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Högersdorf, der 29.05.2017 um 19:06 Uhr
Pressespiegel 2014

Segeberger Zeitung | 31. Dezember 2014

Herzstück der A20 fertig geplant

Die großen Naturschutzverbände kündigten an, eine Klage gegen das Herzstück der gesamten A20 zu prüfen. Von Ulf B. Christen


Der Planfeststellungsbeschluss (PFB) "ist ein wichtiger Schritt für das Gesamtprojekt", sagte Meyer. Auf Nachfrage bestätigte das Ministerium, dass der PFB nicht die gesamte Elbquerung nach Niedersachsen (13,3 Kilometer) abdeckt, sondern nur den schleswig-holsteinischen Abschnitt von Kollmar bis zur Landesgrenze in der Elbmitte (vier Kilometer). Niedersachsen will den PFB für seinen Querungsanteil in den nächsten Wochen nachliefern.

Meyer hatte wie berichtet darauf gedrungen, dass der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr den PFB noch vor Silvester erlässt, weil ansonsten alte Öko-Gutachten (etwa zu Haselmäusen) abgelaufen wären. Der Verzicht auf eine weitere Erörterungsrunde mit Trassengegnern sei "vertretbar", sagte Meyer und schob den Schwarzen Peter zum Landesbetrieb: "Die Planfeststellungsbehörde hat nach eigenen Angaben genug Fakten gesammelt, um einen rechtssicheren Beschluss zu fassen."

Rückendeckung bekam der Minister aus der Wirtschaft. Die IHK Schleswig-Holstein begrüßte den PFB für das "Kernstück" der A20. IHK-Präsidentin Friederike C. Kühn forderte die Landesregierung zugleich auf, gemeinsam mit dem Bund so schnell wie möglich die Finanzierung der Elbquerung zu klären. Meyer favorisiert hier einen Sonderweg: Er möchte die beiden Tunnelröhren (1,2 Milliarden Euro) über eine staatliche Projektgesellschaft finanzieren. Vorbild ist die dänische Femern AS, die den Fehmarnbelt untertunneln will. Der Haken: Nach Bundesrecht sind solche Staatsgesellschaften bisher nicht zulässig.

Die Öko-Verbände machten erneut Front gegen die Elbquerung. "Das ist das falsche Projekt zur falschen Zeit am falschen Ort", sagte die BUND-Landesvorsitzende Claudia Bielfeldt. "Wir werden uns den PFB genau ansehen und dann entscheiden, ob wir vor Gericht ziehen." Ein Angriffspunkt wäre der Eil-Abschluss des Planverfahrens, das sich bis dahin über mehr als fünf Jahre hinzog. Bielfeldt erinnerte daran, dass neben den Öko-Verbänden auch 13 Gemeinden und fünf Bürger Einwendungen gemacht hatten. Die Elbquerung würde zudem Naturschutzgebiete "zerschneiden", die als Ausgleich für eine große Baumaßnahme in Hamburg (Mühlenberger Loch) angelegt worden waren.

Ins selbe Horn stieß der Nabu. "Wir werden prüfen, wie schwer die Eingriffe in die Natur sind", sagte Landesgeschäftsführer Ingo Ludwichowski. Eine Klage vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig schloss er nicht aus, zumal das Planverfahren möglicherweise mangelhaft ist. Die Elbquerung steht bisher für sich allein, weil die A20-Zu- und Abfahrt noch nicht planfestgestellt ist. Ludwichowski erinnerte in diesem Zusammenhang an Entscheidungen des Bundesverwaltungsgerichts, nach denen Straßenbauprojekte ohne jede verkehrliche Anbindung nicht rechtens seien.

Klar ist, dass BUND und Nabu ihre Schlagkraft schon unter Beweis gestellt haben. Beide Verbände hatten gegen den Weiterbau der A20 bei Bad Segeberg geklagt und vor dem Bundesverwaltungsgericht einen Baustopp erreicht. Daran erinnerten auch die Landtagsfraktionen von CDU und FDP. Beide forderten einen schnellen Bau der A20 samt Elbquerung, betonten aber zugleich, dass sich das Land keine erneute Niederlage vor Gericht leisten könne.

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Segeberger Zeitung | 25. Oktober 2014

Natur und Menschen vor Fracking schützen

Kreis Segeberg. Das Thema Fracking - die Öl- und Gasgewinnung durch Wasserverpressung in tiefen Gesteinsschichten - bewegt die Menschen im Kreis. Das bewies ein Diskussionsabend zu dem Thema. Über 140 Gäste waren ins Hotel Teegen nach Leezen gekommen. Über diese Methode der Rohstoffgewinnung sprachen sie mit dem Segeberger SPD-Bundestagsabgeordneten Franz Thönnes (SPD) und seinem Fraktionskollegen Matthias Ilgen, der dem Ausschuss für Wirtschaft und Energie angehört.

Nach den Plänen der Bundesregierung, die die Sozialdemokraten erläuterten, sollen unter anderem die Umweltstandards verschärft werden. Thönnes machte die Position der SPD deutlich: "Priorität haben der Schutz der Gesundheit von Mensch und Umwelt, insbesondere des Grundwassers. Daher wollen wir die weltweit strengsten Regelungen für das umweltgefährdende Fracking, damit es Verhältnisse wie in den USA bei uns nicht geben kann."

In den Vereinigten Staaten kommt es immer wieder zu Unfällen und Umweltschäden durch Fracking. Vor denen hat auch Leezens Bürgermeister und Amtsvorsteher Ulrich Schulz Angst. Denn das Amt Leezen befindet sich in dem sogenannten "Erlaubnisfeld Leezen", wo eine norwegische Firma nach Erdöl und Erdgas sucht. In diesem Bereich gebe es viele Schutzgebiete und die Menschen sorgten sich um die Trinkwasserqualität, sagte Schulz.

Allerdings dürfen in den Erlaubnisfeldern weder Probebohrungen noch seismische Untersuchungen zur Vermessung der Gesteinsschichten vorgenommen werden. Die Politiker verwiesen auf ein Moratorium der Landesregierung Schleswig-Holsteins. Demnach dürfen für bis zu drei Jahre keine Genehmigungen dafür vergeben werden. fmb

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Segeberger Zeitung | 22. Oktober 2014

Insel soll gefährliche Kreuzung entschärfen

Högersdorf-Rotenhahn. Wer in Rotenhahn über die Bundesstraße zwischen Bad Segeberg und Bad Bramstedt gehen will, der muss schnell und gut zu Fuß sein. Die breite B 206 wird stark befahren, Pkw wie Lkw sind nicht selten schneller als erlaubt. Nun wollen die Högersdorfer Gemeindevertreter den Einwohnern im Ortsteil Rotenhahn das Überqueren der Straße durch eine Verkehrsinsel erleichtern. Von Patricia König

Nicht jeder Autofahrer hält sich an die vorgeschriebene Geschwindigkeit von 60 Stundenkilometern. Auf der Kreuzung in Rotenhahn mündet die Kreisstraße aus Fahrenkrug und aus Högersdorf in die Bundesstraße, ein paar Meter entfernt liegt eine Bushaltestelle. Um sie zu erreichen, müssen Schulkinder und andere Fahrgäste über die Straße; Ampel oder Zebrastreifen gibt es nicht.

"Die Kreuzung ist sehr gefährlich für Fußgänger", erklärte Bürgermeisterin Hella Dorando-Marsch von der KWVH am Montag während der Sitzung der Gemeindevertretung im Högersdorfer Bürgerhaus. Deswegen hatte die Gemeinde schon zweimal gefordert, dass an dieser Stelle eine Bedarfsampel installiert wird. "Diese Anträge sind leider von der Kreisverkehrsaufsicht abgelehnt worden", erläuterte die Bürgermeisterin das ernüchternde Ergebnis der gemeindlichen Bemühungen. Als Grund führte die Kreisbehörde an, dass zu wenig Fußgänger die Straße überqueren.

Nun will die Gemeinde einen neuen Antrag stellen, diesmal auf eine Verkehrsinsel. Sie soll es für Fußgänger und Fahrradfahrer in Höhe der Bushaltestelle sicherer machen, die Straße zu überqueren. Auf diese Möglichkeit hatte ein Mitarbeiter der Verkehrsaufsicht bei einer Verkehrsschau die Kommunalpolitiker aufmerksam gemacht. Den Antrag hatte die Bürgermeisterin vorsorglich schon gestellt; die Gemeindevertreter sagten nun nachträglich und einstimmig Ja zu ihrem Vorgehen.

Eine Antwort hat die Gemeinde übrigens schon von der Kreisbehörde erhalten. "Die Bearbeitung dieses Antrages wird sich leider verzögern", las Hella Dorando-Marsch vor.

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Segeberger Zeitung | 22. Oktober 2014

Zeitungsartikel zur Gemeindevertrersitzung 20. Oktober 2014

Breitbandausbau hakt

Högersdorf. "Es läuft, aber es hakt." So fasste Bürgermeisterin Hella Dorando-Marsch während der Sitzung der Gemeindevertreter die aktuelle Situation des Breitbandausbaus in Högersdorf zusammen. Im Dorf soll schnelles Internet kommen, in einer Partneraktion von Wege-Zweckverband (WZV) und Stadtwerken Neumünster.

Nach Angaben des WZV gebe es Lieferschwierigkeiten mit den Verteilungsleitungen, so die Bürgermeisterin. Deswegen habe das kommunale Unternehmen erst einmal alle Hausanschlüsse verlegen lassen.

Das Einbuddeln der Hauptleitung sei bei der ursprünglich beauftragten Firma ins Stocken geraten. "Auf einmal kamen die nicht mehr", so Dorando-Marsch. Jetzt habe eine andere Firma die Bauausführung übernommen. Bis zum Ende des Jahres sollen die Arbeiten beendet sein. pks

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Segeberger Zeitung | 20. Oktober 2014

Fracking: Bürger und Politiker suchen sich ihre Informationen

Kreis Segeberg. Über das Fracking in den beiden sogenannten Erlaubnisfeldern Bad Bramstedt und Leezen wird zurzeit intensiv diskutiert. Viele Bürger sorgen sich, dass bei der Suche nach Öl- und Gasvorkommen Natur und Umwelt geschädigt werden. Die kommunalen Gremien versuchen auf allen Ebenen, dass Schlimmste zu verhindern - sind dabei aber oft hilflos.

Von Erich Kröger und Detlef Dreessen

Was ist Fracking wirklich, und welche Risiken birgt diese Methode, Kohlenwasserstoffe aus dem Erdboden zu lösen? 60 Einwohner Heidmühlens kamen in den Gasthof Klint, um darüber Informationen zu erhalten. Die Gemeindevertretung hatte den Geologen Prof. Dr. Andreas Dahmke vom Institut für Geowissenschaften an der Kieler Christian-Albrecht-Universität eingeladen.

Es gibt unterschiedliche Arten von Fracking. Beim Stützmittelfracking wird eine Mischung aus Wasser, Chemikalien und eben Stützmittel - beispielsweise Quarzsand oder Keramikkügelchen - genutzt. Damit soll die Durchlässigkeit des Erdreichs durch das Erzeugen von Rissen im Gestein verbessert werden (englisch "to fracture": aufbrechen). Die Chemikalien sind es, die von Umweltschützern verdächtigt werden, das Grundwasser zu verseuchen. Beim "Clean Fracking" werden Chemikalien durch weniger schädliche Stoffe ersetzt.

Gefrackt wird nach Dahmkes Worten in 1000 bis 1500 Metern Tiefe; Grundwasser befindet hingegen 150 bis 300 Meter unter der Erde.

Die Risiken beim Fracking seien als "sehr gering" einzustufen, sagte der Referent. Der Schwachpunkt liege wie bei anderen Energiegewinnungsmethoden, etwa der Kernkraft, beim Menschen. Denkbar seien Chemikalienlecks oder Schäden an der Abwasserpipeline und im Bohrloch.

Die Suche mit dieser Methode nach Gas oder Öl lohne sich erst, wenn sich der Markt-Preis bei über 100 Euro pro Barrel (159 Liter) einpendelt, prognostizierte der Geologe. Derzeit beträgt er rund 65 Euro für Öl und umgerechnet 18 Euro für Gas. Außerdem benötigten die Firmen eine Vorlaufzeit von rund zehn Jahren, bevor das Fracking zum Einsatz kommen kann. Dazu seien weitere Genehmigungen erforderlich. "Dann kann immer noch Einspruch eingelegt werden", betonte Dahmke.

Wann wirklich der richtige Zeitpunkt für Einsprüche ist, treibt schon seit einiger Zeit Gemeindevertretungen und Amtsausschüsse im Kreis Segeberg um. Die Gemeinde Heidmühlen hat schon im August ein Schreiben mit einem Widerspruch aufgesetzt. Bürgermeister Geert Uwe Carstensen, seines Zeichens Rechtsanwalt, berichtete nun bei der Informationsveranstaltung, Segebergs neuer Landrat Jan Peter Schröder habe ihm zu einer anderen Strategie geraten: Nicht einzelne Gemeinden, sondern das Amt sollte gegen den Einsatz von Fracking in den Untersuchungsfeldern Position beziehen.

Doch so einig man sich in der Ablehnung des Frackings ist, so wenig weiß man im Amt Boostedt-Rickling, wo man juristisch den Hebel ansetzen kann. Vor allem im Latendorfer Ortsteil Braak seien einige Einwohner sehr alarmiert, berichtete jüngst Latendorfs Bürgermeister Torsten Hamann. Ein Einwohner habe ihn gefragt, ob Risse in seinem Haus durch seismische Untersuchungen entstanden sein könnten. Solche Untersuchungen, bei denen die Gesteinsschichten mit Druckwellen untersucht werden, hatten vor einigen Jahren Nachbargemeinden im Kreis Plön aufgeschreckt. In der Region wurde bereits von 1952 bis 1989 Öl gefördert. Straßennamen wie "Ölweiche" und "Ölstraße" zeugen noch heute von der Förderung im Feld "Boostedt". Eingestellt wurde die Förderung seinerzeit, weil die verbliebenen Vorkommen zu gering erschienen.

Im Amtsausschuss des Amtes Boostedt-Rickling wurde bereits eine Klage angeschoben. Doch inzwischen sei man sich der Aussicht auf Erfolg nicht mehr so sicher, berichtete der Leitende Verwaltungsbeamte Sven Plucas. Bei der jetzt anstehenden Genehmigung gehe es lediglich um die Erlaubnis, potenzielle Felder durch das Auswerten vorhandener Akten zu untersuchen.

Das beruhigt Damsdorfs Bürgermeister Jürgen Kaack jedoch überhaupt nicht. "Wenn die Unternehmen fündig werden, ist klar, dass ihnen die Erlaubnis zu weiteren Schritten zu geben ist", sagte er. Um sicher zu gehen, habe seine Gemeindevertretung daher gerade einstimmig einen Beschluss gefasst und sich "ganz klar und vehement" gegen das Fracking ausgesprochen. Die anderen Gemeinden im Amt Bornhöved teilen diese Sicht und beraten nun ein gemeinsames Vorgehen.

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Segeberger Zeitung | August 2014

Travebrücke-Einweihung

Högersdorf. Die Travebrücke zwischen Högersdorf und Bad Segeberg ist wieder offen. Högersdorfs Bürgermeisterin Hella Dorando-Marsch schnitt gemeinsam mit Altbürgermeister Arnold Wilken das Band durch und eröffnete damit das neue Bauwerk.

Wegen der Sanierung war es zwei Wochen gesperrt gewesen. Ein Betonpfeiler auf Högersdorfer Seite musste erneuert werden, ebenso wie die Balken. "Das Holz war schwammig, und Eiche kann plötzlich brechen", begründete Bürgermeisterin Dorando-Marsch die Sanierung. 20000 Euro haben die Bauarbeiten gekostet. Bad Segeberg und Högersdorf teilen sich die Kosten, weil die Grenze zwischen den Orten auf der Brücke liegt.

Mit einem kleinen Fest wurde die neue Travebrücke gefeiert, die sogar zwei Wochen früher als geplant fertig geworden ist. Dort sind viele Radfahrer und Spaziergänger unterwegs, weil es die schnellste Verbindung ist.

Mit der Feier wollte sich Bürgermeisterin Dorando-Marsch auch bei der Freiwilligen Feuerwehr Högersdorf bedanken. Sie hatte mitgeholfen, einen Damm zu bauen, damit die Trave nicht den neuen Betonsockel unterspült. Dadurch fließt die Trave nun schneller und ist in der Mitte etwas tiefer. Das dürfte die Kanuten freuen, die den Fluss befahren und bisher immer aussteigen mussten. fmb

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Segeberger Zeitung | 13. Mai 2014

Haushaltssatzung 2014

Bekanntmachung des Amtes Leezen

Haushaltssatzung der Gemeinde Högersdorf für das Haushaltsjahr 2014

Aufgrund der 95 ff. der Gemeindeordnung wird nach Beschluss der Gemeindevertretung vom 25.03.2014 folgende Haushaltssatzung erlassen:

1

Der Haushaltsplan für das Haushaltsjahr 2014 wird

1. im Ergebnisplan mit einem Gesamtbetrag der Erträge auf 467.600,00 EUR einem Gesamtbetrag der Aufwendungen auf 529.200,00 EUR einem Jahresüberschuss von 0,00 EUR einem Jahresfehlbetrag von 61.600,00 EUR

2. im Finanzplan mit einem Gesamtbetrag der Einzahlungen aus laufender Verwaltungstätigkeit auf 442.300,00 EUR einem Gesamtbetrag der Auszahlungen aus laufender Verwaltungstätigkeit auf 471.400,00 EUR einem Gesamtbetrag der Einzahlungen aus der Investitionstätigkeit und der Finanzierungstätigkeit auf 4.000,00 EUR einem Gesamtbetrag der Auszahlungen aus der Investitionstätigkeit und der Finanzierungstätigkeit auf 19.000,00 EUR festgesetzt.

2

Es werden festgesetzt:

1. der Gesamtbetrag der Kredite für Investitionen und Investitionsförderungsmaßnahmen auf 0,00 EUR

2. der Gesamtbetrag der Verpflichtungsermächtigungen auf 0,00 EUR

3. der Höchstbetrag der Kassenkredite auf 0,00 EUR

4. die Gesamtzahl der im Stellenplan ausgewiesenen Stellen auf 0,10 Stellen

3

Die Hebesätze für die Realsteuern werden wie folgt festgesetzt:

1. Grundsteuer
a) für die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe (Grundsteuer A) 280 %
b) für die Grundstücke (Grundsteuer B) 280 %

2. Gewerbesteuer 320 %

4

Im Teilfinanzplan ( 4 Abs. 5 GemHVO-Doppik) sind als Einzelmaßnahmen Investitionen oder Investitionsförderungsmaßnahmen auszuweisen, wenn der Auszahlungsbetrag für die Investition oder Investitionsförderungsmaßnahme mindestens 15.000,00 EUR beträgt.

Högersdorf, den 25.03.2014
gez. Hella Dorando-Marsch
Bürgermeisterin

Vorstehende Haushaltssatzung für das Haushaltsjahr 2014 wird hiermit öffentlich bekanntgemacht. Die Haushaltssatzung einschließlich Anlagen liegt ab heute für jedermann zur öffentlichen Einsichtnahme im Verwaltungsgebäude des Amtes Leezen, Hamburger Straße 28, 23816 Leezen, Zimmer 3, aus.

Leezen, den 12.05.2014 Amt Leezen
gez. Ulrich Schulz
Amtsvorsteher

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Segeberger Zeitung | 27. März 2014

Zeitungsartikel zur Gemeindevertrersitzung 25. März 2014

Im Herbst Glasfasernetz

Högersdorf. Auf schnelle Internetanschlüsse können sich die Bürger freuen. Bürgermeisterin Hella Dorando-Marsch berichtete während der Gemeindevertretersitzung, dass der Wege-Zweckverband derzeit das Gemeindegebiet genau untersuche. Das sei nötig, um die Glasfaserleitungen bestmöglich verlegen zu können. "Danach werden die Erdarbeiten beginnen. Ab Herbst soll Högersdorf mit dem schnellen Internet versorgt sein."

Keine Steueranhebung. Die positiven Meldungen gingen weiter. Finanzausschuss-Mitglied Mathias Bölke trug den Haushaltsplan der 412 Einwohner zählenden Gemeinde vor. "Wir benötigen in diesem Jahr keine Kredite, und die Hebesätze bleiben konstant: Bei den Grundsteuern in Höhe von 280 Prozent und bei der Gewerbesteuer bei 320 Prozent."

2014 stehen Erträgen von 467.600 Euro Aufwendungen von 529.200 Euro gegenüber. Nach der neuen Buchhaltungsmethode sind darin Abschreibungen enthalten. Der Fehlbetrag von 61.600 Euro kann aus Reserven gedeckt werden. Über 152.800 Euro hat Högersdorf flüssig. Nur kleine Investitionen sind geplant, etwa 9.000 Euro für Digitalfunkgeräte der Feuerwehr.

Dorfplatz umgestaltet.

Der Spielplatz auf dem Dorfplatz wird mit einem neuen Spielgerät bestückt. Außerdem soll zum Teil in Eigenarbeit eine 50 Quadratmeter große Fläche ausgekoffert und mit Spielsand neu befüllt werden.

Auf dem Dorfplatz sind vier über 100 Jahre alte Linden gefällt worden. Zuvor war ein Baumgutachten erstellt und die Genehmigung der Naturschutzbehörde beim Kreis eingeholt worden. Die Bäume hatten Faulstellen und waren mit Pilz befallen. "Innerhalb von sechs Monaten muss Ersatz gepflanzt werden", erklärte die Bürgermeisterin Verordnungen.hdb

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Segeberger Zeitung | 19. März 2014

Land muss A-20-Trasse neu prüfen

Bundesverwaltungsgericht bestätigt Klage von Naturschützern: Verkehrsministerium unter Zugzwang


Kiel. Neuer Ärger mit der Autobahn 20: Nach dem vom Bundesverwaltungsgericht Leipzig verhängten Baustopp zwischen Bad Segeberg und Wittenborn muss das Land alternative Trassenführungen neu beraten. CD

Von Bastian Modrow

Im November 2013 hatte das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) den Weiterbau der Autobahn 20 für das Teilstück zwischen Bad Segeberg und Wittenborn gestoppt. Nun legten die Richter die Begründung ihrer Entscheidung vor. Ausschlaggebend war die Gemeinschaftsklage der Umweltverbände BUND und Nabu gegen den Planfeststellungsbeschluss gewesen. Beide hatten eine Prüfung alternativer Trassen verlangt.

So will es nun auch das Verwaltungsgericht. Nach Einschätzung der Richter hätten während der Planungsphase durchlaufende Streckenalternativen nicht von vornherein ausgeblendet werden dürfen. Neben der bisherigen Route waren ursprünglich drei weitere Varianten aufgestellt worden - unter anderem ein Autobahn-Tunnel durch Bad Segeberg. Diese sogenannte Nordtrasse wird nun allerdings auch von den Richtern nicht weiter zur Prüfung angeregt. Bei den übrigen beiden Alternativen - der weiträumigen Südumfahrung und der Schwissellinie - müsse allerdings geklärt werden, ob diese der Umwelt nicht weniger schaden würden als die favorisierte Trasse.

Damit nicht genug Ungemach: Schließlich zieht das BVerwG-Urteil auch noch die Pläne von Verkehrsminister Meyer in Zweifel, bei Bad Segeberg zum Schutz von Fledermäusen ein Tempolimit von 60 km/h zu verhängen. Dies sei ein grundsätzlicher Widerspruch, hatte Meyers Amtsvorgänger genau dies noch als Argument gegen die Stadttunnel-Variante aufgeführt. Rüdiger Nebelsieck, Fachanwalt der klagenden Umweltverbände, lobt den Richterspruch. "Das Urteil eröffnet die Chance, nunmehr im Bereich der Stadt Bad Segeberg eine rechtskonforme und die Umwelt sowie die Menschen weniger belastende Alternative zu entwickeln."

Der CDU-Verkehrsexperte Hans-Jörn Arp fordert, Planfeststellung und Bau der A20-Abschnitte westlich der A7 vorzuziehen. "Menschen und Wirtschaft wollen und brauchen die Autobahn. Wenn es jetzt im Osten stockt, muss im Westen weitergebaut werden." Christopher Vogt (FDP) kritisiert: "Minister Meyer hat die Landesregierung mit seinem Tempo-60-Vorschlag lächerlich gemacht. Jetzt hilft nur noch gründliche Arbeit unter Federführung der Staatskanzlei." Andreas Tietze (Grüne) kontert: "Die Folgerungen aus dem Urteil bedürfen einer gründlichen Prüfung. Schnellschüsse führen nicht weiter." So sieht es offenkundig auch das Verkehrsministerium. Dort will man das Urteil zunächst prüfen. Am Freitag will sich Meyer äußern.

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Segeberger Zeitung | 20. Februar 2014

Der Knick-Unsinn

Kreisbehörden halten neuen Landeserlass für wirklichkeitsfremd - Kritik auch wegen Unfällen an A20-Wildbrücke.

Kreis Segeberg. Selten war eine Kritik des Kreisnaturschutzbeauftragten Hans-Peter Sager aus Strukdorf und des Leiters der Unteren Naturschutzbehörde (UNB), Thomas Falck, so harsch. Der neue Erlass des Landes zum Schutz der Knicks sei völlig überzogen und teuer für den Kreis, zudem sei seine Einhaltung überhaupt nicht zu kontrollieren, sagten sie während eines gemeinsamen Pressegesprächs. Von Gerrit Sponholz


Auf 45000 Kilometer schätzt der Naturschutzbund die Länge der Knicks in Schleswig-Holstein, der Bauernverband sogar auf 68000 Kilometer. Zahlen für den Kreis Segeberg nannten die beiden Experten nicht; nimmt man die Flächenverhältnisse von Kreis und Land zum Maßstab, dürfte es rund 4000 bis 6000 Kilometer Segeberger Knicks geben. Überprüfen könne die UNB im Kreis Segeberg nur etwa 10 Kilometer pro Jahr; mehr sei nicht zu schaffen, sagte Falck. Er will jährlich in 18 der 95 Gemeinden Prüfer vorbeischauen lassen. An neun halben Tagen im Jahr könnten sie jeweils etwa ein bis zwei Kilometer Knick kontrollieren.

Die Vorgaben des Knick-Erlasses hält Kreisnaturschutzbeauftragter Sager ohnehin für überzogen. Einen halben Meter Abstand zwischen Knick und Acker oder Wiese freihalten zu müssen, sei "ökologisch fragwürdig". Der Knick wachse dort einfach in die Breite. "Der Saum muss dann gemäht und gemulcht werden. Das vernichtet Kleinlebewesen." Der Erlass sei für viele Landbesitzer zudem ungerecht, weil die Last ungleich verteilt sei. Denn in Gutsbezirken gebe es gar keine Knicks, in flurbereinigten Gegenden weniger, in Ackerzonen mit nur rund drei bis fünf Hektar großen Flächen dagegen sehr viele.

Schwer zu kontrollieren sei beispielsweise auch der angeordnete "70 Grad Schrägschnitt der Sträucher". Verstöße seien gerichtsfest kaum zu belegen. Übertrieben ist nach Ansicht von Sager auch, die Überhälter, also größere Bäume in den Knicks, gesondert zu schützen. Es sei ohnehin eine "gute Handhabe" im Kreis Segeberg, in etwa 50 bis 80 Meter Abstand die kräftigen Bäume stehen zu lassen.

Falck und Landrätin Jutta Hartwieg kritisierten außerdem, dass EU, Bund und Land den Kreisen - wie mit der Überprüfung des Knick-Erlasses - immer mehr Aufgaben aufstülpen würden, sie aber kein Geld dafür überweisen. "Das ist unfair", meinte Hartwieg. Der Kreis sei so gezwungen, Aufgaben "suboptimal" zu erledigen.

Von einer Bauernversammlung wusste Falck zu berichten, dass viele Landwirte über den Knick-Erlass auch aus einem weiteren Grund erzürnt seien: "Die Straßenmeisterien haben einen Freibrief." Zum Schutz der Verkehrssicherheit dürften sie Knicks an Straßenrand regelrecht rasieren. Folgen Bauern diesem Beispiel bei ihren Äcker-Knicks, würden ihnen Prämienzahlungen der EU gekürzt. Falck: "Den Ärger der Landwirte kann ich nachvollziehen."

Für völlig verfehlt hält Naturschutzbeauftragter Sager im übrigen, wie Land und Bund die Wildbrücke über die A20 bei Strukdorf gebaut haben. Die Brücke führe die Tiere direkt auf die gut ausgebaute Kreisstraße 115, die ehemalige B 206. Er erinnerte an einen Unfall mit Schwarzwild im vergangenen Dezember, wo Schwarzwild die K115 überquerte und mit zwei Wagen zusammen stieß. Beide Autos hatten nur noch Schrottwert. Die Fahrer blieben unverletzt. Etwa 600 Tiere würden pro Jahr dort über die K115 laufen, sagte Sager. Zumindest Warnschilder müssten aufgestellt werden, forderte er. Außerdem sollte das Tempo auf 70 km/h begrenzt werden. "Wir müssen einschreiten, bevor es zu weiteren Unfällen kommt. So jedenfalls geht es dort nicht!"

Zwischen 45000 und 68000 Kilometer Knicks gibt es in Schleswig-Holstein - genauere Zahlen sind nicht bekannt. Foto Carsten Pusch/Nabu



Leserbrief von Arnold Wilken

Veröffentlichung "Der Knick Unsinn" in der Segeberger Zeitung am 20 02.2014

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

ich bitte den Leiter der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Segeberg, Thomas Falck und den langjährigen Kreisnaturschutzbeauftragten, Hans-Peter Sager über ihre Aufgabenstellungen ernsthaft nachzudenken.

Schließlich ist schon in vielen großen Flurbereinigungsgebieten im Kreisgebiet ein Teil von vernetzten Knicklandschaften zerstört worden. Nur eine der ökonomischen Folgen: Starke Winde nehmen den Mutterboden mit auf die Reise und verringern die Qualität des Ackerbodens.

Es wird höchste Zeit, dass der neue Erlass zum Schutz der Knicks wirksam angewandt wird. Dabei bin ich sicher, dass die Mehrheit der Landwirte bei der Umsetzung der Vorschrift keine Probleme haben bzw. machen. Und Herr Falck wird seine Mitarbeiter(innen) nicht überfordern, wenn diese auch die Kilometer langen Knicks registrieren, die fünfzehn, zwanzig Jahre und länger nicht auf den Stock gesetzt wurden.

Folge: Ein gesunder Knick geht vor die Hunde. Eine Baumreihe ist kein Ersatz.

Das Heranpflügen des Ackers bis an den Knickfuss hat den Landwirten noch nie zusätzliche Erträge gebracht. Das bestätigen sogar ehrliche Funktionäre. Der Abstand von der bewirtschafteten Fläche bis zum Knickfuss sollte 1 Meter betragen.

Folge: Gut für die Natur. Keine geringeren Erträge.

Aber der Umweltminister ist ja immer zum Kompromiss bereit.

Die Forderungen von Thomas Falck, Hans-Peter Sager und Jutta Hartwieg nach weiteren finanziellen Förderungen der Landwirte? Die EU Zuschüsse bitte im Internet nachlesen.

Mit freundlichen Grüssen
Arnold Wilken
23795 Högersdorf - Rotenhahn

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Segeberger Zeitung | 06. Februar 2014

Noctalis hilft bei Fledermaus-Untersuchungen zur A20-Trasse

Kreisbehörden halten neuen Landeserlass für wirklichkeitsfremd - Kritik auch wegen Unfällen an A20-Wildbrücke

Bad Segeberg. Sehnlich wird von vielen Bad Segebergern der Weiterbau der A20 erwartet. Weil aber das Bundesverwaltungsgericht die sogenannte kleine Südumgehung wegen mangelhafter Untersuchungen zum Fledermausschutz gestoppt hat, muss nun nachgearbeitet werden. Daran wird sich das Fledermauszentrum Noctalis beteiligen. Dafür gab die Stadtvertretung in ihrer jüngsten Sitzung grünes Licht.

Vor acht Jahren hatte ein Gutachter das Flugverhalten der Fledermäuse nicht genau genug untersucht. Noctalis-Chef Florian Gloza-Rausch hatte damals vor diesen fachlichen Mängeln gewarnt, war aber ignoriert worden. Jetzt soll derselbe Gutachter erneut ran - und er sieht sich laut Bürgermeister Dieter Schönfeld nicht in der Lage, das rund 5000 Hektar große Betrachtungsgebiet allein zu untersuchen. Daher sollen die Noctalis-Experten bei der Kartierung mithelfen.

„Während des Planverfahrens zur A20 sind die wissenschaftlichen Standards verschärft worden“, erläuterte Schönfeld. Jetzt soll ganz genau festgestellt werden, an welchen Stellen sich die Flugrouten der Fledermäuse mit der geplanten Autobahntrasse kreuzen. Notfalls soll an diesen Stellen nachts eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 60 Stundenkilometern eingerichtet werden, um die Fledermäuse nicht zu gefährden.

Für die Untersuchung muss das Noctalis jedoch 13 Spezialgeräte (so genannte „Batlogger“) für 50000 Euro zum Lokalisieren der Tiere anschaffen. Dieses Geld gab die Stadtvertretung nun frei - unter der Voraussetzung, dass das Noctalis in den kommenden Tagen einen entsprechenden Auftrag vom Land Schleswig-Holstein bekommt. Werden die Experten wider Erwarten nicht eingesetzt, müssen auch die Gerätschaften nicht gekauft werden. Dieser Punkt animierte einige Stadtvertreter zu wiederholten Nachfragen.

Für das Noctalis könnte die Sache laut Schönfeld sogar ein gutes Geschäft werden. Eventuell machen Gloza-Rausch und seine Kollegen einen kleinen Gewinn - und haben am Ende die auch für andere Untersuchungen nützlichen „Batlogger“ quasi auf Landeskosten angeschafft.

Eile war in der Stadtvertretung geboten, weil die Fledermäuse nach Auskunft der Fachleute in jedem Jahr zwischen dem 20. Februar und dem 1. März aus ihrem Winterquartier in der Kalkberghöhle ausschwärmen - je nach Witterung. Da diesmal das Flugverhalten während des gesamten Jahres untersucht werden soll, muss die Kartierung zu diesem Zeitpunkt beginnen - oder sie würde auf 2015 verschoben. „Dann würden wir mit dem A20-Bau ein ganzes Jahr verlieren“, warnte Schönfeld. „Das kann doch niemand hier am Tisch wollen.“

Die große Mehrheit der 29 anwesenden Stadtvertreter stimmte der Ausgabe zu: Es gab 24 Ja-Stimmen. Vier Kommunalpolitiker stimmten dagegen, einer enthielt sich. stm

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Segeberger Zeitung | 04. Februar 2014

Der einzige Brand war im Nachbardorf


Högersdorfs Wehrführer Rüdiger Bruhn (von links) zeichnete Ralf Reißig und Heiko Teegen für 10 Jahre Feuerwehr-Zugehörigkeit sowie Stefan Thoms und den als Kassenwart wiedergewählten Ulrich Rath für 20 Jahre Mitgliedschaft mit entsprechenden Jahresspangen aus. Foto hdb

Auf das Großfeuer Mitte Dezember in Mözen blickte Wehrführer Rüdiger Bruhn während der Jahreshauptversammlung zurück. Im Nachbardorf waren 3000 Strohballen verbrannt, Hundert Feuerwehrleute aus der Umgebung löschten und sicherten die anliegenden Gebäude.

Es war der einzige Brandeinsatz der 21 Aktiven aus Högersdorf. Drei technische Hilfeleistungen (Bäume entfernen und Tür öffnen) komplettieren das Einsatzgeschehen.

Einstimmig wurde Ben Bohle als Feuerwehrmann aufgenommen. Kassenwart Ulrich Rath wurde einstimmig für die nächsten sechs Jahre in seinem Amt bestätigt. Caroline Thoms übernahm die Aufgabe der Sicherheitsbeauftragten.

Ralf R. und Stefan Masmann wurden zu Oberfeuerwehrmännern befördert. Heiko Teegen und Ralf R. erhielten für 10 Jahre, Stefan Thoms und Ulrich Rath für 20 Jahre Mitgliedschaft die entsprechenden Jahresspangen.

Zur Ortswehr gehören auch sieben Ehrenmitglieder, drei Jugendfeuerwehrleute und 30 Förderer. hdb

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Segeberger Zeitung | 24. Januar 2014

Holsteins Herz will neue Impulse geben

Aktivregion bereitet sich auf die neue EU-Förderphase ab 2015 vor

Kreis Segeberg. Neue Impulse für Segeberger Dörfer durch Finanzspritzen aus Brüssel? Leute mit guten Ideen können dem Nordkreis einen Schub verpassen, die EU gibt Geld dazu.

420 Millionen Euro fließen in den nächsten sieben Jahren aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung der ländlichen Räume (ELER) nach Schleswig-Holstein, das sind 117 Millionen Euro mehr als in den sieben Jahren davor. Davon rund 63 Millionen Euro (davor 56 Millionen Euro) sind für die 21 Aktivregionen im Land vorgesehen.

Vom Geldsegen aus Brüssel profitieren sollen auch die Einwohner im Norden der Kreise Segeberg und Stormarn, wo der Trägerverein Holsteins Herz in der gleichnamigen Aktivregion die Verteilung der Mittel seit 12 Jahren managt. Die Vorbereitungen laufen an. Strukturierter und zielorientierter als bisher soll die Entwicklung der Region gefördert werden, kündigten Vorstandsmitglieder an.

Noch steht kein einziges Projekt fest, auch die Zusage der Kommunen, ob sie dabei bleiben wollen, fehlt noch. Oldesloe-Land hat gekündigt, aus den anderen Bereichen gebe es aber "positive Signale", sagte Geschäftsführer Theo Siepmann.

Die Grundlagen der Arbeit ab 2015, vor allem eine neue Entwicklungsstrategie, sollen in diesem Jahr erarbeitet werden. Wenn dann Gebiet, Ziele und Kriterien fest stehen, kann mehr Geld unter die Leute gebracht werden als bisher.

In der auslaufenden Förderphase wurden nach Siepmanns Angaben 49 Projekte (33 im Kreis Segeberg, 16 im Kreis Stormarn) mit knapp 3 Millionen Euro EU-Zuschüssen gefördert, was Investitionen von 7,6 Millionen Euro auslöste. "In Stormarn tun sich die Gemeinden schwerer, Projekte zu entwickeln", begründete stellvertretender Vorsitzender Heinz Hartmann (Kreis Stormarn) die Diskrepanz.

Insgesamt könne Holsteins Herz "stolz darauf sein, welch interessanten und schönen Projekte entwickelt" wurden, sagte Vorsitzender Werner Schultz aus Trappenkamp. Die Fahrradwege auf Kirchenrouten, der Kletterturm im Erlebniswald Trappenkamp und die "Ideen vom Küchentisch" in Wensin ragten dabei heraus. Manche Vorhaben wären ohne die Förderung gar nicht verwirklicht worden, andere hätten eine Kettenreaktion nach sich gezogen. Wie schon das vorige wird auch dieses Jahr von "Holsteins Herz" als Zeit des Übergangs charakterisiert. Es werden nur noch bereits bewilligte Projekte abgewickelt.

Ab 2015 wird ein Förderschwerpunkt auf alle Fälle "Klimawandel und Energie" sein, zur Wahl stehen außerdem nachhaltige Daseinsvorsorge, Wachstum und Innovation sowie Bildung. Das Strategiepapier von Experten und eine Regionalkonferenz legen fest, wie diese Oberbegriffe vor Ort mit Leben gefüllt werden, welche Ziele sich die Region setzen will.

Einzelne Vorhaben könnten dann bis zu 80 Prozent bezuschusst werden, bisher waren 55 Prozent die Obergrenze. Weder das Land noch die EU bestimmen, wer wie viel Zuschuss bekommen wird, sondern Holsteins Herz legt eigene Förderquoten nach selbst erarbeiteten Kriterien fest.

stö

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Segeberger Zeitung | 18. Januar 2014

Kreisumlage wird um 3,3 Prozent gesenkt

Kreis schafft 23 neue Stellen und erlässt Kommunen 3 Millionen Euro


Der Kreis entlastet seine 95 Städte und Gemeinden. Um 3,3 Prozent senkt er für dieses Jahr die Umlage, die die Kommunen zahlen müssen. Außerdem darf die Kreisverwaltung ihr Personal um 23 auf 455 Stellen aufstocken. Um all das bezahlen zu können, muss der Kreis sich weiter verschulden, um plus 1,3 Millionen Euro auf dann 86 Millionen Euro. Das entspricht gut 320 Euro pro Einwohner.

Von Gerrit Sponholz

Den Haushalt 2014 beschloss der Kreistag mit einer "neuen bürgerlichen Mehrheit". So wurde unter Abgeordneten das Stimmverhalten der Fraktionen genannt. Die Grünen und ein Pirat stimmten mit CDU und FDP (37) gegen SPD, Linke und den anderen Vertreter der Piratenpartei (19).

Gut 3 Millionen Euro kostet es den Kreis, dass er den Hebesatz für die Berechnung der Kreisumlage von 37,5 auf 36,25 Prozentpunkte reduziert (minus 3,3 Prozent).

"Wir halten unser Versprechen gegenüber den Kommunen ein", sagte FDP-Fraktionschef Wolfgang Schnabel.

Dass die Grünen zustimmten, erklärte Maren Berger mit der Hoffnung auf eine gute Kooperation mit den Kommunen. Sie müssten viele Asylbewerber aufnehmen, das Breitbandnetz ausbauen und könnten das Geld nutzen, um etwa die Straßenbeleuchtung auf energiesparende LED-Technik umzustellen. Henning Wulf (CDU) erinnerte daran, dass der Hebesatz 1994 noch bei 31 Prozent gelegen habe und stetig erhöht worden sei. Er könnte doch noch viel mehr steigen, hielt ihm Heinz-Michael Kittler (Linke) entgegen. In Westdeutschland liege er im Schnitt sogar bei 46 Prozent. Nach Ansicht von SPD-Fraktionschefin Edda Lessing kann sich der Kreis diesen Einnahmeverzicht nicht leisten. Die Umlagensenkung "gibt es nur auf Pump". Außerdem entlaste der Kreis Städte und Gemeinden doch bereits mit mehreren Millionen, durch Kostenübernahme bei Schulen, Feuerwehr und Jugendhilfe.

Einig war sichder Kreistag, dass die Absenkung nur eine Episode für die Kommunen bleiben wird. Denn ab 2015 will das Land dem Kreis 11 Millionen Euro weniger überweisen. Dann werden die Kommunen dem Kreis wohl wieder mehr zahlen müssen.

Landrätin Jutta Hartwieg (SPD) kündigte an, bei der Planung für 2015 den alten Hebesatz zugrunde zu legen. Auch CDU-Fraktionschef Claus-Peter Dieck will für 2015 "über eine Anhebung sprechen". Gar ein "Schreckensjahr" sagte Schnabel voraus.

Der Kreistag genoss aber erst einmal das seltene Gefühl, zumindest 2014 fast so viel einzunehmen wie er ausgibt. Das Minus von 1,3 Millionen Euro werde es vielleicht nicht geben, hoffte Dieck. Erfahrungsgemäß würden nicht alle geplanten Investitionen - in Höhe von rund 10 Millionen Euro - umgesetzt, darunter 6 Millionen Euro für die Sanierung der Kreisstraßen, über 1 Million Euro für die Berufsbildungszentren und 1Million Euro für neue Krippenplätze.

In der weitgehend friedlichen Haushaltsdebatte lobte Hauptausschussvorsitzender Henning Wulf die Fraktionen. Sie hätten keine großen Wunschzettel geschrieben. Wulf stimmte auch den rund 23 neuen Stellen für die Verwaltung zu. "Viele Mitarbeiter gehen auf dem Zahnfleisch." Allein die Hälfte des Zuwachses kommt dem Hilfebereich zugute. Auch einen Pressesprecher soll die Kreisverwaltung erhalten. Dieck mahnte die Verwaltung, auf die Kosten zu achten. Schon 2013 seien 23 neue Stellen zugebilligt worden.

Weil im Laufe eines Jahres einige Stellen wegen Umbesetzung oder Krankheit nicht belegt sein würden, setzten CDU, FDP, Grüne und ein Pi- rat durch, pauschal 400000 Euro aus dem Personaletat (30 Millionen Euro) zu streichen.

Schnabel forderte außerdem von Landrätin Hartwieg das vor Jahren versprochene neue Organisationskonzept für die Kreisverwaltung ein. Sie habe es schon fertig in der Schublade, antwortete Hart wieg, aber es hätten ihr die Ressourcen gefehlt, um es umzusetzen. Nun habe sie sie, konterte Wulf, und sagte: "Legen Sie es uns vor!"

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Segeberger Zeitung | 18. Januar 2014

Klage zurückgezogen: Aber wer zahlt den Ausbau der Kreuzung?

Stadt Bad Segeberg erwartet Übernahme aller Kosten und nicht nur des Hauptteils, wie vom Land angekündigt.


Bad Segeberg. Möbel Kraft hat geliefert - jetzt sind die anderen am Zug. Nachdem das Unternehmen vom Kieler Verkehrsministerium die Zusage erhalten hatte, für den vorgezogenen Ausbau der Kreuzung Ziegelstraße / Hamburger Straße zu sorgen, zog die Geschäftsführung ihre Klage gegen den Weiterbau der A 20 bei Bad Segeberg wieder zurück. Doch nun müssen die Stadt Bad Segeberg und das Land Schleswig-Holstein erst einmal eine wichtige Frage klären: Wer bezahlt das Millionen-Projekt? Von Thorsten Beck

Bei der Stadt Bad Segeberg geht man davon aus, dass sämtliche Kosten für den aufwändigen Ausbau des Verkehrsknotenpunktes entweder vom Bund oder vom Land getragen werden. Im Raum steht derzeit ein Betrag in Höhe von 1,25 Millionen Euro - wobei diese Summe einer Kalkulation aus dem Jahr 2008 entstammt. Und billiger werden Verkehrsprojekte im Zeitraum von rund sechs Jahren erfahrungsgemäß nicht.

Mit einiger Irritation hat die Stadtverwaltung daher auf ein Schreiben des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie des Landes Schleswig-Holstein reagiert, in dem statt von einer hundertprozentigen Übernahme lediglich von einem -Hauptteil der Kosten- die Rede ist. Stellt sich also die Frage: Wie hoch ist dieser Hauptteil, und wer soll für den Rest aufkommen? "Ich hatte die Erwartung, dass sämtliche Kosten für Bauleitund Straßenplanung sowie Bauausführung übernommen werden", schrieb Bürgermeister Dieter Schönfeld nach Kiel.

Die Stadt Bad Segeberg hatte in den intensiven Gesprächen mit Möbel Kraft und Landesregierung nur vor diesem Hintergrund die Bereitschaft erklärt, ihren Teil an dem Geschäft zu übernehmen: nämlich die baurechtlichen Bedingungen vor Ort zu schaffen und den Umbau zu überwachen.

Weil sich in der kommenden Woche in Bad Segeberg auch der zuständige Ausschuss für Bauen und Umwelt mit dem Thema befassen will (Mitt- woch, 22. Januar, 18.30 Uhr, Bürgersaal), drängt die Verwaltung nun auf eine detaillierte Aufschlüsselung der Beträge, damit die Kommunalpolitiker auch eine belastbare finanzielle Grundlage für ihre Entscheidung bekommen (Schönfeld: "Für einen Beschluss sehr bedeutsam").

Aus dem Ministerium kam nach der Rückfrage aus Bad Segeberg laut Verwaltung nur der Hinweis, der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr in Lübeck sei damit beauftragt worden. Mit besonderem Interesse dürfte dieser Vorgang an der Ziegelstraße verfolgt werden. Denn Möbel Kraft hatte seine Klage gegen den so genannten Planfeststellungsbeschluss für den A 20-Abschnitt zwischen Weede und Wittenborn nur unter der Bedingung zurückgenommen, dass der Ausbau der Kreuzung vor Beginn des Autobahn-Weiterbaus stattfindet. Geschäftsführer Dr. Gunnar George hatte immer betont, das Möbel-Haus sei kein Gegner der A 20. Durch die neue Verkehrsführung drohe rund um das Firmengelände jedoch ein ständiger Verkehrsinfarkt - und damit auf Sicht das Fernbleiben vieler Kunden.

Auch wenn der Zeitplan für die Bad Segeberger Südumgehung nach dem Baustopp-Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes in Leipzig ohnehin erst einmal komplett durcheinander geraten ist, bereiten die möglichen Konsequenzen des Ausbaus den Verantwortlichen der in Kreisstadt bereits heute große Sorgen. Denn mit dem Bau der A 20 soll auch die Trassenführung der beiden für Bad Segeberg bedeutsamen Bundesstraßen verändert werden. Der Plan: Bei Högersdorf wird die B 432 in Richtung B 206 verschwenkt. Die Folge: Die meisten Fahrzeuge kommen dann nicht mehr über die Hamburger Straße ins Stadtgebiet, sondern über die B 206. Gutachter prognostizieren weit über 30 000 Kfz am Tag.

Laut Experten wird ein Großteil der Belastung der dann ehemaligen B 432 zwischen dem LeVo-Park - der früheren Kaserne - und der Einmündung der B 432 (Ziegelstraße) in die B 206 genau auf der ohne schon stark frequentierten Kreuzung liegen. Daher habe die Stadt die Sorgen von Möbel Kraft auch verstanden und beim Land von Beginn an mit darauf hingewirkt, dass dieser Bereich zuerst angepackt wird. Ursprünglich war sogar einmal geplant gewesen, den gesamten Verkehr in Richtung Ostsee über die jetzige Rampe zwischen B 206 und B432 abzuwickeln. Doch es sei schnell klar geworden, dass sich an der Einmündung aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens erhebliche Rückstaus bilden würden.

Auch wenn noch nicht endgültig feststeht, ob Kraft bei der Rücknahme der Klage womöglich mit Zitronen gehandelt hat, so hat der juristische Paukenschlag zumindest eines bewirkt: Das Land hat sich bewegt. Noch 2009 war aus Kiel eine eindeutige Botschaft gekommen: Ein Ausbau des Kreuzung stehe überhaupt nicht zur Debatte.

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