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Triumph der Kleinen und der neuen Fraktionen

Bild: Triumph der Kleinen und der neuen Fraktionen
Kreistag Segeberg: CDU und SPD verlieren – AfD, WI-SE und Freie Wähler erstmals drin – Acht Fraktionen erhalten 62 Sitze statt regulär 49
Segeberger Zeitung, 07.05.18
Von Gerrit Sponholz

Kreis Segeberg. Einen gewaltigen Umbruch erlebt der Segeberger Kreistag. Kräftig verlieren CDU und SPD. Die kleineren Fraktionen Grüne, FDP und Linke legen zu, drei neue Gruppierungen ziehen in den Kreistag ein: Die Alternative für Deutschland (AfD), die Wählerinitiative Segeberg (WI-SE) und die Freien Wähler.

Die Mehrheit im Kreistag (62 Sitze) liegt nunmehr bei 32 Sitzen. Rechnerisch könnten CDU und Grüne sie bilden.

Das Wahlergebnis verspricht auch Spannung für die Wahl des Landrats 2020. Bislang amtiert der parteilose Jan Peter Schröder. Er will wieder antreten.

Die CDU gewann diesmal nicht alle 25 Wahlkreise direkt, verlor in Norderstedt zwei an die SPD in Norderstedt. Die CDU erhielt 36,9 Prozent (minus 6,8 Prozentpunkte) und 23 Sitze (minus 2). Zweitstärkste Kraft bleibt trotz heftiger Verluste die SPD mit 21,5 Prozent (minus 7,5 Prozentpunkte). Auf sie entfallen 13 Sitze (minus 3).

Drittstärkste Kraft sind die Grünen. Sie steigerten sich auf 15,1 Prozent (plus 0,9 Prozentpunkte) und 9 Sitze (plus 1). Prozentual liegt die FDP auf dem vierten Platz mit 8,2 Prozent (plus 2,1). Allerdings erhält sie nur fünf Sitze (plus 2), ebenso viele wie die neue Fraktion AfD (plus 5), die nur 7,5 Prozent der Stimmen erhielt (plus 7,5 Prozentpunkte).

Den sechsten Rang sicherte sich die neu gebildete WI-SE mit 4,1 Prozent (plus 4,1 Prozentpunkte) und drei Sitzen. Die Linke blieb stabil bei 3,7 Prozent (plus 0,6 Prozentpunkte) und zwei Sitzen. Ebenso viele errangen die Freien Wähler. Sie kamen aus dem Stand auf 2,9 Prozent.

Ursprünglich sollte der Kreistag nur 49 Mitglieder haben. Da die CDU aber fast alle Direktmandate geholt hat und damit mehr Sitze erhält als ihr nach dem Stimmenanteil zustünden, stehen den anderen Fraktionen Ausgleichsmandate zu. Die Sitzverteilung des Kreistags entspricht damit wieder dem Stimmenanteil. Schon der bisherige Kreistag hatte deshalb 56 Sitze.

Über mögliche Kooperationen und die Sitzordnung im Kreistag wollten sich die Parteienvertreter, die zur Wahlparty ins Kreishaus in Bad Segeberg gekommen waren, noch nicht äußern. Als stärkste Fraktion wird die CDU das Amt des Kreispräsidenten für sich beanspruchen. Claus Peter Dieck aus Todesfelde ist hierfür im Gespräch.

Die durchgestartete AfD, die Fraktion mit dem größten Zuwachs, will mit allen Fraktionen sachorientiert zusammenarbeiten, sagte Spitzenkandidat Heiko Evermann (Ellerau): „Wir werden etwa bei den Finanzen ein genaues Auge drauf haben, insbesondere bei den Unternehmen des Kreises. Wir schalten die großen Scheinwerfer ein.“

Der Kreistag konstituiert sich am Montag, 11. Juni, ab 18 Uhr im Kreistagssitzungssaal in Bad Segeberg. Die Wahlbeteiligung ist von rund 45 Prozent vor fünf Jahren auf knapp 44 Prozent gesunken.

Der Kreiswahlausschuss wird das vorläufige Ergebnis prüfen und tagt am Montag, 14. Mai.
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