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Högersdorf, der 30.04.2017 um 12:58 Uhr
A 20 wird 25 Prozent teurer

Segeberger Zeitung, 18.03.16

Bund sichert Fortsetzung des Autobahnbaus im Kreis Segeberg finanziell zu – Bürger dürfen ab Montag mitreden

Die 29,6 Kilometer zwischen Weede und A7 sollen insgesamt
343,9 Millionen Euro kosten.

Von Gerrit Sponholz

Kreis Segeberg. Die A20 im Kreis Segeberg wird weitergebaut. Allerdings wird sie um ein Viertel teurer als geplant. Und: Ein Projekt für den Schienenbahnverkehr ist beerdigt. Die Strecke der Nordbahn Bad Oldesloe-Bad Segeberg-Neumünster wird nicht elektrifiziert. Das alles geht aus dem Entwurf für den Bundesverkehrswegeplan hervor.

Darin benennt der Bund, was er bis zum Jahr 2030 bauen und bezahlen will. Die Projekte der Liste sei voraussichtlich komplett finanzierbar, sagt der CDU-Bundestagsabgeordnete Gero Storjohann aus Seth, Verkehrsexperte seiner Fraktion. Das sei in früheren Plänen anders gewesen. Da sei selbst die Liste mit den vorrangigen Projekten des „vordringlichen Bedarfs“ zu einem Drittel überbucht gewesen.

Aus dem Entwurf von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) geht hervor, dass die A20 auf jeden Fall von Weede bis zur A7 bei Bad Bramstedt weitergebaut wird. Das Projekt läuft in der allerhöchsten Stufe der „laufenden und fest disponierten Projekte“. Die 29,6 Kilometer in zwei Bauabschnitten kosten 343,9 Millionen Euro; 25 Prozent mehr als die bisher kalkulierten 276 Millionen Euro. CDU-Politiker Storjohann hält den Preisanstieg für nicht verwunderlich. Die bisherigen Beträge stammten aus dem alten Bundesverkehrswegeplan von 2003. Mittlerweile seien die Anforderungen an den Umweltschutz gestiegen, was den Ausbau verteuert. Außerdem sei die Inflation zu berücksichtigen.

Auch SPD-Bundestagsabgeordneter Franz Thönnes aus Ammersbek sieht die A20 im Kreis Segeberg auf der sicheren Seite: „Die Mittel hierfür stehen bereit.“ Die weiteren A20-Abschnitte von der A7 bis zu geplanten Elbquerung bei Glückstadt seien im „vordringlichen Bedarf“ eingestuft. „Das ist eine sehr gute Grundlage für die Realisierung.“

Über diese Einstufung der A20-Abschnitte östlich und westlich der A7 in unterschiedliche Gruppen gibt es abweichende Interpretationen. Arne Hansen, A20-Gegner, Naturschützer und Bürgermeister von Klein Gladebrügge, sieht darin eine „Zurückstufung“ der A20 westlich der A7. Der Bund sehe ein, dass das Geld für die ganze A20 nicht reiche und die Verkehrsprognosen dort „einen Autobahnbau nicht hergeben“.

Diese Sicht weisen zwei Experten zurück. „Die A20 ist voll drin“, sagt Storjohann. Und Harald Haase, Pressesprecher des SPD-geführten Landesverkehrsministeriums, betont: „Der Entwurf bestätigt die A20-Planung.“ Wenn das Baurecht da sei, zahle der Bund und es werde komplett gebaut.

Was vielleicht eine Rolle spielte: Die Grünen in der Landesregierung hadern mit dem Weiterbau der A20 über die A7 hinaus in Richtung Westen. Eine Festlegung des Bundes jetzt hätte eventuell zu Streit mit dem Partner SPD führen können, der gern die ganze A20 bauen will.

Noch 2016 will das Land die geänderte Planung für die beiden A20-Abschnitte im Kreis Segeberg vorlegen und deren Bau genehmigen. Zuvor hatte es beim Naturschutz und bei der Trassenwahl nacharbeiten müssen. A20-Kritiker Hansen droht bereits: Wenn das Land an seiner alten Planung festhält, wird dagegen geklagt.

Herausgeflogen aus der Wunschliste des Landes ist die Elektrifizierung der Bahnstrecke Bad Oldesloe-Neumünster. Details nannten Bund und Land nicht. Klar ist aber: Sie hat an Bedeutung verloren. Die Strecke war mal als Ausweichtrasse für Güterverkehr nach Dänemark gedacht. Der wird aber bald über die neue Fehmarnbeltquerung laufen.

Bürger können vom 21. März bis 2. Mai Stellung zum Bundesverkehrswegeplan nehmen. Das Online-Formular steht in dieser Zeit bereit: www.bvwp2030.de


Autor: S.Bölke 18.3.16