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Grünes Licht für kreisweites Busnetz

Bild: Grünes Licht für kreisweites Busnetz
Kommunen stimmen in Anhörung weitgehend zu
2 Wünsche können in neuen Regionalen Nahverkehrsplan ab 2020 eingearbeitet werden.

Von Gerrit Sponholz
Kreis Segeberg. Die Kommunen haben in einer Anhörung durch den Kreis Segeberg weitgehend einem großen Projekt zugestimmt: Der Kreis kann ab 2019 den kompletten Busverkehr übernehmen.

Die Städte Bad Segeberg, Kaltenkirchen und Bad Bramstedt übergeben ihre bisher in eigener Regie betriebenen Stadtverkehre in die Obhut des Kreises. Er muss damit künftig rund zwei Millionen Euro mehr pro Jahr für den Öffentlichen Personennahverkehr aufbringen, für den der Kreis prinzipiell zuständig ist. Die Kreisgremien müssen nun noch endgültig zustimmen.

Manche Gemeinden wie Bornhöved, Gönnebek, Tarbek und Tensfeld hatten in der Anhörung zwar kritisiert, dass sie die Mehrkosten mittragen müssten. Sie hätten allerdings weniger Bedenken, wenn der Busverkehr allgemein verbessert würde.

Claudius Mozer, Verkehrsplaner im Auftrag des Kreises, versucht die Kommunen zu beruhigen. Das sei ohnehin angedacht. Grundlage für weitere Planungen sei der Jahresfahrplan 2019. „Der stellt die untere Leistungsgrenze dar. Die politisch gewollte Verkehrs- und Energiewende könne nicht mit weniger, sondern nur mit mehr und attraktiverem ÖPNV erreicht werden.“

Jederzeit könnten die Kommunen auch Wünsche anmelden, sagt Mozer, und kommt damit den Forderungen etwa der Städte Kaltenkirchen und Norderstedt nach. Der Regionale Nahverkehrsplan für den Kreis Segeberg für 2020 bis 2024 werde ohnehin noch aufgestellt werden.

Die Busfahrleistungen im gesamten Kreisgebiet schreibt der Kreis jeweils in mehreren Teilnetzen für eine bestimmte Anzahl von Jahren neu aus. Geplant ist künftig etwa, dass Busse künftig die Abgasnorm Euro 6 erfüllen, klimatisiert sein sollen und WLAN für mobiles Internet an Bord haben.

Aus einer Antwort des Kreises auf eine Anfrage von WI-SE geht hervor, dass der Kreis bislang in den Öffentlichen Personennahverkehr netto rund 3,4 Millionen Euro pro Jahr steckt. Wäre der ÖPNV für alle Kunden kostenlos, müsste der Kreis jährlich rund 10 Millionen Euro zusätzlich übernehmen.

Mit der Übernahme der Stadtverkehre erhoffen sich der Kreis und sein Planer Claudius Mozer eine Busplanung aus einer Hand. Kreispolitiker hatten bereits angedeutet, noch stärker auf die Bedürfnisse und Nachfrage der Buskunden einzugehen. Allerdings gibt es manchmal Widersprüche. Die einen Kommunen wollen schnelle Busfahrten, die die größeren Orte fix verbinden, andere wünschen viele Zwischenhalte.

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