo sich heute der Ortsteil Rotenhahn befindet. Über seinen sterblichen Überresten wölbt sich eine ansehnliche Erdschicht mit einem Durchmesser von elf Metern. Die Bäume darauf gedeihen prächtig. Eine Treppe führt auf die Spitze des Hügels, der allerdings nur eine unspektakuläre Aussicht auf weitere Bäume, eine verlassene Landstraße und ein Haus bietet.

Die 341 Quadratmeter große Fläche war bis zu der Versteigerung über ein Internetportal öffentliches Eigentum und wurde - was vermutlich selten nötig war - von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) verwaltet. "Unser Portfolio wird ständig daraufhin überprüft, was verkauft werden kann", sagt Raymund Karg von der BImA-Zweigstelle in Rostock. "Wir müssen uns von kleinteiligen, unwirtschaftlichen Objekten trennen." Irgendwann fiel auf, dass auch der Nutzen des Grabhügels für den Staat kaum messbar ist. Nachdem die Grundstückseigentümer aus der Högersdorfer Nachbarschaft das Angebot ausgeschlagen hatten, den Hügel zu kaufen, entschied sich die BImA für eine Versteigerung.

"So ein Fall wie dieser ist sehr ungewöhnlich", sagt Karg über die Immobilie und weist daraufhin, dass das Grab dem neuen Besitzer allenfalls eine ideelle Freude bereiten wird. "Jeder, der die Fläche erwirbt, weiß, dass er sie wirtschaftlich nicht nutzen kann." Die strengen Richtlinien verbieten zum Beispiel jegliche Grabungen, um im Innern des Hügels Ruhestörungen des ersten Nutzers zu vermeiden.

Immerhin entfallen für den historischen Erdhaufen manche Vorschriften, die viele Immobilienbesitzer plagen. So weisen die Verkäufer ausdrücklich daraufhin, dass die Schonsteinpflegerpflicht über das Gelände nicht angewendet wird. Der Erwerber kann sich auf seinem neuen Grundstück einigermaßen sicher fühlen, da "Altlasten und Kampfmittel" dort nicht vermutet werden. Beim Baujahr will sich die BImA nicht eindeutig festlegen. "Entfällt" heißt es in der entsprechenden Zeile des Angebots. Das Objekt gehört zu einer kleinen Gruppe vorgeschichtlicher Grabhügel südlich der B 206.

"Für uns im Dorf hatte das Grundstück bisher keine große Bedeutung", sagt Bürgermeisterin Astrid Wilken-Rath. "Die Eigentümer des Nachbargrundstücks haben den Hügel mitgepflegt." Dass die historische Stätte in ihrem Dorf den Besitzer wechselt, erfuhr die gebürtige Högersdorferin erst durch die Recherchen des Hamburger Abendblatts."Dort kann sich vielleicht jemand einen Liegestuhl hinstellen, aber wer will das schon?" fragt ein Nachbar.

Willi Kramer vom Archäologischen Landesamt in Schleswig hat eine andere These, warum man einen solchen Hügel kaufen könnte. "Es gibt Menschen, die so etwas sammeln", sagt der Wissenschaftler. Er geht davon aus, dass sich tief in dem Hügel ein Baumsarg mit einem Toten und jede Menge Beigaben befanden. Wer dort seit Jahrtausenden liegt, ist unbekannt. "So etwas wird nicht ausgegraben", sagt Kramer. "Dazu besteht keine Notwendigkeit."

Wolfgang Klietz

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Lübecker Nachrichten | 13. Januar 2012

Retter der verborgenen Schätze

Spektakuläre Zeugen der Vergangenheit.


Annette Guldin strahlt: In ihrem Grabungsabschnitt hat die 28-jährige Archäologin dieses wertvolle Gefäß gefunden.
Foto: Christian Spreer

Bad Segeberg/Högersdorf/Wittenborn – Vier Siedlungsplätze im Raum Bad Segeberg: Sie haben zeitlich überhaupt nichts miteinander zu tun. Und dennoch haben sich die Experten vom Archäologischen Landesamt für sie interessiert. Und das hat nur einen einzigen Grund:


Die Flächen liegen auf der späteren Trasse der Autobahn 20. Auf schmalen Streifen haben die Archäologen Peter Schemainda, Annette Guldin, Benjamin Irkens und Dr. Ingo Lütjens wissenschaftlich hochinteressante Entdeckungen aus mehreren Zeitaltern gemacht. Wer war besonders erfolgreich und hat den „bedeutendsten“ Fund gemacht? „Ich“, rufen Guldin und Lütjens in gespielter Rivalität wie aus einem Mund. Vermutlich haben beide recht.

Wie berichtet hat Lütjens, der Leiter der Grabungsteams, in Wittenborn das erste komplette Dorf aus der Völkerwanderungszeit (4. bis 6. Jahrhundert n. Chr.) in Schleswig-Holstein freigelegt. Dabei war er mit seinen Helfern auch auf einen Brunnen gestoßen, dessen Holz im Jahr 440 geschlagen wurde. Das ist durch dendrologische Untersuchungen (Zeitbestimmungen, Anm. d. Red.) belegt. Bei ihm handelt es sich um den „am besten erhaltenen vorgeschichtlichen Brunnen Schleswig- Holsteins“, so der 43- Jährige. Und als i-Tüpfelchen hat er vom Brunnengrund eine fast völlig erhaltene Schale geborgen.


Ingo Lütjens hat gut Lachen: Er hat nicht nur ein ganzes Dorf freigelegt, sondern auch einen uralten Brunnen, in dem er diesen Behälter fand.
Foto: Christian Spreer

Weit mehr Funde hat allerdings Schemainda gemacht: Am Rande Bad Segebergs ist er auf ein spektakuläres Urnengräberfeld gestoßen, das etwa 600 Jahre genutzt wurde und in dem über 1000 Bestattungen vorgenommen worden sind. Allein die lange Belegungszeit ist in Schleswig-Holstein ohne Beispiel. Zudem wurden dort zahlreiche Grabbeigaben aus Eisen, Bronze und Silber, teilweise aus dem Römischen Reich, gefunden.

Zwar haben die Archäologen ständig die Autobahnbauer „im Nacken und müssen sehen, dass sie ihre Claims schnellstmöglich untersucht bekommen, bevor die Planierraupen anrücken und alles wieder zuschieben. Dennoch loben sie die gute Kooperation mit den Baubehörden. Fühlen sie sich manchmal nicht wie Wanderarbeiter? „Ja, da ist was dran“, sagt die 28-jährige Annette Guldin. Sie mag aber auch die Abwechslung – „denn keine Grabung gleicht der anderen“. Lütjens dagegen sagt: „Ich würde lieber in Wittenborn weitergraben als weiterziehen.“

Annette Guldin hat ein Erdwerk aus der Zeit um 3500 v. Chr. gefunden, davon gibt es nur drei in Schleswig-Holstein. Erdwerke sind Bodendenkmale aus Gräben, Palisaden oder Wällen und boten einer größeren Menschenmenge Schutz. Meist liegen sie in exponierter Lage, so wie das von Guldin: in der Nähe vom Klärwerk auf einem Sporn an der Trave. „Hier haben vermutlich die ersten Bauern Schleswig-Holsteins gesiedelt“, meint sie. 11 000 Keramikscherben und 20 000 Flintsteinartefakte hat sie mit ihren Helfern dort geborgen, darunter ihr Lieblingsstück, ein 3200 Jahre altes reich verziertes Trichterbechergefäß. Ob das Erdwerk am Fluss besiedelt war, worauf die Menge der Fundstücke schließen lassen könnte, sei unsicher. Annette Guldin: „Es war wohl ein multifunktionaler Platz.“ Menschen aus umliegenden Siedlungen haben vermutlich dieses Erdwerk gemeinsam errichtet, um dort Versammlungen abzuhalten, um Schutz zu suchen, um Vieh dort zu halten. „Es ist eine tolle Fundstelle“, sagt die junge Expertin.


Benjamin Irkens (30) war sehr glücklich, als er diese schön verzierte slawische Keramikarbeit gefunden hatte.
Foto: Christian Spreer

Auch Benjamin Irkens schwärmt von seinem Projekt. Der 30-Jährige war an der Trave bei Högersdorf auf den jüngsten Fundort gestoßen: eine Kleinsiedlung aus dem frühen Mittelalter (9. bis 11. Jahrhundert n. Chr.). Er fand heraus, dass die Menschen damals eine höhere Baukultur aufgewiesen haben als die in Lütjens Wittenborner Dorf, es wurde moderner und größer gebaut. Die Siedlung war womöglich stets nur von einer Sippe bewohnt, allerdings über viele Jahrhunderte genutzt, denn man stieß auch auf Funde aus der vorrömischen Eisenzeit (6. Jahrhundert v. Chr.). Das „Dorf“ lag strategisch günstig am fließenden Wasser. Irkens wertvollster Fund: Reste wahrer „Prachtexemplare slawischer Keramik, die recht hochwertig ist, sie wurde nicht mehr mit der Hand aus einem Klumpen geformt, sondern auf Töpferscheiben gedreht.“

Im Winter sind die Archäologen mit der Auswertung ihrer Arbeit beschäftigt. Im Frühjahr zieht die „Karawane“ weiter – immer von den Autobahnbauern verfolgt. Sind sie mit den bisherigen Funden zufrieden? „Der Aufwand hat sich absolut gelohnt“, sagen sie einmütig.


Von Christian Spreer

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Segeberger Zeitung | 19.Januar 2012

Die engsten Nadelöhre im Kreis

B 206 in Bad Segeberg und die A7

von Gerrit Sponholz

Daten für 2005 und 2010 - Neue Autobahnen locken Verkehr an - B 205: Jedes fünfte Fahrzeug ein Lkw


Die Bundesanstalt für das Straßenwesen (BAST) hatte 2010 an markanten Punkten der Hauptverkehrsachsen in Deutschland Zähler postiert, im Kreis Segeberg an fast 50 Stellen. Sie notierten die Anzahl der vorbeifahrenden Fahrzeuge. Die SZ verglich die Daten von 2010 mit der Verkehrszählung von 2005, was allerdings nicht immer eindeutig möglich war, weil die BAST seit 2005 manche Messpunkte verlagert, gestrichen oder neu eingerichtet hat.

Die verkehrsreichste Straße im Kreis Segeberg ist die A7 bei Bad Bramstedt (rund73800 Kraftfahrzeuge pro Tag). Auf den Bundesstraßen im Kreisgebiet hält die B 206 in Bad Segeberg den Rekord (27700). Vergleichsweise wenig Verkehr gibt es auf der A 21Wankendorf- Bornhöved (14700 Kfz) und auf der B 206 Föhrden- Barl-Hitzhusen (5800 Kfz). Den größten Anteil an Lkw-Verkehr auf Autobahnen muss nach Angaben der BAST die A21 bei Bad Segeberg mit 14,6 Prozent verkraften. Auf Bundesstraßen ist es die B205 zwischen Rickling und Neumünster; dort ist sogar jedes fünfte Fahrzeug ein Lkw. Diese so genannte Südumgehung Neumünster wird von Lkw-Fahrern gern genutzt als Verbindung zu den Autobahnen A7 und A21/A1.

Tendenziell scheint der gesamte Autoverkehr auf der B205 abgenommen zu haben. Auf dem Abschnitt zwischen Wahlstedt und Rickling fuhren 14100 Kfz pro Tag, rund 10 Prozent weniger als noch fünf Jahre zuvor. Der geringste Lkw-Anteil auf Autobahnen wurde auf dem Abschnitt der A21 zwischen Bornhöved und Trappenkamp (7,8 Prozent) ermittelt, bei den Bundesstraßen ist es die B-432-Strecke Norderstedt- Kayhude (4,1 Prozent).

Die Verkehrsströme habensich seit 2005 spürbar verändert. Auf der A7 rund um Bad Bramstedt nahm der Verkehr um etwa 7 Prozent zu, nur wenige Kilometer weiter südlich zwischen Kaltenkirchen und Henstedt-Ulzburg ging er hingegen um 16 Prozent zurück, im weiteren Verlauf bis Quickborn gab es keine Veränderung.

Wie sich der ab 2014 geplante sechsspurige Ausbau der A7-Achse auf Kommunen und Wirtschaft auswirkt, ist derzeit Gegenstand mehrerer Untersuchungen. Ergebnisse liegen wohl Anfang 2013 vor. Die These, dass Autobahnen Verkehr anziehen, scheint sich zu bestätigen. Die Lücke der A21 zwischen Wahlstedt und Bornhöved ist 2008 geschlossen worden. Auf diesem Abschnitt, der einstigen B404, legte der Verkehr um 10 Prozent auf 15800 Kfz am Tag zu. Der Lkw-Anteil sank gleichzeitig von 10,9 auf 7,8 Prozent. Ähnliche Zahlen gibt es für die neu gebaute A20, die ehemalige B206. Von Lübeck kommend endet die A20 seit 2009 östlich von Bad Segeberg. Um bis zu 20 Prozent nahm der Verkehr auf dieser Trasse zu. Der Lkw-Anteil ging leicht auf 10,6 Prozent zurück.

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27700 Fahrzeuge - davon 2300 Lkw und Busse - fuhren 2010 täglich über die B206 in Bad Segeberg, 1300 Kfz - davon 100 Lkw - mehr als im Jahr 2005. Die Stadt versucht derzeit, die B 206 im Ort durchgängig von drei- auf vierspurig zu erweitern. Derzeit hakt die Planung wegen Engstellen in Höhe des Bahnhofs. Langfristig soll aber die neue A20-Südumgehung die Stadt entlasten. Diesen Autobahnabschnitt will das Land ab diesem Jahr bauen.

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Kaum verändert hat sich der Verkehrsfluss auf der B432. Jeweils konstant bei gut 10000 Kfz pro Tag fahren zwischen Kayhude und Nahe sowie zwischen Klein Rönnau und Ahrensbök. Der Lkw- Anteil liegt jeweils bei knapp 5 Prozent. Nur im Raum Bad Segeberg/Klein Rönnau ballt sich auf der B432 der Verkehr mit 17600 Kfz am Tag.

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Segeberger Zeitung | 07. Januar 2012

Dokumente des Besonderen

Alte Fotografien in der Amtsverwaltung Trave-Land

von Peter Strehmel

Bad Segeberg. Die Trave bei Högersdorf im Winter 1927 oder das Torhaus in Seedorf ein Jahr zuvor – fotografiert von dem Heimatforscher Theodor Möller und nun zu sehen mit 36 weiteren Bildern auf den Fluren im Erdgeschoss des Amtes Trave-Land. Wem die Motive bekannt vorkommen, braucht sich nicht zu wundern, denn die Aufnahmen waren schon in einer Ausstellung im Bad Segeberger Rathaus zu sehen gewesen. Für die neue Ausstellung wurden die Motive aus der Kreisstadt weggelassen.

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Zu sehen sind die Bilder bis zum Freitag, 2. März, während der normalen Öffnungszeiten des Amtes Trave-Land an der Waldemar- von-Mohl-Straße 10. Geöffnet ist Montag, Dienstag und Mittwoch jeweils von 8.30 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr, am Donnerstag von 8.30 bis 12 Uhr und von 14 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8.30 bis 12 Uhr.

Gemeinde-Info | 06. Januar 2012

Malaktion am 06. Januar 12

Mit den Kindern zusammen wurde kräftig gemalt und gepinselt, Mal sehen, bei wem zuerst der Garten geschmückt ist, aber ganz wichtig bleibt dabei ja auch, dass es etwas zur Verkehrsberuhigung beiträgt.

Es gab Kaffee und Saft, Kuchen und Kekse.

Renate Wieck und Astrid Wilken-Rath

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