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Müllgebühren sollen um fast 18 Prozent steigen

Bild: Müllgebühren sollen um fast 18 Prozent steigen
Schon in diesem Jahr waren sie massiv angehoben worden – Laut Wege-Zweckverband sind Kosten in die Höhe geschnellt
2 Auch Abfindung für früheren WZV-Chef muss refinanziert werden mit

den höheren Müllgebühren.

Von Gerrit Sponholz
Segeberger Zeitung, 03.11.2018

Kreis Segeberg. Die Müllentsorgung im Kreis Segeberg (ohne Norderstedt) soll 2019 im Durchschnitt um 17,7 Prozent teurer werden. Das haben Gremien des Wege-Zweckverbands (WZV) der Vollversammlung am 4. Dezember vorgeschlagen. Dem WZV-Parlament gehören die Bürgermeister der 94 Städte und Gemeinde an.

Das wäre die zweite große Erhöhung innerhalb eines Jahres. Erst zu Beginn 2018 hatte der WZV die Müllgebühren nach fünf Jahren Pause um bis zu 28 Prozent angehoben. Ein Grund seinerzeit: Millionenrücklagen waren verzehrt, mit denen Jahre zuvor die Gebühren niedrig gehalten werden konnten.

Den gewaltigen Sprung 2019 erklärt Dr. Beatrix Klüver, Bürgermeisterin von Tensfeld und derzeit amtierende ehrenamtliche Vorsteherin des WZV, mit „massiven Steigerungen bei unseren Entsorgungskosten und im Bereich der Deponie“. Ohne Erhöhung würde der WZV ins Minus rutschen. „Das darf nicht passieren. Eine sorgfältige Haushaltsführung, die für die nächsten Jahre Stabilität und Ruhe bringen wird, erfordert diesen Schritt.“

In einer Mitteilung des WZV ist die Rede davon, dass auch „Nachkalkulationen für 2017“ Grund für die Anhebung 2019 seien. Zum Hintergrund: 2017 hatte noch Jens Kretschmer die WZV-Geschäfte geführt, bis ihm Mitte 2018 der Stuhl vor die Tür gesetzt worden war. Die Kosten für seine Abfindung sind nach SZ-Informationen ebenfalls eine Ursache für die Gebührensteigerung. Ein Gutachten im Auftrag des WZV war zudem kürzlich zum Fazit gekommen, dass die Personalkosten relativ hoch seien, zu wenig personalsparende Seitenlader-Fahrzeuge eingesetzt würden und die Routenplanung besser sein könne.

Eine Rolle gespielt hat bei der neuen Kalkulation auch die Entsorgung von Strauchgut und Sperrmüll, die um rund 50 Prozent teurer geworden ist. Diese Kosten werden von der Müllgebühr abgedeckt. Zudem ist geplant, für eine bessere Abfuhrkontrolle bald alle Tonnen mit Chips auszustatten.

Klüver und Dr. Julia Hobohm, Bereichsleiterin beim WZV für die Abfallwirtschaft, gehen davon aus, dass 2020 mit keiner weiteren Erhöhung zu rechnen ist. Wie hoch die Gebührenerhöhung für jeden Kunden ausfällt, hängt von der gewählten Tonnenkombination ab; das berechnet der WZV derzeit noch.

Kaltenkirchens Bürgermeister Hanno Krause, Vorsitzender der WZV-Verbandsversammlung, plädiert für die Erhöhung. „Die Entgelte sind Spitz auf Knopf kalkuliert.“ Der WZV dürfe keine Gewinne, aber auch keine Verluste machen. Er lud die WZV-Kunden zu drei geplanten Informationsveranstaltungen im Dezember in Bad Segeberg, Kaltenkirchen und Trappenkamp ein. Die Termine würden noch bekanntgegeben.

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