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Rotenhahner in Wassernot

Alternativen für anfälliges Versorgungsnetz werden gesucht – EWS bietet neue Anschlussmöglichkeit an
Segeberger Zeitung, 21.06.2019

Högersdorf.

Die Bewohner des Ortsteils Rotenhahn an der B 206 können hoffen. Für die anfällige Wasserversorgung stellte die EWS während einer Einwohnerversammlung eine Alternative vor: den Anschluss an das Bad Segeberger Netz. Die Gemeindevertretung will aber vielleicht am Eigenbetrieb festhalten und könnte einen neuen Brunnen bohren lassen. „Bis zum Jahresende wollen wir eine Lösung finden“, versprach Gemeindevertreter Torge Holzmann. Mehrere Rotenhahner drängten auf eine rasche Entscheidung.

Seit Jahren beschweren sich die Rotenhahner über die Frischwasserversorgung. Oft kommt das Wasser durch vermehrten Sauerstoffgehalt nur stockend in den Haushalten der rund 100 Einwohner an. Oder es ist bräunlich gefärbt. Mehrere Varianten der Verbesserung hatte die Gemeinde diskutiert, den Anschluss der Leitungen an das Netz von Wittenborn etwa. Aus Kostengründen hatte sich die Gemeinde zu keiner Entscheidung durchgerungen.

Während der Einwohnerversammlung warb die Energie und Wasser Wahlstedt/Bad Segeberg GmbH & Co KG, die schon Bad Segeberg, Wahlstedt, Wittenborn und Fahrenkrug mit Wasser versorgt. Vier Leitungsvarianten für einen Anschluss Rotenhahns an das EWS-Netz gebe es. Die günstigste sei eine Leitung zum Levo-Park mit Investitionskosten von geschätzt 280 000 Euro. Sie wäre 1523 Meter lang und böte eine hohe Durchflussgeschwindigkeit. „Wir rechnen mit einem durchschnittlichen Bedarf von 140 Litern pro Tag und Einwohner“, erklärte Winfried Köhler von der EWS. „Schwierigkeiten mit dem Sauerstoffzusatz gäbe es dann nicht mehr.“ Anschlüsse an Wittenborn oder Fahrenkrug seien, mit bis zu 377 000 Euro, teurer. EWS-Ingenieur Jens-Peter Solterbeck ergänzte, man fördere das Wasser aus einer Schicht in rund 1000 Metern Tiefe. „Unsere gelieferte Wasserqualität ist nachweislich sehr gut.“

Bis Jahresende müssten die Gemeindevertreter sich entscheiden, ob die EWS den Zuschlag bekommt. „Die Baukosten wären sonst nicht mehr zu halten“, so Köhler. Rotenhahn bräuchte bei dieser Variante kein eigenes Wasserwerk mehr. Der Frischwasserpreis würde sich nach ersten Berechnungen um rund 30 Cent pro Kubikmeter auf 1,68 Euro erhöhen. hdb
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