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Zurück zu G 9: Der Fahrplan steht

Bildungsministerin Prien (CDU) will bis Februar 2018 Klarheit für Schüler, Lehrer und Eltern
Die CDU hatte die Rückkehr zu G9 versprochen, die neue Bildungsministerin Karin Prien setzt sie jetzt um.
VON CHRlSTlAN HIERSEMENZEL
Segeberger Zeitung, 20.07.17

KIEL. Kurz vor den großen Ferien hat Schleswig-Holsteins neue Bildungsministerin Karin
Prien (CDU) überraschend ihren Fahrplan für die Rückführung der Gymnasien zum Langsam-Abitur vorgestellt -
es war eines der großen Wahlversprechen ihrer Partei.
In einer Pressemitteilung, die am Mittwochnachmittag zeitgleich zur Landtagssitzung verschickt
wurde, kündigte sie noch für August Gespräche mit den Leitern von Schulen an, an denen das G9 bereits besteht. Es solle
darum gehen, „wie man von deren Erfahrungen profitieren “ könne und welche Unterstützung für die Umstellung benö-
tigt werde. „Wir lassen die Schulen in diesem Prozess nicht allein“, versprach Prien.

Ihr Haus wolle die Veränderungen mit allen Kräften flankieren sowie die Betroffenen informieren und mit ihnen dis-
kutieren. Nach den Ferien gebe es Termine mit dem Zusammenschluss aller gymnasialen Schulleitungen, dem soge-
nannten Direktorenverbindungsausschuss, sowie mit den regionalen Arbeitskreisen der Orientierungs- und Mittelstu-
fenleitungen und den Fachvorsitzenden der Kernfächer. Darüber hinaus bereite man die Einladung zu einem Runden
Tisch vor, an dem der Landeselternbeirat und die LandesSchülervertretung der Gymnasien sowie Vertreter der Kom-
munalen Spitzenverbände sitzen sollen.
Sprechen werde man auch mit dem Philologenverband und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft.

Für November sei eine Schulleiterdienstversamrrılung geplant, bei der es mehrere Workshops geben soll.
Die Jamaika-Regierungsfraktionen wollen nach Angaben des Bildungsministeriums gleich nach der Sommerpause
das nötige Gesetzänderungsverfahren einleiten. Ziel sei es, für alle Gymnasien bis zum Jahresende das Abitur nach 13
Schuljahren wieder einzuführen - es sei denn, die jeweilige Schulkonferenz entscheidet sich in geheimer Abstimmung
mit Dreiviertelmehrheit dagegen. Dieser Meinungsbildungsprozess habe bis zur Gesetzesänderung Zeit: Ein ver-
bindlicher Beschluss über G8 oder G9 sei erst mit Vorliegen dieser Rechtsgrundlage möglich. Dann allerdings drängt die
Zeit. Prien wiederholte: „Mir ist wichtig, dass die Eltern, die ihre Kinder zum Schuljahr 2018/19 am Gymnasium an-
melden wollen, möglichst frühzeitig wissen, ob sie dort G8 oder G9 bekommen.“ Sie wies darauf hin, dass es für die El-
tern des künftigen 5. Klassenjahrgangs die gewohnten Informationsveranstaltungen geben werde: Der Anmeldezeit-
raum beginnt am 26. Februarund endet am 7. März. Bereits dann aber sollen die Schulkonferenzen verbindlich über G8
oder G9 entschieden haben, damit für alle Seiten Klarheit herrscht. Prien: „ Ich möchte die Schulen nicht mit einer lange
ausdauernden Debatte über G9 belasten."

„Endlich “, sagte Anita Klahn (FDP): „Wäre es nach uns gegangen, hätte es des Intermezzos seit 2012 nicht bedurft."
Ines Strehlau (Grüne) räumte ein, dass der Zeitplan „eng getaktet“ sei. Martin Habersaat (SPD) dagegen sprach ange-
säuert von einer „Missachtung des Parlaments“, weil genau dieses Thema an diesem Donnerstagmorgen im Plenum auf
der Tagesordnung stehe. „An die Stelle des Dialogs treten ,Informati0n' und ,Erläuterung'. An die Stelle großer
Runden, in denen Beteiligte auch untereinander ins Gespräch kommen, treten viele kleine Einzelgespräche." Jamaika regiere durch.
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