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Ein Ort, in dem jeder gerne lebt - Högersdorf

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Einen Spielplatz in Rotenhahn gibt es nicht, und so spielen sämtliche Kinder im Garten der Familie Wiebers. Wie Kristina (v.l., 11), die mit Pia (3) und Gina (10) in deren Sandkiste gräbt. Foto: DOMANN

Lübecker Nachrichten | 09. August 2008

Högersdorf – Jeder Ort hat seine Reize. Und die kennen die Menschen, die dort wohnen, am besten. Die LN haben Högersdorfer Einwohner gebeten, ihr Dorf, seine idyllischen und besonderen Plätze den Lesern vorzustellen.
Naturnah und doch nur einen Katzensprung entfernt von Bad Segeberg zu wohnen, dass schätzen die Högersdorfer und Rotenhahner an ihrer Gemeinde. Deshalb sind Koppeln und Felder sowie der eigene Garten Lieblingsplätze vieler Einwohner.

„Ein Lieblingsplatz ist der Teich in unserem Garten“, sagt Bürgermeister Ulrich Jordan. Vor 25 Jahren erwarb der 61-jährige Sozialpädagoge den Bauerhof der Familie Greve und richtete dort die Wohngruppe Högersdorf ein, eine stationäre Lebens- und Arbeitsgemeinschaft für erwachsene Menschen mit geistigen und psychischen Behinderungen.

„Auf dem Teich sind wir im Winter Schlittschuh gelaufen“, erinnert sich Herbert Gernandt (55) und fügt hinzu, dass vor seiner Zeit ein Junge im Eis eingebrochen und gestorben sei. Seit 52 Jahren lebt der Berufsschullehrer in Högersdorf und weiß vieles über das Dorf zu berichten. So hatte zum Beispiel Högerdorf mit Heidmühlen um 1930 eine Krankenversicherung eingerichtet, die dann später zur AOK Segeberg wurde. Oder dass die Högersdorfer sich mit Schwissel, Bebensee und Mözen zu einem Löschverband zusammengeschlossen hatten, bevor sie 1934 eine eigene Freiwillige Feuerwehr gegründet haben. Als eine der ersten Gemeinden hatte Högersdorf eine eigene Wasserversorgung; eine Wassermühle pumpte Wasser in einen höheren Vorratsbehälter, der dann die wenigen Häuser des Dorfrundlings versorgte. An den Gasthof (die heutigen Holsteiner Stuben) und den angeschlossenen Kolonialwarenladen erinnert sich Gernandt ebenfalls. „Paula, die Frau von Otto Greve, führte ihn. Uns Kindern hat sie immer Bonbons geschenkt.“ Sie war so beliebt im Dorf, dass die Bürger noch zu ihrer Lebzeit eine Straße nach ihr benannten: Paulas Höh. (mehr zu Högersdorf und seiner geschichte am Sonntag in den LN)

Von Silvie Domann
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