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Zwei Fotografinnen und ihre Blicke auf die Stadt und ihre Menschen

Bild: Zwei Fotografinnen und ihre Blicke auf die Stadt und ihre Menschen

Hella Dorando-Marsch

Bild: Zwei Fotografinnen und ihre Blicke auf die Stadt und ihre Menschen

Monika Iburg

Segeberger Zeitung, 18.09.2018
Bad Segeberg. Im Rahmen der Segeberger Kulturtage stellen zwei Hobbyfotografinnen noch bis zum 28. September ihre Arbeiten im Speicher Lüken der Volkshochschule (Lübecker Straße 10a) aus. Beide Künstlerinnen haben schon mehrfach ihre fotografischen Werke gezeigt. Hella Dorando aus Högersdorf präsentiert Bilder zum Thema „Menschen in der Stadt“, die Bad Segebergerin Monika Iburg zu „Meine Stadt – Bad Segeberg“.

Beide Frauen fotografieren bereits seit mehr als 40 Jahren und haben sich über verschiedene Fotogruppen kennengelernt. Ihr Werkzeug sind Kameras der Marke Canon. Ende des Monats gibt es auch eine Ausstellung des Forums „Augenblick“ im Dörphus in Nahe, wo weitere Fotos der beiden Hobby-Künstlerinnen zu sehen sind.

Hella Dorando sucht den Kontakt zu Menschen, spricht sie manchmal an, ist fasziniert von „Menschen in Bewegung“, die sie spontan auf ihren vielen Reisen ablichtet. „Ich versuche, die besondere Atmosphäre an einem Ort zu erfassen und komme gerne ins Gespräch mit den Personen“, schwärmt die ehemalige Steuerberaterin im Gespräch mit der Segeberger Zeitung. „Fotografieren bedeutet für mich, die Welt mit offenen Augen zu sehen und auch Schönheit und Hässlichkeit zu achten.“

Drei 40 mal 50 Zentimeter große Fotografien heißen „Männertreff“, „Frauentreff“ und „Jugendtreff“, die sie auf einer Reise im nordspanischen Burgos machte. Ältere Männer sitzen im südlichen Abendlicht auf einer Bank, und der Betrachter des Fotos meint, die Geschichten zu verstehen, die sie erzählen.

Auch die Frauen auf einem anderen Foto schwätzen freundlich. Eine jugendliche Gruppe steht lässig und erwartungsvoll auf dem Dorfplatz zusammen und freut sich auf gemeinsame Unternehmungen. „Begegnung im Museum“ ist ein Schnappschuss von zwei unterschiedlichen Museumsbesucherinnen, die sich angeregt unterhalten. Aber auch Szenen ohne Menschen hat Hella Dorando kontrastreich verewigt, wie den originell zugeparkten Autoabstellplatz, wo sich der Betrachter fragt, wer wohl zuerst ins Auto steigen darf.

Monika Iburg liebt die Makrofotografie, ihr fotografischer Schwerpunkt in dieser Ausstellung liegt jedoch in den bezaubernden Landschaftsaufnahmen und Fotos von kleinen stillen Winkeln in ihrer Heimatstadt Bad Segeberg – wie dem mitreißend schönen Blick vom Kalkberg auf die „Stadt mit Weitblick“ oder die romantische Szene an der Trave. „Ich entdecke oft Alt-Bekanntes in einer neuen Perspektive und anderem Licht – das ist immer wieder spannend und neu für mich“, begeistert sie sich.

Humorvoll sind ihre Aufnahmen von einigen Skulpturen in der Kreisstadt. Das köstliche „Streithähne“-Paar vor der Eingangstür des Amtsgerichts lässt den Betrachter schmunzeln. Die nass gespritzte Brunnenfigur des Wandergesellen vor dem Gebäude des Handwerks erinnert sie an das Brüsseler „Manneken Pis“; und so hat sie diesem Foto auch diesen Namen gegeben. Wer hat schon die herrlich marode Treppe zur ehemaligen Höhlenkrug Bäckerei genau angesehen, die sie durch Doppelbelichtung mit Wolken verfremdete, was sie zu dem Titel „Es war einmal…“ oder „Knocking on heaven’s door“ nach dem berühmten Song inspirierte. fri

Hella Dorando-Marsch Foto

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